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Das Leben hat sich verändert Chronik: So ist die Corona-Krise in der Region Osnabrück bisher verlaufen

Der digitale Impfnachweis ist geht an den Start.Der digitale Impfnachweis ist geht an den Start.
Michael Gründel

Osnabrück. Anfang März 2020 hat das Coronavirus auch die Region Osnabrück erreicht. Seitdem hat sich das Leben radikal verändert. Fast täglich werden neue Vorbote und Vorschriften erlassen. Die Ereignisse überschlagen sich. Hier finden Sie eine Chronik über die Corona-Pandemie in der Region.

1. März 2020Erster Quarantänefall in Osnabrück. Weil eine Person aus Osnabrück engen Kontakt mit einem an dem neuartigen Coronavirus Erkrankten aus Nordrhein-Westfalen hatte, wird sie vorsorglich vom Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück für 14 Tage unter Quarantäne gestellt.

2. März 2020: Der Gesundheitsdienst für Stadt und Landkreis richtet unter der Rufnummer 0541/501-1111 ein Bürgertelefon ein, um Fragen zum Coronavirus zu beantworten. Bereits in den ersten Stunden wird das Angebot stark genutzt.

5. März 2020: Erster Corona-Infizierter in der Region. Bei einem Mann aus Hilter wird der Coronavirus nachgewiesen. Er war im Skiurlaub in Südtirol und hatte nach seiner Rückkehr leichte Symptome einer Erkältung gezeigt.

9. März 2020: Pressekonferenz des Koordinierungsstabs von Stadt und Landkreis. Mittlerweile sind drei Coronafälle in Stadt und Landkreis bestätigt, zwei im Kreis, einer in der Stadt. Es gibt 60 begründete Verdachtsfälle, 65 Menschen sind unter Quarantäne gestellt. Unter „häuslicher Absonderung“ befinden sich mehr als 100 Menschen. Amtsarzt Gerhard Bojara bekräftigt, dass das Ansteckungsrisiko in Deutschland als „gering“ einzustufen sei. Corona sei wie die Influenza eine „ernst zu nehmende Erkrankung“, aber es gebe im Moment „überhaupt keinen Grund für Hysterie, Panik oder Hamsterkäufe“. Die Behörden wollen vorerst keine Veranstaltungen verbieten.

Michael Gründel
Bärbel Rosensträter, Anna Kebschull, Gerhard Bojara und Wolfgang Griesert bei einer Pressekonferenz im Kreishaus zur aktuellen Lage in der Region. Foto: Michael Gründel

11. März 2020: Alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern werden auf Anweisung der niedersächsischen Gesundheitsministerin Carola Reimann untersagt. Das Verbot gilt für Veranstaltungen drinnen wie draußen und auf unbestimmte Zeit. Hagens Bürgermeister Peter Gausmann wurde positiv auf das Corona-Virus getestet und befindet sich in Quarantäne.

12. März 2020: In einer gemeinsamen Pressekonferenz bitten Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Landrätin Anna Kebschull die Bürger um Verständnis für die schweren Eingriffe in das tägliche Leben, mit der die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden soll. Stadt und Landkreis Osnabrück gehen mit mehreren Allgemeinverfügungen, die bis zum 12. Juni 2020 gelten, teilweise über die Weisungen von Gesundheitsministerin Carola Reimann hinaus.

  • Jahrmarkt, Maiwoche, Horses & Dreams, das Osterleuchten sowie mehr als 700 Veranstaltungen allein im Landkreis werden abgesagt.
  • Bei Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern müssen die Veranstalter sicherstellen, dass alle mit Namen registriert werden, dass für alle Sitzplätze zur Verfügung stehen und alle Personen ausgeschlossen werden, die Krankheitssymptome zeigen. Das gilt auch für Kinos, Clubs, Diskotheken und Sportveranstaltungen.  
  • Rückkehrer aus Risikogebieten dürfen bis auf weiteres keine Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen betreten.
  • Veranstalter müssen sichtbar darauf hinweisen, dass Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten aufgehalten haben, an der Veranstaltung nicht teilnehmen dürfen.
  • Das Theater bleibt ab sofort geschlossen.
David Ebener
Foto: David Ebener

13. März 2020: In der ehemaligen Kaserne am Osnabrücker Limberg nimmt das Corona-Testzentrum seine Arbeit auf. Die Busse des Nahverkehrs dürfen nur noch durch hintere Türen bestiegen werden, um die Fahrer zu schützen. Fahrscheine werden im Bus nicht mehr verkauft. Für Krankenhäuser gilt ein Besuchsverbot. Die katholische und evangelische Kirche sagen alle Gottesdienste ab. Die Volkshochschule stellt ihren Kursbetrieb ein. Das Fußballspiel des VfL Osnabrück in Bielefeld wird abgesagt. Stadt und Landkreis bitten die Bürger, auf Besuche in den Ämtern und anderen kommunalen Einrichtungen zu verzichten.

14. März 2020: Die städtischen Museen, die Kunsthalle Dominikanerkirche, die Stadtbibliothek sowie die Musik- und Kunstschule werden geschlossen.

15. März 2020: In der Region haben sich bereits 78 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert.

16. März 2020: Schulen und Kindertagesstätten werden geschlossen. Die städtischen Einrichtungen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit sind zu. Die Stadtwerke stellen den Linienbusverkehr nach 20 Uhr ein.

17. März 2020: Stadt und Landkreis fahren das öffentliche Leben weiter herunter. 

  • Alle Läden bis auf solche des täglichen Bedarfs müssen schließen. Im Landkreis kann diese Anordnung erst ab dem 18. März umgesetzt werden.
  • Theater, Kinos, Konzerthäuser, Museen, Ausstellungen, Schwimmbäder, Saunen, Fitnessstudios, Spielhallen, Wettbüros, Messen, Bürgerhäuser, Einrichtungen der Kinder-und Jugendarbeit, Zoo-Gebäude (nicht das Freigelände des Zoos), Sprach- und Integrationsschulen, Musikschulen und Seniorentreffpunkte werden geschlossen.
  • Das Verbot gilt auch für Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen.  
  • Der Sportbetrieb wird in allen Sporteinrichtungen untersagt – im Freien wie in geschlossenen Räumen.
  • Bordelle sind geschlossen.
  • Osterfeuer sind nicht zulässig.
  • Gaststätten, Restaurants und Kantinen dürfen nur noch öffnen, wenn ein eineinhalb Meter breiter Abstand zwischen den Tischen gesichert ist. Das gilt auch für Stehplätze an der Theke. Imbisse und Lieferservices sind von der Schließung ausgenommen, um einen Teil der Versorgung aufrecht erhalten zu können.
  • Es gilt ein „ausnahmsloses „Betretungsverbot“ für alle medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Tageskliniken Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und Dialysezentren.
  • Zutritt verboten gilt auch für Alten- und Pflegeheime und alle stationären Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung. Das Verbot gilt nicht für therapeutische Maßnahmen und Versorgungsdienstleistungen.
    David Ebener

18. März 2020: In der Stadt wird der Busverkehr auf den Samstagsfahrplan umgestellt, in der Region fahren die Busse nach dem Ferienfahrplan. Ab 21 Uhr werden die Fahrten ab Neumarkt stark reduziert.

19. März 2020: In Stadt und Landkreis werden die Regeln für das öffentliche Leben weiter verschärft. Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren verstärkt die Einhaltung der Verbote.

  • In Gaststätten, Restaurants, Fast-Food-Läden, Imbissen und Mensen dürfen sich keine Gäste mehr aufhalten. Zur Versorgung bleibt nur eine Abholung von Speisen und Getränken erlaubt. Ein Verzehr in den Betrieben und in einem Umkreis von 50 Metern ist verboten.
  • Touristen dürfen nicht mehr beherbergt werden.
  • Kur- und präventive Rehaeinrichtungen müssen schließen.
  • Die Recyclinghöfe und Grünabfallsammelplätze im Landkreis werden ab sofort geschlossen. In der Stadt bleiben sie geöffnet.
  • Alle Ansammlungen im Freien und private Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen werden untersagt.
  • Friseure, Nagel-, Kosmetik-, und Tattoostudios müssen schließen.
  • Bau- und Gartenmärkte dürfen nur noch an Gewebetreibende gegen Vorlage entsprechender Nachweise verkaufen.
  • Untersagt sind alle Ansammlungen im Freien und private Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen.
  • Die Stadt schließt ihre Dienststellen bis auf weiteres. 

Video: Coronavirus: Wie setzen Polizei und Ordnungsamt die Vorgaben um?

Das VW-Werk Osnabrück stellt für drei Wochen seine Produktion ein.

22. März 2020: In ganz Deutschland werden Versammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Das Bistum Osnabrück überträgt zum ersten Mal einen nichtöffentlichen Gottesdienst aus dem Dom mit Bischof Franz-Josef Bode auf Youtube. 

23. März 2020: In der Stadt wird der Linienbusverkehr auf einen Notfallplan umgestellt. Die Busse fahren montags bis sonntags ab 5 Uhr bis etwa 21.30 Uhr im 70-Minuten-Takt auf den Strecken des Nacht-Bus-Liniennetzes. 

25. März 2020: Die Georgsmarienhütte GmbH stellt für eine Woche den Betrieb ein. Ab dem 1. April plant das Stahlwerk Kurzarbeit. Das Osnabrücker Unternehmen Q1 Energie organisiert eine Luftbrücke, um möglichst schnell Atemschutzmasken direkt vom chinesischen Werk in die Region Osnabrück zu schaffen. Der Landkreis beschließt, dass Eltern im April keine Beiträge für Krippen, Kindertagespflege, Notbetreuung und Horte bezahlen müssen.

26. März 2020: Im Landkreis gibt es den ersten Corona-Toten in der Region. Ein 75-jähriger Mann, der eine Vorerkrankung hatte, stirbt in einem Krankenhaus an einer Infektion mit dem Coronavirus.

