"Hotels, Gaststätten und Kurbetriebe brauchen Perspektive" Bürgermeister der Kurorte im Landkreis Osnabrück fordern Unterstützung

Die Bürgermeister der Kurorte im Osnabrücker Land sprechen sich für Unterstützung für ihre Orte aus. Foto: Gert WestdörpDie Bürgermeister der Kurorte im Osnabrücker Land sprechen sich für Unterstützung für ihre Orte aus. Foto: Gert Westdörp
Gert Westdörp

Bad Essen/Bad Iburg/Bad Laer/Bad Rothenfelde. Seit Montag gibt es erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen – Kur-, Hotel- und Gastronomiebetriebe sind davon bislang aber ausgenommen. Die in der Region Osnabrück besonders betroffenen Kurort-Bürgermeister aus Bad Essen, Bad Iburg, Bad Laer und Bad Rothenfelde setzen sich daher gemeinsam für eine Unterstützung ihrer Orte ein – auch finanziell.

Der gesamte Dienstleistungsbereich ist von den Auswirkungen der Coronakrise besonders betroffen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der vier Bürgermeister. Umso wichtiger sei es, zeitnah in diesen Prozess der Veränderung einzutreten – auch mit einer finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen.

Gastronomie als Säule des Kurbetriebs   

„Die Hotels, Gaststätten und Kurbetriebe brauchen wieder eine Perspektive“, wird Bad Laers Bürgermeister Tobias Avermann in der Mitteilung zitiert und beschreibt die Enttäuschung der Gastronomen vor Ort: Mit der zuletzt veröffentlichten Landesverordnung würden keine Aussichten auf eine zumindest teilweise Wiederinbetriebnahme bestehen. Das werde mit zunehmender Zeit für Viele ein sehr ernstes Problem. „Das Ergebnis und der Fortbestand der jahrzehntelangen Arbeit stehen auf der Kippe, wenn nicht auch für diesen Bereich ein positiver Ausblick aufgezeigt werden kann“, so Avermann. 

„Die regionale Gastronomie ist eine der Säulen des Kurbetriebes und bringt Leben in die Orte“, wird Bad Iburgers Bürgermeisterin Annette Niermann zitiert. Sie verweist auf die Folgewirkungen für die bestehenden Beschäftigungsverhältnisse aber auch für den örtlichen Einzelhandel. 

Gäste für das Osnabrücker Land begeistern

Die vier Bürgermeister sehen aufgrund der weltweiten Auswirkungen für den regionalen Tourismus aber auch Chancen, die es jetzt zu nutzen gelte. Es sei davon auszugehen, dass mindestens kurzfristig Urlaubsreisen ins Ausland zunächst nicht möglich oder für viele aus verschiedenen Gründen weniger attraktiv sein werden, heißt es in der Mitteilung. Hier liege eine zusätzliche Chance, Gäste für das Osnabrücker Land zu begeistern, die die Region bislang noch nicht besucht haben. Gemeinsam werben die Bürgermeister dafür, womöglich nicht Mittel im Tourismusbereich zu kürzen, sondern jetzt mehr Ressourcen gezielt zur Werbung und für Projekte in der Region einzusetzen. Davon erhoffen sie sich nachhaltige Erfolge.  

Bürgermeister Timo Natemeyer aus Bad Essen hält bei weiterhin positiver Fallzahlenentwicklung ebenfalls Erleichterungen im Gastronomiebereich für vertretbar und ist sich sicher, dass „Betreiber alles ihnen Mögliche tun werden, um entsprechende Hygieneanforderungen erfüllen zu können". Um Feiern und Tanzveranstaltungen könne es dabei auf absehbare Zeit allerdings noch nicht gehen.

Finanzielle Förderung vom Land Niedersachsen gefordert

Viele der Gäste, die sich nach einer Wiederaufnahme des Tourismusbetriebes erkundigen, hätten Vertrauen in die regionalen Gastgeber. Die vier Bürgermeister glauben daran, dass entsprechende erleichternde Vorschriften von den örtlichen Akteuren bestens umgesetzt und nicht missbraucht werden.

Ebenso wollen sich die Bürgermeister der Kurorte im Landkreis Osnabrück mit möglichst breiter Unterstützung gegenüber dem Land Niedersachsen für eine direkte Förderung der zertifizierten Bäder und Kurorte stark machen. „Die aktuelle Situation stellt für die Betreiber der Kurmittelhäuser und die Unterhaltung der kurortbedingten Infrastruktur eine allein kaum lösbare Herausforderung dar“, wird Klaus Rehkämper, Bürgermeister von Bad Rothenfelde, in der Mitteilung zitiert. In Hessen gebe es beispielsweise eine vom Land gezahlte Zuweisung des sogenannten „Bäderpfennigs“.


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