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Traditionsveranstaltung 3500 Gäste beim Züchterball in der Osnabrückhalle


Osnabrück. Wenn eine Party den Titel „Traditionsveranstaltung“ verdient, dann der Züchterball. Seit über 30 Jahren lädt die Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft zur jährlichen Tanzveranstaltung. Auch am Donnerstagabend kamen wieder rund 3500 Gäste in die Osnabrückhalle.

Wie beliebt die im Volksmund „Bullenball“ genannte Veranstaltung ist, erfährt jeder, der sich ein wenig vor dem Eingang der Osnabrückhalle aufhält. Überall stehen junge Leute und versuchen telefonisch, von Freunden oder Bekannten noch eine Karte zu ergattern. In der Regel sind die Tickets für den Ball bereits einen Monat vorher ausverkauft.

Dass die Tanzveranstaltung in ihrer langen Geschichte nichts an Attraktivität eingebüßt hat, zeigt die ungebrochen hohe Besucherzahl. Laut Rolf Schnarre, Gastronomie- und Serviceleiter der Osnabrückhalle, kamen in diesem Jahr wieder knapp 3500 Gäste.

„Uns gefällt es immer hervorragend. Wir würden auch kommen, wenn wir noch zwei Stunden länger fahren müssten“, sagte Stefanie Moormann, die zusammen mit ihrer Clique aus Meppen angereist war.

Auffällig war die Tanzfreude vieler Besucher: Im Europasaal konnte man schon kurz nach der Eröffnung um 20.30 Uhr die ersten Paare beim Swing beobachten. Auch vor den Bühnen in den anderen Sälen war viel Bewegung.

Dass der Züchterball in vielerlei Hinsicht anders ist als andere Partys, bestätigte auch das Gastronomie-Personal. „Die Gäste trinken vor allem mehr“, sagte eine junge Kellnerin. „Und Longdrinks wie Weinbrand-Cola und Korn-Cola werden auch viel häufiger bestellt.“

Die Mischgetränke habe es dieses Jahr zum ersten Mal in Plastikbechern gegeben. „Im letzten Jahr sind tausend Longdrinkgläser kaputtgegangen.“ Gastronomie- und Serviceleiter Rolf Schnarre bestätigte diese Zahl. „Ich habe schon vor vier oder fünf Jahren dafür gesorgt, dass das Bier in PET-Bechern ausgeschenkt wird. Seit diesem Jahr machen wir das auch mit den Longdrinks, weil beim Züchterball überproportional viele Gläser kaputtgehen.“

Jürgen Halbrügge von der Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft sagte, seiner Meinung nach erkläre sich der Glasverlust durch die hohe Besucherzahl. „Viele Gäste sind zu faul, die Gläser wegzubringen, und das Personal schafft es nicht, alles sofort wegzuräumen.“ Für die Qualität der Veranstaltung sei es aber nicht nachteilig, dass viele Getränke nun in Plastikbechern ausgeschenkt würden.

Laut der jungen Kellnerin gibt es für das Service-Personal noch eine weitere Besonderheit beim Züchterball: „Wir tragen keine Namensschilder, weil die Gäste uns sonst irgendwann beim Namen rufen. Manche sind unverschämt und wollen, dass wir uns endlich um ihre Bestellung kümmern.“ Und es gebe noch einen weiteren Grund: „Viele der Gäste googeln uns auch und nehmen dann Kontakt auf.“ Sie und ihre Kollegen würden auch immer wieder bemerken, dass auffällig viele Besucher des Züchterballs Getränke auf die Veranstaltung schmuggelten. Gastronomieleiter Rolf Schnarre bestätigte die Darstellung seiner Angestellten. „Die Gäste beim Züchterball sind anders.“ Klagen habe er von seinen Mitarbeitern aber bislang noch nicht gehört. „Das Personal ist leidensfähig“, sagte Schnarre mit einem Lachen.

Jürgen Halbrügge von der Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft wollte zu den Beobachtungen des Service-Personals nicht Stellung nehmen. „Davon höre ich zum ersten Mal.“

Die junge Kellnerin schließlich sagte, auch wenn die Gäste manchmal aufdringlich seien, arbeite sie beim Züchterball besonders gerne: „Es ist einfach immer viel zu tun, man hat zwischendurch nie Langeweile.“


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