27. März 2020: Im Klinikum Osnabrück geht der neue Operationstrakt in Betrieb, der für Corona-Patienten bereitgehalten wird. Auch die Stadt Osnabrück wird ab April vorerst auf die Erhebung von Entgelten für die Kinderbetreuung in Horten und Krippen verzichten.

David Ebener

28. März 2020Der erste Osnabrücker stirbt an der Lungenkrankheit Covid-19. 

30. März 2020: Stadt und Landkreis bündeln ihre Informationen rund um das Coronavirus auf der gemeinsamen Website www.corona-os.de. Um einen Vorrat an wichtigen medizinischen Versorgungsgütern anzulegen, mieten Stadt und Landkreis Osnabrück gemeinsame Lagerflächen an

31. März 2020: Am Monatsende sind 553 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, 183 Erkrankte gelten als genesen. Vier Menschen sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Der Krisenstab der Stadt beginnt mit den Planungen für ein Behelfskrankenhaus mit 400 zusätzlichen Betten. Stadt und Landkreis Osnabrück wollen die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung zentral übernehmen und damit die Patientenversorgung sowie den Eigenschutz von medizinischem Personal und anderen Mitarbeitern in systemrelevanten Bereichen sicherstellen.

1. April 2020: Heime dürfen neue Bewohner erst nach einer 14-tägigen Quarantäne aufnehmen. Der VfL will mit Gehaltsverzicht und Kurzarbeit die wirtschaftlichen Einschnitte abfedern. Der größte private Arbeitgeber in Bramsche, die Duni, meldet Kurzarbeit an. 

3. April 2020: Das niedersächsische Sozialministerium erlässt ein Besuchsverbot, nach dem Kontakte innerhalb der eigenen Wohnung und auf dem Grundstück auf die Angehörigen des eigenen Haushalts beschränkt bleiben müssen.

4. April 2020: Bau- und Gartenmärkte in Stadt und Landkreis öffnen wieder. Das Land Niedersachsen hebt die Schließung auf, um einen „Baumarkt- und Gartencenter-Tourismus“ in benachbarte Bundesländer zu verhindern, wo Bau- und Gartenmärkte noch uneingeschränkt öffnen dürfen. Dagegen müssen Autowaschanlagen, Handyläden und Telefonshops schließen. 

6. April 2020: Die Grünabfallplätze im Landkreis öffnen testweise wieder. Hobbygärtner in ihren Autos stehen in Schlangen vor den Toren.

Jörn Martens
Foto: Jörn Martens

7. April 2020: In den Altenheimen der Region häufen sich die Corona-Fälle. Im Bramscher Alloheim sind 42 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert worden, 16 von ihnen müssen ins Krankenhaus, zwei sind verstorben. Auch sieben Mitarbeiter wurden positiv getestet.

8. April 2020: Das Land Niedersachsen lockert das Besuchsverbot. Besuche enger Verwandter und Freunde sind wieder erlaubt. Zu Hochzeiten und Beerdigungen dürfen jetzt auch Freunde kommen, erlaubt sind aber maximal nur zehn Personen. Autowaschanlagen dürfen wieder  öffnen. In Stadt und Landkreis wird den Eiscafés der Verkauf an der Theke wieder erlaubt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den anstehenden Kunden gewährleistet ist.

14. April 2020: Stadt und Landkreis erhalten eine große Lieferung an Schutzgütern wie FFP2- und FFP3-Masken. Laut Landrätin Anna Kebschull kann damit das Gesundheitswesen in Notsituationen gut versorgt werden.

15. April 2020: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Gestorbenen ist in der Region Osnabrück auf 34 gestiegen. 1187 Personen sind positiv auf das Virus getestet worden, 775 im Landkreis und 412 in der Stadt. 660 Erkrankte gelten als genesen. Polizei und Staatsanwaltschaft Osnabrück nehmen nach dem Corona-Ausbruch im Bramscher Alloheim Ermittlungen gegen unbekannt wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung auf. Sechs Bewohner sind an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben, mehr als 40 Bewohner sowie 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich mit dem Coronavirus infiziert. 

16. April 2020: Die Recyclinghöfe im Landkreis sind für Privatkunden wieder geöffnet.

18. April 2020: Der Wochenmarkt auf der Großen Domsfreiheit in Osnabrück wird entzerrt. Obst- und Gemüsestände ziehen auf den Markt, den Platz vor dem Rathaus.

Video: Eindrücke vom ,neuen‘ Wochenmarkt am Samstag in Osnabrück

20. April 2020: Die Corona-Verordnung wird in einigen Punkten gelockert:

  • Geschäfte mit einer Größe von bis zu 800 Quadratmetern dürfen wieder öffnen. Größe Geschäfte dürfen wieder aufmachen, wenn sie ihre Verkaufsfläche entsprechend reduzieren.
  • Autohändler, Fahrradhändler und Buchläden dürfen unabhängig von ihrer Größe ihre Türen öffnen.
  • Wochenmärkte sind wieder ohne Einschränkungen zulässig. Auch Stände, die keine Lebensmittel verkaufen, sind wieder erlaubt.
  • Die Stadtbibliothek Osnabrück öffnet als erste Kultureinrichtung der Stadt wieder ihre Türen.
    Michael Gründel

Die Stadtwerke verdoppeln ihr Fahrtenangebot. In der Stadt fahren die Busse jetzt montags bis samstags im 35-Minuten-Takt. Spielplätze, Zoos und andere Freizeiteinrichtungen bleiben vorerst geschlossen. Gleiches gilt für Hotel- und Gastronomiebetriebe. Öffentliche Gottesdienste sind weiterhin nicht erlaubt. Die Kindergärten öffnen erst nach den Sommerferien wieder. Großveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. August verboten. Das bedeutet, dass fast alle Schützenfeste ausfallen. Zum ersten Mal in ihrer 168-jährigen Geschichte wird die Telgter Wallfahrt abgesagt.

21. April 2020: Der Osnabrücker Rat tagt im Europasaal der Osnabrück-Halle. Die Ratsmitglieder beschließen eine Maskenpflicht in Bussen und beim Einkauf. Einstimmig wird ein städtisches Hilfsprogramm für Kulturschaffende, Gastronomen, Einzelhändler und Vereine verabschiedet.

Gert Westdörp
Foto: Gert Westdörp

22. April 2020Fernunterricht wird Pflicht. Schüler, die zu Hause nicht auf die Anweisungen der Lehrer reagieren verletzen die Schulpflicht. Der Austausch läuft über E-Mails, Chats und Videokonferenzen.

24. April 2020: Zum ersten Mal erklingt der muslimische Gebetsruf über der Stadt. Während des Fastenmonats Rammadan dürfen die Muezzine täglich zum Gebet rufen, anschließend bis zur Aufhebung der Corona-Verordnungen einmal wöchentlich freitags.

25. April 2020: Ab heute gilt in der Stadt die Maskenpflicht. In Geschäften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen, auf Wochenmärkten, geöffneten Verkaufsstellen, in städtischen Dienstgebäuden, auf den Recyclinghöfen und Gartenabfallplätzen müssen die Menschen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

27. April 2020: Für die Abschlussklassen an Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien und Berufsschulen beginnt wieder der Schulunterricht. Schüler und Lehrer müssen sich an den „Rahmen-Hygieneplan Corona Schule“ halten. Die Busse im Osnabrücker Stadtverkehr fahren, bis auf wenige Ausnahmen, wieder nach dem regulären Fahrplan. Das VW-Werk Osnabrück nimmt seine Produktion wieder auf. Auch im Landkreis gilt jetzt eine Maskenpflicht.

30. April 2020: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Gestorbenen ist in der Region Osnabrück auf 67 gestiegen. 1.387 Personen sind seit Ausbruch der Pandemie positiv auf das Virus getestet worden, 929 im Landkreis und 458 in der Stadt. 1.104 Erkrankte gelten als genesen. (Stand 30.4.2020, 8.30 Uhr) Die Osnabrücker Kliniken kehren schrittweise zum Normalbetrieb zurück. Die Zahl der Intensivbetten für Covid-19-Patienten wird reduziert, die Zahl der Operationen wird nach und nach wieder hochgefahren.

1. Mai 2020: Erstmals in der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gibt es am Tag der Arbeit keine Versammlungen und Kundgebungen auf den Straßen und Plätzen im Norden. Unter dem Motto „#SolidarischNichtAlleine“ demonstriert der DBG vor allem per Videoschalte. Auch die üblichen Mai-Gänge bleiben mehrheitlich aus. Nach Angaben der Polizei Osnabrück verhalten sich die Bürger im gesamten Zuständigkeitsbereich sehr besonnen und befolgen die geltenden Einschränkungen.

Michael Gründel

4. Mai 2020: Der Unterricht an niedersächsischen Grundschulen wird mit der Rückkehr der vierten Klassen schrittweise wieder aufgenommen. Für die Umsetzung müssen Schulen in und um Osnabrück erhebliche Hygienevorgaben erfüllen. Neben den Schulen öffnen nach sechs Wochen auch Friseursalons wieder ihre Geschäfte.

Gert Westdörp

5. Mai 2020: Das Osnabrücker Rathaus ist ab sofort wieder für Besucher geöffnet – allerdings nur eingeschränkt. So dürfen sich höchstens 20 Personen gleichzeitig in den öffentlichen Bereichen aufhalten.

6. Mai 2020: Nach der corona-bedingten Schließung strömen bereits am Morgen die ersten Besucher in den Osnabrücker Zoo, auch wenn Tierhäuser und Gastronomie weiterhin geschlossen bleiben. Frei zugänglich sind zudem Spielplätze in und um Osnabrück, was bei Kindern und Eltern für Freude und Erleichterung sorgt. Auch die ersten Sportanlagen sind wieder geöffnet. Ab heute dürfen in Niedersachsen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Die evangelischen und katholischen Kirchen in Osnabrück gehen unterschiedlich mit den Lockerungen um. In der evangelischen St.-Marien-Kirche findet am Samstag, 9. Mai, der erste Gottesdienst statt. Sonntags werden jetzt zwei halbstündige Gottesdienste angeboten. Es wird kein Abendmahl gefeiert. Um den Sicherheitsabstand zu wahren, wurde jede zweite Bankreihe entfernt. Im katholischen St.Petrus-Dom werden ab dem 11. Mai wieder täglich öffentliche Messen gefeiert. Aufgrund der erforderlichen Abstandsregelungen können vorerst nur bis zu 60 Gläubige an den Gottesdiensten teilnehmen.

Gert Westdörp

7. Mai 2020: Schlechte Nachrichten für alle Theatergänger: Die Osnabrücker Spielstätte gibt bekannt, den regulären Betrieb bis zum Ende der Spielzeit im Juli einzustellen.

11. Mai 2020: Erstmals werden umfangreichere Lockerungen umgesetzt: Die Zwei-Personen-Regel wird gelockert; Mitglieder aus einem Hausstand dürfen sich mit denen eines anderen Hausstands treffen, auch im öffentlichen Raum. Restaurants, Cafés und Biergärten öffnen in und um Osnabrück nach wochenlangem Stillstand, es dürfen aber nur die Hälfte der Plätze vergeben werden.

Gert Westdörp

Auch andere Geschäfte dürfen wieder öffnen. Die Beschränkung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter entfällt ebenso wie die Berücksichtigung der Branche. Zudem können Angehörige im Pflegeheim wieder besucht werden. Der VfL Osnabrück befindet sich seit heute in Quarantäne, um sich vor dem Neustart der Bundesliga-Saison am kommenden Wochenende abzuschotten.

12. Mai 2020: Als erstes Fitnessstudio in Niedersachsen öffnet das Lifestyle in Bad Iburg wieder seine Türen. Der Betreiber hatte sich Ende April mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht Osnabrück gewandt, das am Montag grünes Licht gab. Das Land Niedersachsen legte dagegen Beschwerde ein. Die Möwe gGmbH stellt einen Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung. Als Gründe für die Zahlungsschwierigkeiten nennt die Geschäftsführung zurückgehende Fördergelder, eine sinkende Zahl der zu betreuenden Arbeitslosen und die Corona-Krise, in deren Folge der Umsatz in den sozialen Kaufhäusern einbrach und die Entrümpelung und Wiederverwertung von Hausrat zum Erliegen kam.

13. Mai 2020: Die Osnabrücker Regelung nachdem Gaststätten wieder öffnen dürfen, wenn sie in einer eigenen Küche Speisen zubereiten können, wird vom Land Niedersachsen bestätigt. Demnach betreiben Besitzer keine Kneipe, sondern ein Restaurant.

Gert Westdörp

15. Mai 2020: Landrätin Anna Kebschull verhängt mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre für die Kreisverwaltung. „In dieser Situation ist die Haushaltssperre das Mittel der Wahl, um die Finanzen des Landkreises so schnell und effektiv wie möglich zu schützen und unsere Handlungsfähigkeit für die gewaltigen Aufgaben der nächsten Zeit zu sichern", so Kebschull. Fitnessstudios in Niedersachsen müssen weiterhin geschlossen bleiben. Das hat nun das Oberverwaltungsgericht Lüneburg beschlossen. Nur im Bad Iburger Studio Lifestyle dürfen Sportler wieder und weiterhin trainieren. Für die Probleme sorgt in und Osnabrück auch die Frage der Betreuung von Kindern im Sommer.

16. Mai 2020: Tattoo-Studios dürfen nach wochenlangem Stillstand wieder öffnen. Für Erleichterung sorgen auch die aktuellen Corona-Zahlen in Stadt und Landkreis Osnabrück. Den offiziellen Angaben zufolge nur noch 116 aktuell Infizierte registriert, 14 weniger als am Vortag und 45 weniger als am vorigen Samstag.

Michael Gründel

17. Mai 2020: Nachdem die Bundesliga bereits am Samstag ihr Comeback gefeiert hatte, gibt der VfL Osnabrück in der 2. Bundesliga seine Geisterspiel-Premiere. Beim Derby in Bielefeld retten die Lila-Weißen in letzter Minute ein 1:1-Unentschieden. Wie bekannt wird, waren 59 Prozent derjenigen, die in der Region Osnabrück im Zusammenhang mit einer Coronainfektion verstarben, Bewohner eines Senioren- oder Pflegeheimes oder eines Wohnheimes für Menschen mit Behinderungen. In einem fleischverarbeitenden Betrieb im Landkreis Osnabrück kommt es zu einem massiven Corona-Ausbruch. 92 Beschäftigte eines Zerlegebetriebs in Dissen haben sich mit dem Corona-Virus infiziert.

Michael Titgmeyer / VfL Osnabrück

21. Mai 2020: Nach einer zweiten Testreihe mit bisher negativ gestesten Beschäftigten des Zerlegebetriebs Westcrown in Dissen steht fest, dass 54 weitere Arbeiter mit dem Corona-Virus infiziert sind. Damit ist fast die Hälfte der insgesamt 300 Beschäftigten positiv getestet worden. Der Betrieb ist nun für zunächst zwei Wochen geschlossen. Nach Auskunft des Landkreises wird die steigende Anzahl der Infizierten in der Region nicht zu Einschränkungen der erfolgten Lockerungen führen, da es sich bei den Corona-Infektionen um ein isoliertes Geschehen handelt. Die Krankenhäuser der Niels-Stensen-Gruppe erlauben wieder Besuche. Jeder Patient darf einmal pro Tag für 60 Minuten Besuch empfangen. Wer den Osnabrücker Zoo besuchen will, muss sich vorher ein Zeitfenster für den Einlass reservieren. Pro Stunde werden nur noch 250 Menschen in den Zoo gelassen. Grund für die Einlassbeschränkung ist die hohe Nachfrage und die Missachtung der Abstandsregeln durch einige Besucher. Passend zum Feiertag Christi Himmelfahrt nehmen die Freizeitbusse wieder Fahrt auf. Unter Einhaltung aller Schutz- und Hygieneregeln fahren die Busse Ausflügler in die Teuto- und Varus-Region sowie an den Dümmer-See und nach Tecklenburg.

Jörn Martens

23. Mai 2020: Besucher des Wochenmarktes am Dom müssen sich erneut umstellen. Die Obst- und Gemüsehändler kehren vom Markt vor dem Rathaus zurück auf die Marktfläche neben dem Dom. Die Straße rings um die Marktfläche, die „Große Domsfreiheit“, wird dem Wochenmarkt zur Verfügung gestellt. Dorthin kehren in einer Woche auch die Blumenstände zurück. Der Zoo erhöht die Zahl der Besucher, die mit vorheriger Reservierung pro Stunde den Tierpark betreten dürfen, von 250 auf 350.

25. Mai 2020: In Niedersachsen treten zahlreiche Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Kraft.

  • Hoteliers dürfen ihre Häuser mit einer Auslastung von bis zu 60 Prozent wieder öffnen.
  • Restaurants dürfen wieder mehr als 50 Prozent ihrer Plätze vergeben.
  • In Indoor-Sportanlagen wie Fitnessstudios darf wieder trainiert werden.
  • Freibäder dürfen wieder öffnen. In Osnabrück geht das Moskaubad als erstes an den Start.
  • In der Tagespflege für Ältere und Pflegebedürftige sowie für Menschen mit Behinderung dürfen bis zu 50 Prozent der Plätze wieder belegt werden. 
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Tagesförderstätten dürfen die Hälfte ihrer Plätze wieder öffnen.
  • Die Schüler der 11. Klassen kehren in die Schulen zurück.
  • Die Jugend- und Gemeinschaftszentren in Osnabrück sind wieder geöffnet.

Von einem normalen Betrieb kann aber noch keine Rede sein. Überall müssen weiterhin die Abstands- und Hygiene-Auflagen beachtet werden. Auch die Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen.

Jörn Martens

26. Mai 2020: Die Bäckerei Brinkhege, eine der größten Bäckerei-Ketten in der Region, stellt einen Insolvenzantrag. Durch den Corona-Shutdown konnte der größte Standort in der L+T Markthalle nicht geöffnet werden. Auch die Cafés sowie die Kantinen und Restaurant von Großkunden mussten geschlossen bleiben. Die Folge waren massive Umsatzeinbrüche. Die geschäftsführende Gesellschafterin Heike Brinkhege ist optimistisch, dass das Unternehmen mit seinen 450 Mitarbeitern erhalten werden kann. 

Im Spa- und Beauty-Bereich des Nettebads werden wieder Hand- und Fußpflegeanwendungen sowie Massagen und Gesichtsbehandlungen angeboten. Das Nettebad selbst bleibt mit Sauna vorerst noch geschlossen.

27. Mai 2020: In Stadt und Landkreis starten die Reihentests für insgesamt 5000 Pflegekräfte in Senioren- und Pflegeheime sowie Behinderteneinrichtungen. 

31. Mai 2020: Am Monatsende sind insgesamt 1700 Menschen in Stadt und Landkreis Osnabrück positiv auf das Coronavirus getestet worden, 313 mehr als Ende April. 1490 Erkrankte gelten als genesen. Im Mai sind 10 Menschen an Covid-19 gestorben. Das Theater ist noch geschlossen. Damit Fans nicht ganz auf auf Musik verzichten müssen, starten die Musiker des Osnabrücker Symphonieorchesters ihre „Telefonkonzerte“.

2. Juni 2020: Der Botanische Garten und das Finanzamt Osnabrück-Stadt öffnen wieder ihre Türen.

5. Juni 2020: Auf den Besuch im Kino müssen Filmfans vorerst noch verzichten. Aber es gibt eine Alternative: Die Betreiber des Cinema-Arthouse und des Filmtheaters Hasetor bieten zusammen mit lokalen Partnern auf dem Gelände der Halle Gartlage ein Autokino an. Und die Osnabrücker nehmen die Gelegenheit wahr. Die 230 Stellplätze sind zu Beginn ausverkauft.

6. Juni 2020: Die Stände auf dem Wochenmarkt am Dom werden ein weiteres Mal neu geordnet. Die Anbieter von Nahrungsmitteln für den Sofortverzehr wie Backfisch, Suppen und Kaffee bekommen eine eigene feste Fläche zwischen Dom, Gymnasialkirche und Hexengang. 

8. Juni 2020: Niedersachsen lockert die Corona-Regeln weiter. 

  • Gastronomische Einrichtungen wie Kneipen und Bars, in denen vorwiegend Getränke angeboten werden, können wieder öffnen.
  • Busreisen sind wieder erlaubt.
  • Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Campingplätze dürfen zu 80 Prozent belegt werden. Untersagt sind weiterhin Veranstaltungen und Reisen für Kinder- und Jugendgruppen. Ferien- und Zeltlager sind bis nach den Sommerferien verboten.
  • Spezialmärkte wie etwa für Oldtimer oder Trödelwaren dürfen wieder öffnen, wenn sie unter freiem Himmel stattfinden und Eintritt erhoben wird.
  • Indoor-Spielplätze können wieder aufmachen.
  • Kulturelle Aufführungen unter freien Himmel sind erlaubt. Es dürfen aber maximal 250 Menschen daran teilnehmen. Dabei muss das Publikum sitzen.
  • An Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen sowie Erstkommunionen dürfen bis zu 50 Personen teilnehmen.
  • Geschlossen bleiben Clubs, Diskotheken, Shisha-Bars, Kulturzentren, Theater, Opern- und Konzerthäuser, Messen, Kinos, Saunen und Spezialmärkte in Gebäuden.
  • Sportler können auch wieder Umkleidekabinen, Dusch-, Wasch- und andere Sanitärräume sowie Gemeinschaftsräumlichkeiten nutzen.
  • Schwimmbäder und Spaßbäder dürfen wieder öffnen. Im Osnabrücker Land bleiben die Hallenbäder überwiegend geschlossen. Nur das Solevital in Bad Laer und das Carpesol in Bad Rothenfelde gehen am 8. Juni wieder an den Start. In Osnabrück werden einzelne Bereiche des Schinkelbads am 12. Juni wieder geöffnet. Das Sportbad im Nettebad folgt drei Tage später.

12. Juni 2020: Das Verwaltungsgericht Osnabrück gibt einem Eilantrag der Kinobetreiber Anja und Meinolf Thies statt und erlaubt die Öffnung der „Hall of Fame“ und der Filmpassage an der Johannisstraße, obwohl das Land Niedersachsen den Betrieb von Kinos wegen des erhöhten Infektionsrisikos weiterhin untersagt. Das Gericht begründet seine Entscheidung mit den Lockerungen im öffentlichen Leben. Wenn Gaststätten, Läden und Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, gebe es keinen Grund, die Öffnung von Filmtheatern zu verbieten, wenn die Hygienevorschriften eingehalten werden. Die Türen der „Hall of Fame“ und der Filmpassage sind ab dem 18. Juni wieder für Filmliebhaber geöffnet. Andere Osnabrücker Kinobetreiber wollen mit der Wiedereröffnung warten, bis das Land die Corona-Vorschriften weiter lockert. In Bad Iburg werden auf den Flächen im Kneipp-Erblebnispark mit einem jeweiligen Abstand von 1,50 Metern 19 Kreise aufgetragen, in denen sich Gruppen aufhalten dürfen. In den vergangenen Wochen konnten in dem beliebten Park wegen der zahlreichen Besucher oft die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.

Gert Westdörp

18. Juni 2020: Der Corona-Krisenstab in Osnabrück wird angesichts gesunkener Fallzahlen aufgelöst. Das Morgenland Festival startet mit seiner Online-Editon auf Youtube.

22. Juni 2020: Niedersachsen leitet die fünfte und letzte Stufe der Corona-Lockerungen ein.

  • Kindertagesstätten kehren zum eingeschränkten Normalbetrieb zurück.
  • Theater und Kinos dürfen wieder öffnen. Die Zuschauer müssen sich an den Mindestabstand halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Zahl der Besucher ist auf 250 beschränkt.
  • In der Öffentlichkeit dürfen sich künftig Gruppen bis zu zehn Personen treffen. Wenn die Gruppen aus Angehörigen oder Mitgliedern von höchstens zwei Haushalten bestehen, dürfen sich auch mehr als zehn Personen treffen.
  • Picknicken und Grillen im Freien ist wieder erlaubt.
  • Amateur-Sportvereine können wieder bis zu 250 Zuschauer empfangen, wenn sie den Mindestabstand einhalten. Kommen mehr als 50 Zuschauer, müssen sie Sitzplätze einnehmen. Mannschaftssportarten wie Fuß-, Hand- oder Basketball bleiben verboten.
  • Schulveranstaltungen wie Zeugnisübergaben, Verabschiedungen und Einschulungsfeiern mit bis zu 250 Personen können unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder in geschlossenen Räumen stattfinden. Sportunterricht an Schulen ist unter Auflagen wieder möglich. Gruppenreisen für Kinder und Jugendliche sind wieder erlaubt. Allerdings dürfen maximal 16 Personen teilnehmen. Klassenfahrten bleiben dagegen weiterhin untersagt. 
  • Chöre und Blasorchester dürfen wieder im Freien proben.
  • Hotels und andere Beherbergungsbetriebe dürfen wieder alle Betten belegen. In Restaurants muss es keinen Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen mehr geben. 
  • In Tagespflegeeinrichtungen dürfen wieder alle Plätze belegt werden.

23. Juni 2020: In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden die Osnabrück-Halle, die Lagerhalle, das Alando, der Rosenhof, die IHK sowie die Hotels Vienna House Remarque und Easy mit roten Licht bestrahlt. Sie sind Teil des bundesweiten Aktion „Night of Light“, mit der mehr als 3000 Eventlocations und Spielstätten in 250 Städten vor dem Niedergang der Branche wegen der Corona-Krise warnen wollen.

24. Juni 2020: Nachdem sich im Umfeld der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mehr als 1500 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert haben, ordnet die nordrhein-westfälische Landesregierung einen Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf an. Stadt und Landreis Osnabrück beschließen daraufhin, dass alle Vorschriften, die vom Land Nordrhein-Westfalen für die beiden betroffenen Kreise erlassen worden sind, für alle Menschen aus Gütersloh und Warendorf deckungsgleich in der gesamten Region Osnabrück gelten. Bis zum 30. Juni dürfen die Bewohner aus diesen beiden Kreisen in Osnabrück und Umgebung keine Freizeitanlagen und Veranstaltungen besuchen. Auch der Besuch von Bars und Gaststätten, Schwimmbädern, Wellnesseinrichtungen und Fitnessstudios ist verboten. Schulen und Kindergärten dürfen von Kindern aus der Nachbarregion nicht besucht werden.
dpa/David Inderlied



30. Juni 2020: Am Monatsende sind insgesamt 1742 Menschen in Stadt und Landkreis Osnabrück positiv auf das Coronavirus getestet worden, 42 mehr als Ende Mai. 1647 Erkrankte gelten als genesen. Im Juni sind zwei Menschen an Covid-19 gestorben. 

1. Juli 2020: Für die rund 2400 Mitarbeiter beim Volkswagenwerk in Osnabrück endet die Kurzarbeit.

5. Juli 2020: Das Osnabrücker Symphonieorchester gibt nach dreieinhalb Monaten im Theater am Domhof sein erstes Konzert vor Publikum unter Coronabedingungen.

Thomas Osterfeld

6. Juli 2020: In Niedersachsen werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert:

  • Die erlaubte Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wird von 250 auf 500 angehoben. Voraussetzung ist weiterhin, dass die Zuschauer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen die Gäste in geschlossenen Räumen einen Mund-Nase-Schutz tragen und Sitzplätze einnehmen. Neu ist, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz ablegen dürfen. 
  • Mannschaftssport wie Fuß-, Hand- oder Basketball ist ohne Abstand wieder erlaubt, wenn er in Kleingruppen von nicht mehr als 30 Personen erfolgt. 

8. Juli 2020: Im Zoo werden die Besuchsobergrenze und die Reservierungspflicht aufgehoben. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, das Corona-Testzentrum am Limberg ab dem 10. Juli zu schließen. Als Grund nannte die KVN unter anderem rückläufige Anmeldezahlen.

David Ebener

10. Juli 2020: Das Corona-Testzentrum am Limberg bleibt nun doch geöffnet. Stadt und Landkreis Osnabrück übernehmen ab Montag, 13. Juli, den Betrieb des Testzentrums von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Die KVN zeigte sich auf Nachfrage überrascht von der Entscheidung des Landkreises.

13. Juli 2020: Hoteliers, Gastronomen und Veranstalter in Osnabrück müssen ab heute Hygienekonzepte erstellen. Im Konzept muss unter anderem nachvollziehbar sein, wie die Abstandsregel von anderthalb Metern eingehalten werden kann und wie viele Personen entsprechend der räumlichen Kapazitäten Platz finden würden. Der Bürgerbus von Wallenhorst nach Wersen nimmt seine Fahrten wieder auf.

18. Juli 2020: Das Schinkelbad und das Nettebad kehren in den Normalbetrieb zurück. Auch der Freizeit- und Saunabereich des Nettebads ist wieder geöffnet. Die Buchung von Eintrittskarten über das Internet und die Anmeldung für bestimmte Zeitfenster entfallen. Eine Besucherhöchstgrenze gibt es aber weiterhin.

28. Juli 2020: Am Flughafen Münster/Osnabrück starten die kostenlosen Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten.

5. August 2020: Die Kassenärztliche Vereinigung übernimmt erneut den Betrieb des Corona-Testzentrums am Limberg. Dort sollen vor allem Reiserückkehrer getestet  werden, auch jene, die mit Auto, Bus oder Bahn aus dem Urlaub kommen. In der Flüchtlingsunterkunft in Bramsche-Hesepe sind die ersten Coronafälle aufgetreten. Bei zwei Bewohnern, die am Juli in Hesepe eingetroffen sind, wurde eine Infektion mit dem Virus festgestellt.

8. August 2020: In Osnabrück findet der erste von drei „Sommerspaziergängen“ gegen die Corona-Beschränkungen statt. Elf Teilnehmer ziehen wütend durch die Innenstadt. Angemeldet waren 70 Personen.

Hendrik Steinkuhl

10. August 2020: Die Kitas in Osnabrück starten nach dreiwöchigen Ferien wieder im Regelbetrieb. Weil das Niedersächsische Kultusministerium die konkreten Vorgaben zu spät mitgeteilt hat, kommt es anfangs noch zu Einschränkungen.

19. August 2020: Im Schlossinnenhof eröffnet Reverend Hardy Hardon eine Reihe von Live-Veranstaltungen unter dem Titel „Hände in die Luft - der Kultursommer im Schlossinnenhof“. Nach monatelanger coronabedingter Abstinenz kommt das Publikum endlich wieder in den Genuss von Live-Konzerten. Die Dienstleister rund um die Veranstaltungsbranche versuchen mit den Auftritten, das nun schon seit Mitte März brachliegende Geschäft zu reanimieren. Möglich macht es eine einmalige Kooperative von Lagerhalle, Zukunftsmusik, Rosenhof und Osnabrückhalle, die sich in der Corona-Krise zu der Solidargemeinschaft „Hände in die Luft“ zusammengeschlossen haben. 

Thomas Osterfeld

21. August 2020: Corona-Ausbruch in der AWO-Kita an der Bachstraße in Alt-Lotte. Nachdem eine heilpädagogische Erzieherin positiv auf Covid-19 getestet wurde, müssen 80 Kinder für zwei Wochen in Quarantäne.

25. August 2020: Maskenpflicht im Unterricht? Zu dieser Frage gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück sowie dem Land Niedersachsen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz sprechen sich Landrätin Anna Kebschull und Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während des Schulunterrichts aus. Aufgrund der seit Ende Juli ansteigenden Infektionszahlen befürchten sie, dass sich die Kinder in der Schule mit dem Coronavirus infizieren und zu Hause ihre Familienangehörigen anstecken könnten. Da das Land Niedersachsen, anders als das benachbarte Nordrhein-Westfalen, eine Maskenpflicht ablehnt, haben die Kommunalpolitiker jedoch rechtlich keine Möglichkeit, das Tragen einer Maske anzuordnen. Sie können nur eine Empfehlung aussprechen.

27. August 2020: Nach den Sommerferien beginnt in den Schulen wieder der reguläre Unterricht. Zum ersten Mal seit Mitte März werden alle Schüler einer Klasse wieder gemeinsam unterrichtet. Aber trotzdem ist alles anders: Die Abstands- und Hygienevorschriften sind eine große Herausforderung für die Schulen.

28. August 2020: Am Freitag verstirbt eine 53-jährige Frau an den Folgen des Coronavirus. Die Frau ist das 83. Todesopfer in Stadt und Landkreis Osnabrück. Nach Angaben des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Osnabrück sei die Frau vorerkrankt gewesen.

29. August 2020: Die Diskothek Neo an der Pagenstecherstraße wird wegen grober Verstöße gegen die die Corona-Hygienevorschriften für zwei Tage geschlossen. Bei einer gemeinsamen Kontrolle haben Stadt und Polizeiinspektion Osnabrück eine gut gefüllte Tanzfläche vorgefunden. Außerdem trugen die meisten der rund 200 Gäste tragen keinen Mund-Nasen-Schutz und die Gästedaten waren nicht vorschriftsmäßig dokumentiert.  Der Betreiberin der Diskothek droht nun ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro.

31. August 2020: Der Ossensamstag 2021 fällt aus. Der Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval sagt wegen der Corona-Pandemie alle von ihm organisierten Veranstaltungen der Session 2020/2021 ab. Dazu gehören neben dem Ossensamstag auch die Weiberfastnachtsparty vor dem Rathaus und der Seniorenkarneval im Gasthaus Thies in Hasbergen-Gaste. 

1. September 2020: Im Osnabrücker Stadtteil Sutthausen findet das erste virtuelle Bürgerforum statt.

2. September 2020: Die Stadt Osnabrück meldet die ersten Corona-Fälle nach Wiederbeginn des Schulunterrichts und der Kinderbetreuung nach den Sommerferien. Betroffen sind ein Kind der Grundschule Voxtrup und eine Mitarbeiterin der Kindertagesstätte St. Michaelis in Eversburg. Einen Tag ordnet das  Gesundheitsamt für drei weitere Schüler der Grundschule eine zweiwöchige Quarantäne an.

Rolf Vennenbernd/dpa
(Symbolbild)

Bei einer landesweiten Kontrollaktion stellt die Polizei in Stadt und Landkreis Osnabrück mehr als 250 Verstöße gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr fest. Während die große Mehrheit der Fahrgäste in den Bussen einen Mund-Nasen-Schutz trägt, ist vielen nicht bewusst, das auch an den Bushaltestellen eine Maskenpflicht besteht.

3. September 2020Die Jobmesse in Braunschweig darf wie geplant stattfinden. Das Verwaltungsgericht Braunschweig gibt damit der Osnabrücker Messeagentur Barlag recht, die gegen die Verlängerung des vollständigen Verbots von Messen und Kongressen durch die Landesregierung geklagt hatte.

4. September 2020: Nach Angaben des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Osnabrück sind vor allem junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren in den vergangenen Tagen deutlich häufiger von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen gewesen als ältere. Zwei Gründe seien dafür hauptursächlich: Auf der einen die intensiveren Freizeitaktivitäten Jugendlicher und junger Erwachsener. Auf der anderen Seite die gestiegene Vorsicht und Risikominimierung in Gemeinschaftseinrichtungen für ältere Menschen. 

5. September 2020: Bei einer Kundgebung der „Bürgerbewegung Osnabrück“ demonstrieren auf dem Rathausplatz rund hundert Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Unter den Rednern sind Christoph Gringmuth, leitender Mitarbeiter der Osnabrücker Hochschule, und der Bissendorfer CDU-Politiker Uwe Alschner.

6. September 2020: Erste Corona-Fälle an einer Schule im Landkreis: Vier Schüler des Artland-Gymnasiums Quakenbrück haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wenige Tage später erhöht sich die Zahl auf acht. Insgesamt werden 14 Klassen und Kurse sowie ein Großteil eines Oberstufenjahrgangs unter Quarantäne gestellt ebenso wie 43 Lehrer. Ein Präsenzunterricht ist so nicht mehr möglich. Das Gymnasium ist damit die erste Schule in Niedersachsen, die nach Beginn des Regelbetriebes wieder geschlossen wird.

7. September 2020: Die Stadt Osnabrück meldet den nächsten Corona-Fall in einer Kindertagesstätte. Betroffen ist eine Person des pädagogischen Fachpersonals in der städtischen Kita Schinkel. Mehrere Kinder und Erzieher sind in Quarantäne.

10. September 2020: In zwei weiteren Schulen und Kitas in Osnabrück treten Corona-Infektionen auf. In der Kita Atter wird eine Erzieherin positiv auf Corona getestet. Für die betroffene Gruppe und insgesamt vier Erzieher wird Quarantäne angeordnet. Wenige Tage später wird bei zwei weitere Erzieherinnen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Daraufhin werden alle Kita-Gruppen geschlossen. Nur die beiden Krippengruppen bleiben geöffnet. In der Felix-Nussbaum-Schule hat sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Für eine Klasse und sechs Lehrkräfte wird Quarantäne angeordnet. Auch in der Rosenplatzschule hat sich ein Schüler angesteckt. Insgesamt 19 Schüler und sechs Lehrkräfte müssen in Quarantäne.

15. September 2020: Aus der Kita Schelenburg in Bissendorf-Schledehausen wird ein Corona-Fall gemeldet. Eine Mitarbeiterin wurde positiv auf das Virus getestet. Rund 40 Kinder und ihre Erzieher müssen in Quarantäne. Für sie bauen die Johnniter eine mobile Teststation an der Kita auf. Die Stadt Georgsmarienhütte sagt die zehnte Auflage von „GMHütte on Ice“ ab.

17. September 2020: Die Osnabrücker Mahlzeit 2021 wird abgesagt. Damit bleibt Grünkohlkönig John McGurk ein Jahr länger im Amt.

19. September 2020: Quarantänewelle in Osnabrück: Nachdem drei Schüler der Heiligenwegschule in Osnabrück-Schinkel positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, werden von rund 200 Menschen in einer Groß-Testung Abstriche genommen. Alle Tests sind negativ. Insgesamt müssen sich 176 Schüler sowie 15 Lehrer in Quarantäne begeben. Die gesamten Jahrgänge eins, drei und vier werden in die häusliche Isolation geschickt. Der Präsenzunterricht wird für eine Woche ausgesetzt. Auch für einige Schüler der Wittekind-Realschule, der Berufsbildenden Schulen an der Brinkstraße und am Schölerberg wird Quarantäne angeordnet. Damit verdoppelt sich in der Region Osnabrück innerhalb eines Tages die Zahl der Menschen in häuslicher Quarantäne, von 547 auf 1087.

21. September 2020: Vier der rund zehn Mitarbeiter der Bürgerberatung im Fachdienst Bürgerengagement und Seniorenbüro der Stadt werden positiv auf das Coronaviurs getestet. Sämtliche Mitarbeiter gehen in die häusliche Quarantäne. Die Bürgerberatung wird für zwei Wochen geschlossen.

23. September 2020: Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen nimmt der Corona-Krisenstab der Stadt seine Arbeit wieder auf. Am 22. September lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt über 30. Damit hat Osnabrück nach Cloppenburg das zweithöchste Infektionsgeschehen in Niedersachsen.

25. September 2020: Zum ersten Mal seit knapp sieben Monaten spielt der VfL Osnabrück wieder vor Zuschauern an der Bremer Brücke. 3200 Fans verfolgen begeistert den 2:1-Sieg gegen Hannover 96. Wegen „grober Verstöße“ gegen die Corona-Auflagen wird die Bar Gleis 3 in Osnabrück für zwei Tage geschlossen. Bei stichprobenartigen Kontrollen hatten Ordnungsamtsmitarbeiter festgestellt, dass sich zahlreiche Gäste nicht an die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und das Tanzverbot gehalten und ihre Datenbögen nicht abgegeben hatten.

4. Oktober 2020: Viele Schausteller haben letztmals auf den Weihnachtsmärkten im vergangenen Jahr Einnahmen erwirtschaften können. Seit heute können zumindest einige von ihnen ihre Buden und Fahrgeschäfte in Osnabrück wieder eröffnen. Unter strengen Hygienevorschriften findet der sogenannte „Spezial-Markt" bis zum 24. Oktober statt.

Hermann Pentermann

Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz ist im Landkreis zum ersten Mal höher als in der Stadt. Besonders hohe Infektionszahlen werden aus Georgsmarienhütte und Rieste gemeldet. 

5. Oktober 2020: Welche Symptome haben Betroffene, wie verläuft die Krankheit und wie verbreitet sich das Virus? Diesen Fragen geht eine Studie des renommierten Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung nach. Mehrere tausend Menschen aus Stadt und Landkreis Osnabrück sind aufgerufen, zwischen dem 14. Oktober und dem 11. November, freiwillig an der Corona-Antikörperstudie teilzunehmen.

6. Oktober 2020: Weil die Corona-Infektionszahlen seit dem Sommer wieder steigen, fahren viele Unternehmen in der Region Osnabrück ihre Schutzmaßnahmen hoch. Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern an, sich freiwillig und auf Kosten des Arbeitgebers alle 14 Tage testen zu lassen, um mögliche Infektionsketten schnell zu erkennen.

9. Oktober 2020: Im Erstaufnahmezentrum am Natruper Holz wird zum ersten Mal ein Flüchtling positiv auf das Corona-Virus getestet. Der Mann, seine Frau und sein Kind werden isoliert.

10. Oktober 2020: Massiver Corona-Ausbruch in Bad Essen: Im Alten- und Pflegeheim „Vitalis-Wohnpark“  haben sich 41 Personen mit dem Coronavirus infiziert, 28 Bewohner und 13 Mitarbeiter. Eine 85-jährige Seniorin, die sich seit dem 9. Oktober in einem Krankenhaus in Ostercappeln in Behandlung befand, ist  noch am gleichen Tag verstorben. Für alle Bewohner wird eine zimmerbezogene Quarantäne angeordnet. Am 11. Oktober können sich all bislang noch nicht getesteten Mitarbeiter des Heims und rund 200 Besucher, die in den letzten Tagen im Wohnpark waren, in der Oberschule an der Platanenallee auf das Coronavirus testen lassen. Der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Osnabrück steigt nach diesem Ausbruch auf über 40.

Fotostand / Gelhot

11. Oktober 2020: Zwei Spieler des VfL Osnabrück wurden positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet und müssen mindestens für zehn Tage in Quarantäne.17 weitere Spieler, die in der vorangehenden Woche mit den zwei Infizierten engen Kontakt hatten, müssen sich ebenfalls in die häusliche Isolation begeben. Daraufhin sagt der VfL das für den 18. Oktober geplante Spiel gegen Darmstadt 98 ab.

14. Oktober 2020: Die 7-Tage-Inzidenz steigt im Landkreis Osnabrück auf 52,2 und überschreitet damit den kritischen Wert von 50. Damit gelten ab dem 15. Oktober im Landkreis Einschränkungen etwa bei privaten Zusammenkünften. Auslöser für den massiven Anstieg der Neuinfektionen sind private Feiern in Rieste und 52 (Stand 14.10.) Corona-Fälle in einem Alten- und Pflegeheim in Bad Essen. Für Verwirrung sorgen unterschiedliche Inzidenzwerte. Während laut Gesundheitsamt Osnabrück die 7-Tage-Inzidenz im Kreis bereits am Mittwoch. 14. Oktober, die 50er-Schwelle überschreitet, meldet das Land Niedersachen erst am folgenden Tag mit 52,8 einen Wert über 50. Dem Robert-Koch-Institut zufolge liegen die Inzidenzwerte für beide Tage mit 42,4 und 45,0 noch unter dem kritischen Wert.

16. Oktober 2020: Die Polizei löst eine Party in einer Shisha-Bar an der Hamburger Straße auf. Besucher und Personal hatten gegen die Corona-Hygienevorschriften verstoßen. 

18. Oktober 2020: Die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Osnabrück steigt auf 39,5. Damit treten neue Einschränkungen in Kraft: In Außenbereichen dürfen nur noch maximal 25 Personen zusammen feiern. In angemieteten Räumen dürfen sich höchstens 50 Personen treffen.

19. Oktober 2020: In Bippen wird die erste Corona-Infektion registriert. Damit gibt es im Landkreis keine Gemeinde ohne Corona-Fälle mehr.

21. Oktober 2020: In der Stadt Osnabrück steigt der 7-Tage-Inzidenzwert auf 55,3 und überschreitet die kritische Marke von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und die Leiterin des Krisenstabs, Katharina Pötter, verkünden neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die ab dem 22. Oktober gelten:

  • Sperrstunde: Alle Gastronomiebetriebe in der Stadt müssen von 23 bis 6 Uhr geschlossen bleiben.
  • Maskenpflicht: In großen Teilen der Fußgängerzone und den anliegenden Straßen wie der Hasestraße muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
  • VfL Osnabrück: Die beiden nächsten Heimspiele müssen ohne Zuschauer ausgetragen werden.
  • Feiern und Zusammenkünfte: Privat, im öffentlichen Raum und in der Gastronomie dürfen sich nur noch bis zu zehn Personen aus maximal zwei Haushalten treffen.

22.Oktober 2020: Der Gastwirt des „Red Shamrock“ in Osnabrück stellt beim Osnabrücker Verwaltungsgericht einen Eilantrag gegen die von der Stadt verhängte Sperrstunde.

23. Oktober 2020: Das Verwaltungsgericht Osnabrück gibt dem Eilantrag des „Red Shamrock“-Wirts gegen die von der Stadt verhängte Sperrstunde statt. Laut Einschätzung des Gerichts ist die Bestimmung der Stadt, auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes eine Sperrstunde zu erlassen, unverhältnismäßig. Rechtskräftig ist der Beschluss allerdings noch nicht. Der Gastronom geht weiter rechtlich gegen die Sperrstunde vor. Beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg stellt er einen Antrag gegen die vom Land Niedersachsen am 22. Oktober verkündete Sperrstunde. Außerdem stellt er beim Osnabrücker Verwaltungsgericht einen weiteren Antrag. Darin geht es um die Feststellung, dass die verordnete Sperrstunde des Landes dem Betrieb seiner Gaststätte nicht entgegensteht.   

Der Gesundheitsdienst für Stadt und Landkreis verwendet ab heute die für die Sieben-Tage-Inzidenz die Inzidenzwerte des  Landes Niedersachsen. Bisher hatte der Gesundheitsdienst die eigenen Daten veröffentlicht. 

26. Oktober 2020: Das Verwaltungsgericht Osnabrück gibt dem Eilantrag des Gaststättenbetreibers statt, der sich gegen die in der Niedersächsischen Corona-Verordnung geregelte Sperrstunde wendet. Der Antragsteller darf seine Gaststätte „The Red Shamrock“ bis auf Weiteres auch in der Zeit von 23 bis 6 Uhr öffnen. 

Nach den Herbstferien beginnt wieder der Unterricht in den Schulen. Da die Sieben-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis über 50 liegt, wird den Schülern ab der fünften Klasse empfohlen, auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Außerdem müssen die Räume alle 20 Minuten fünf Minuten lang gelüftet werden. Das Corona-Testzentrum zieht von der ehemaligen Kaserne am Limberg zur früheren Winkelhausenkaserne.

Michael Gründel
Erster Unterrichtstag nach den Herbstferien an der Thomas-Morus-Schule in Osnabrück. Kim (15 Jahre) und die anderen Schülerinnen und Schüler tragen Mund-Nasen-Schutz.

27. Oktober 2020: Der historische Weihnachtsmarkt in Osnabrück wird abgesagt. Die Schausteller, das Marketing Osnabrück (mo) und die Stadt sind sich einig, dass aufgrund der steigenden Infektionszahlen der Weihnachtsmarkt nicht zu verantworten ist. Die Schausteller können aber mit ihrem Spezial-Markt bis zum 23. Dezember in der Innenstadt bleiben. Es können sogar noch zehn bis 15 Standorte hinzukommen. Das ganze soll im „weihnachtlichen Look“ erfolgen, so mo-Chef Alexander Illenseer. Die Krankenhäuser in Osnabrück und Umgebung schränken die Patientenbesuche wieder ein. Jeder Patient darf nur noch einmal am Tag für maximal 60 Minuten besucht werden. Die Besuchszeit beschränkt sich auf 15 bis 18 Uhr. 

Eine Verfügung der Stadt untersagt dem Wirt des „Red Shamrock“ den Verkauf von Alkohol in seiner Gaststätte zwischen 23 und 6 Uhr.

28. Oktober 2020: Die Stadt Osnabrück erlässt Bußgeldbescheide die Clubs Gleis 3 und Neo. Die Betreiber sollen je 10.000 Euro zahlen, da bei Kontrollen Verstöße gegen die Corona-Verordnungen festgestellt wurden.

29. Oktober 2020: Nach einer Entscheidung des Osnabrücker Verwaltungsgerichts darf der Wirt des „Red Shamrock“ zwischen 23 und 6 Uhr keinen Alkohol in seiner Gaststätte verkaufen. Er scheitert mit einem Antrag gegen eine entsprechende Verfügung der Stadt. Der Gastronom will dagegen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen. Daraufhin hebt die Stadt das Verbot auf. Im „Red Shamrock“ darf jetzt auch zwischen 23 und 6 Uhr Alkohol ausgeschenkt werden. Wenige Stunden später kippt das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die coronabedingte Sperrstunde und das Außer-Haus-Verkaufsverbot für Alkohol in Niedersachsen.

Das Osnabrücker Verwaltungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht in der Innenstadt ab. 

31. Oktober 2020: 250 Personen demonstrieren beim „Fest für Freiheit und Frieden“ vor dem Hauptbahnhof gegen die Corona-Politik der Bundesregierung. Mehr als 100 Demonstranten tragen dabei keine Maske. Die Polizei ist dagegen machtlos, da die meisten eine ärztliche Befreiung von der Maskenpflicht vorlegen können. Auf Einladung der Veranstalter, der „Bürgerbewegung Osnabrück“, sprechen prominente Corona-Kritiker wie der Schriftsteller Hermann Ploppa, der Osnabrücker Sozialarbeiter Hannes Henkelmann und der Journalist Anselm Lenz.

1. November 2020Der Spezial-Markt in der Osnabrücker Innenstadt muss vorzeitig schließen. Wegen der neuen Kontaktbeschränkungen ist eine Verlängerung bis zum 23. Dezember nicht möglich.

2. November 2020: In Deutschland und Niedersachsen treten weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Kraft. Der „Lockdown light“ soll zunächst für vier Wochen gelten:

  • Treffen in der Öffentlichkeit: Außerhalb der eigenen Wohnung dürfen Menschen sich nur noch mit engen Angehörigen sowie Personen, die dem eigenen Hausstand oder einem weiteren Hausstand angehören, treffen. Insgesamt dürfen sich maximal zehn Personen in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten. Für Kinder bis zwölf Jahren gilt die Regelung nicht.
  • Private Treffen: Bei privaten Zusammenkünften in der eigenen Wohnung, in eigenen geschlossenen Räumlichkeiten sowie im eigenen Garten, dürfen nur noch maximal zehn Personen zusammenkommen. Diese dürfen höchstens zwei verschiedenen Haushalten angehören. Ausgenommen sind enge Angehörige und Kinder bis zu zwölf Jahren.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt sind Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Auch Mensen, Cafeterien und Kantinen dürfen öffnen.
  • Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Ausstellungen, Bibliotheken, Kulturzentren, Messen, Kinos, Freizeitparks, Zoos, Indoorspielplätze, Jugend- und Gemeinschaftszentren, Saunen, Spielhallen, Wettannahmestellen und Bordelle. 
  • Veranstaltungen und Versammlungen: Alle Veranstaltungen mit sitzendem oder stehenden Publikum, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Versammlungen im beruflichen Kontext oder Vereinsvorstandssitzungen sind nur noch mit bis zu 50 Besuchern zulässig, wenn jederzeit sichergestellt ist, dass das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden kann und alle ihre Sitzplätze einnehmen. Solange die Teilnehmer nicht sitzen, müssen sie eine Alltagsmaske tragen. Die zahlenmäßige Begrenzung gilt nicht für Zusammenkünfte in Kirchen, Friedhofskapellen, Moscheen, Synagogen und anderen Glaubens- oder Gemeindehäusern, sowie beim letzten Gand zur Grab- oder Beisetzungsstelle mit dortigem Aufenthalt.
  • Sport: Fitnessstudios sowie Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt. Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Individualsport ist erlaubt. Profisport ist nur ohne Zuschauer zugelassen.
  • Reisen und Hotels: Auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche soll verzichtet werden - auch im Inland. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.
  • Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen zum Beispiel bei Physiotherapeuten sind weiter möglich. Auch Friseursalons bleiben geöffnet.
  • Handel: Supermärkte sowie Geschäfte des Groß- und Einzelhandels bleiben geöffnet. Auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche darf sich aber nur ein Kunde aufhalten. Auch Wochenmärkte finden weiterhin statt.
  • Besuche in Alten- und Pflegeheimen sowie anderen Heimen dürfen nicht unverhältnismäßig eingeschränkt werden.
  • Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet. In der städtischen Volkshochschule finden nur noch Bildungsveranstaltungen für den zweiten Bildungsweg, der Programmbereich Deutsch als Zweitsprache, Integrationskurse und prüfungsorientierte, langfristige Lehrgänge der beruflichen Bildung statt. In der städtischen Musik- und Kunstschule wird der Gruppenunterricht, also zum Beispiel für Orchester und auch andere kleinere Ensembles, eingestellt. Einzelunterricht findet, wenn möglich, digital statt.  

In Niedersachsen müssen Schüler im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz tragen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über dem kritischen Wert von 50 liegt. Wenn der Wert darunter liegt, aber an einer Schule vom Gesundheitsamt eine Infektionsschutzmaßnahme wie die Quarantäne einer Klasse oder eines ganzen Jahrgangs angeordnet wurde, besteht ebenfalls eine Maskenpflicht im Unterricht für die gesamte Schule. Grundschulen sind von dieser Regelung ausgenommen. Wenn der Inzidenzwert über 100 liegt und für die Schule gleichzeitig eine Infektionsschutzmaßnahme angeordnet wurde, müssen Schulen ins „Szenario B“ wechseln. Das heißt, jeweils eine Hälfte einer Klasse hat Unterricht in der Schule und die andere Hälfte zu Hause. Dies gilt auch für Grundschulen.

3. November 2020: In allen Krankenhäusern der Region gilt ein generelles Besuchsverbot.

4. November 2020: Die Zahl der aktuell mit dem Coronavirus infizierten Personen in der Region steigt zum ersten Mal auf über 1000. Sie liegt jetzt bei 1028.

6. November 2020: Die Maskenpflicht für Schüler in Stadt und Landkreis wird verschärft. Ab jetzt müssen an den Allgemeinbildenden Schulen des Sekundarbereichs I und II Schüler und  Lehrer auch bei geteilten Schulklassen während des Unterrichts Masken tragen. Damit geht die Region über die Verordnung des Landes Niedersachsen hinaus, nach der im Unterricht kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, wenn ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 bei einer gleichzeitigen Infektionsschutzmaßnahme in geteilten Gruppen unterrichtet wird.

11. November 2020Die Zahl der Menschen in der Region, die an Covid-19 gestorben sind, erreicht die 100er-Marke. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine 80-jährige Frau aus Georgsmarienhütte.

12. November 2020: Ab sofort wird an weiterführenden Schulen in Stadt und Landkreis der Sportunterricht ausgesetzt.

19. November 2020: Im Landkreis werden die Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen wieder eingeschränkt. Zunächst bis Ende des Monats darf jeder Heimbewohner nur von einer bestimmten Person besucht werden. Vor dem Betreten der Einrichtung müssen sich Besucher einem Corona-Schnelltest unterziehen.

23. November 2020: Auf dem Gelände des Logistikzentrums des Landkreises in Bersenbrück wird ein neues Testzentrum eröffnet.

25. November 2020: An den Schulen in Stadt und Landkreis wird die Nachverfolgung von Kontaktpersonen auf das sogenannte Clustermodell umgestellt. Bei einem Infektionsfall in einer Schulklasse wird jetzt die gesamte Gruppe geschlossen für 14 Tage in Quarantäne geschickt. Bisher wurde jeder einzelne Kontakt des Infizierten verfolgt. Wird für eine Klasse Quarantäne angeordnet, dann gilt für alle anderen Klassen der Schule sofort das Szenario B, bei dem die geteilten Gruppen im Wechsel unterrichtet werden.

Die Stadt will in der Schlosswallhalle ein Corona-Impfzentrum einrichten. Die Pläne sehen vor, dass der Impfbetrieb theoretisch am 15. Dezember starten könnte - wenn bis dahin ein Impfstoff zugelassen und verfügbar ist. 

Michael Gründel

27. November 2020: Im Landkreis sollen zwei Impfzentren entstehen: in Wallenhorst auf dem ehemaligen Verkaufsgelände von „Toys'R'Us“ an der B68 und in Georgsmarienhütte im ehemaligen Gebäude von Möbel Meyer.

30. November 2020: Im November sind die Corona-Zahlen auf immer neue Rekordhöhen gestiegen. Es wurden mehr als 4000 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der aktuell Infizierten erreichte mit 1566 Personen am 22. November einen neuen Höchststand (zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der ersten Welle, am 11. April 2020, waren es 578 Fälle). Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Stadt und Landkreis weit über dem kritischen Wert von 50. Im Landkreis erreichte der Wert mit 254,1 am 21. November seinen bisherigen Höchststand. Einige Tage lang war der Kreis derjenige mit dem zweithöchsten Infektionsgeschehen in Niedersachsen. In der Stadt kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz von 113,8 am 1. November auf 168,8 am 27. November. Auch die Zahl der Toten stieg drastisch. Im November starben 20 Menschen in der Region an den Folgen einer Covid-19-Infektion.

1. Dezember 2020: Der „Lockdown light“ wird bis zum 20. Dezember 2020 verlängert und an einigen Stellen verschärft. Privat und in der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen. In Geschäften des Einzelhandels, deren Verkaufsfläche kleiner ist als 800 Quadratmeter, darf sich nur noch ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten. Ist die Fläche größer als 800 Quadratmeter, darf je 20 Quadratmeter nur ein Kunde eingelassen werden.

Die Maskenpflicht wird auf alle Innen- und Außenbereiche ausgeweitet, in denen sich Menschen auf engem Raum oder für längere Zeit aufhalten. In der Stadt Osnabrück bleiben der Innenstadtbereich, in denen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werde muss, unverändert. Im Landkreis muss jetzt auch auf allen Parkplätzen, Verkehrsflächen und Plätzen, die an Schulen oder Kindergärten grenzen, zwischen 7 und 17 Uhr eine Maske getragen werden, ebenso auf Wochenmärkten. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt im auch am Arbeitsplatz, wenn der Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann.

Auch für Schulen in Niedersachsen gelten neue Bestimmungen. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 müssen die Klassen ab dem siebten Jahrgang geteilt und abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet werden. In allen Bereichen, in denen nicht dauerhaft Abstand gehalten werden kann, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Für die Sekundarstufen I und II gilt diese Regelung auch im Unterricht, sofern sich mindestens eine Klasse oder Lerngruppe in Quarantäne befindet. Ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner müssen Schüler der beiden Sekundarstufen auch dann eine Maske im Unterricht tragen, wenn es keine Quarantäne oder Infizierten an der Schule gibt. Ab einer Inzidenz von 200 gilt die Maskenpflicht für alle Schüler, auch an Grundschulen. Wird ein Schüler positiv getestet müssen alle Mitschüler sofort in eine fünftägige Quarantäne. Wer dann negativ getestet wird, kann die Quarantäne beenden. Ab einer Inzidenz von 200 gilt auch in den Horten die Maskenpflicht.

2. Dezember 2020: An der Halle Gartlage können Selbstzahler ab heute einen Corona-Schnelltest machen lassen. Die Firma IDB Trade GbmH aus Hüde eröffnet ein Drive-in-Test-Zentrum am Rand der Innenstadt. Nach jeweils 15-20 Minuten sollen die Kunden ihr Testergebnis erhalten. Die Kosten: 39,90.

André Havergo

Im Klinikum Osnabrück wird ein trauriger Höchststand an Covid-19-Patienten erreicht. 45 nicht intensivpflichtige und neun intensivpflichtige Erkrankte werden im Krankenhaus am Finkenhügel versorgt. Da mit weiteren Patienten zu rechnen ist, werden eine chirurgische und eine internistische Station mit jeweils 24 Betten freigeräumt.

5. Dezember 2020: Der Wochenmarkt auf der Großen Domsfreiheit wird auf den Domvorplatz ausgedehnt. Dort hin werden drei Obst- und Gemüsestände verschoben, damit die Sicherheitsabstände besser eingehalten werden können.

8. Dezember 2020: In der Osnabrück-Halle eröffnet ein zweites Corona-Schnelltestzentrum. Sechs Mitarbeiter der Firma GVO-Personal können täglich bis zu 300 Antigen-Tests durchführen. Zusätzlich ist ein mobiles Team unterwegs, das zum Beispiel in Altenheimen Schnelltests durchführt. Die Kosten: 35 Euro pro Test.

14. Dezember 2020: Die Präsenzpflicht an den Schulen wird aufgehoben. Wenn irgendwie möglich, sollen Eltern ihre Kinder zu Hause lassen. Auch der Betrieb der Kitas wird heruntergefahren. Wer es einrichten kann, soll seine Kinder zu Hause betreuen.

15. Dezember 2020: An der Hansastraße wird ein drittes privates Corona-Schnelltestzentrum eröffnet. Getestet wird nach dem Drive-In-Konzept, bei dem der Corona-Test durch das geöffnete Autofenster erfolgt.

16. Dezember 2020: Ab heute gilt bundesweit ein strenger Lockdown. Geschäfte des Einzelhandels werden geschlossen. Nur Läden mit lebensnotwendigen Sortimenten – also beispielsweise Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Post und Banken – bleiben offen. Friseure, Kosmetikstudios und ähnliche Betriebe im Bereich der Körperpflege müssen schließen. Gastronomiebetriebe bleiben weiterhin geschlossen. Die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause durch Gastronomiebetriebe sowie der Betrieb von Kantinen bleiben möglich. Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit wird verboten. Gottesdienste sind nur erlaubt, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Das gemeinsame Singen wird untersagt. Diese Regelungen gelten zunächst bis zu 10. Januar 2021.

18. Dezember 2020: In der Stadt Osnabrück müssen bis zum 10. Januar 2021 Erwachsene auch auf Spiel- und Bolzplätzen sowie im Skatepark einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auf Wochenmärkten und in einem Umkreis von 50 Metern wird der Verzehr von Speisen untersagt

21. Dezember 2020: Das Gesundheitsamt von Stadt- und Landkreise weist den 200. Todesfall aus. Die Krankenhäuer der Region bereiten sich auf eine steigende Zahl der Corona-Patienten vor. Im Marienhospital Osnabrück werden fünf von insgesamt 21 Stationen geräumt. Es wird nur noch ein Drittel des üblichen OP-Programms angeboten. Im Klinikum Osnabrück werden drei Stationen für Patienten geräumt, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Auch hier werden planbare Operationen eingeschränkt. 

David Ebener

23. Dezember 2020: Nach Angaben des Landkreises Osnabrück sind bislang in 40 der 57 stationären Senioreneinrichtungen im Landkreis Corona-Infektionen aufgetreten. Aktuell gebe es in 17 Einrichtungen im Landkreis – und somit fast in jedem dritten Heim – Corona-Fälle. Einen Tag vor Heiligabend bilden sich lange Schlangen vor dem Corona-Testzentren in der Osnabrück-Halle sowie an der Halle Gartlage. Nur ein Bruchteil der Test fällt dabei positiv aus.

25. Dezember 2020: Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland treffen die ersten Impfstoffdosen in den einzelnen Bundesländern ein. Der Landkreis Osnabrück erhalte im ersten Schritt 975 Impfdosen. Sie seien allesamt für Alten- und Pflegeheime vorgesehen, heißt es dazu. Trotz des allgemeinen Aufforderung auf Weihnachtsgottesdienste zu verzichten wird auch in der Region Osnabrück fleißig gefeiert – in manchen Kirchen quasi im Akkord.

27. Dezember 2020: Im Pflegezentrum Schlüter in Bad Rothenfelde bekommen die ersten Personen im Landkreis Osnabrück den Corona-Impfstoff injiziert.  Als erstes erhält Mitarbeiterin Nadine Heß eine Impfdosis. Ministerpräsident Stephan Weil ist am vor Ort und nennt den Start der Impfungen einen "echten Lichtblick".

29. Dezember 2020: Stadt und Landkreis Osnabrück beschließen Maßnahmen, um eine massenhafte Infektion mit dem Coronavirus an Silvester zu verhindern. In Osnabrück wird das Zünden von Feuerwerkskörpern und Knallern im Schlossgarten, auf dem Neumarkt, in Teilen der Altstadt und in den Grünanlagen des Westerbergs verboten. Auch der Landkreis verbietet Feuerwerke auf bestimmten Plätzen in Bramsche, Dissen, Glandorf, Hagen und Quakenbrück. Wenn die Mindestabstände eingehalten werden, sind Feuerwerke außerhalb dieser Gebiete erlaubt. Praktisch wird das aber kaum möglich sein, denn der Verkauf von Raketen und Knallern ist verboten. In der Neujahrsnacht gilt außerdem ein An- und Versammlungsverbot, sodass es nicht möglich ist, auf der Straße mit den Nachbarn anzustoßen. Privat dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Die Polizei kündigt an, in der Silvesternacht ihre Präsenz zu verstärken und die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren.

30. Dezember 2020: Am Morgen trifft der Impfstoff gegen das Coronavirus in der Stadt ein und wenige Stunden später kann auch in Osnabrück mit den Impfungen begonnen werden. Als erstes erhält Hans Brüninghaus im Küpper-Menke-Stift eine Injektion. Er haben nicht mal einen Piks gemerkt, freut sich der 85-Jährige. Fast alle Bewohner des Seniorenheims und sehr viele Mitarbeiter wollen sich impfen lassen. In den nächsten Tagen gehen die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen weiter, wobei mit den größten Einrichtungen begonnen wird.  

Auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert wird bei dieser Gelegenheit geimpft. Da zu viele Impfdosen aufgetaut wurden, können auch einige der Anwesenden einen Piks bekommen, auch wenn sie nach der Impfverordnung noch gar nicht dran wären. In Leserkommentaren und bei Facebook bricht daraufhin eine Welle der Empörung über Griesert los.

31. Dezember 2020: Im Dezember stiegen die Corona-Zahlen, mit Ausnahme der Todesfälle, nicht mehr so stark, wie in den vorangegangenen Monaten, sie blieben aber auf einem hohen Niveau. Es wurden mehr als 3200 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der aktuell Infizierten nahm leicht ab, von 1297 am 1. Dezember auf 1170 am 31. Dezember. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Stadt und Landkreis am Monatsende mit 148,3 und 146,6 noch weit über dem kritischen Wert von 50. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus starben, stieg dramatisch an. Im Dezember wurden 111 Todesfälle gemeldet.

1. Januar 2021: Eine ungewöhnliche Neujahrsnacht in der Region. Die Osnabrücker Innenstadt ist fast menschenleer. Nur vereinzelt sind Menschen unterwegs, um kleine Feuerwerke zu zünden. Verkaufsverbote und Einschränkungen für das Abbrennen von Knallkörpern zeigen überall Wirkung. Die Polizei berichtet, dass die Corona-Beschränkungen „in sehr hohem Maße“ eingehalten wurden.

Jörn Martens

6. Januar 2021: Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in der Region erreicht einen neuen Höchststand. Nach der Statistik des Gesundheitsdienstes befinden sich insgesamt 143 Covid-Patienten in den Krankenhäusern , davon 34 auf den Intensivstationen. Von den insgesamt 21 Stationen im Marienhospital  werden fünf vollständig und zwei weitere teilweise geschlossen, weil für die Versorgung der Corona-Patienten doppelt so viel Personal benötigt wird.

7. Januar 2021: Der Landkreis Osnabrück hat mit einer 7-Tage-Inzidenz von 182,1 den höchsten Wert in ganz Niedersachsen. Zahlreiche Händler, Gewerbetreibende und Dienstleister gründen aus Verärgerung über die politischen Entscheidungen in der Corona-Pandemie das Aktionsbündnis #handelstehtzusammen. In einer Petition fordern sie wirksame Entschädigungen oder eine zeitnahe Wiedereröffnung ihrer Geschäfte. Bis heute haben sie fast 13 000 Unterschriften gesammelt, darunter 5000 Einzelhändler. Aus Osnabrück stehen IBIO Fashion und L&T auf der Unterstützerliste.

9. Januar 2021: Wohin mit den ausgedienten Tannenbäumen? Die meisten Weihnachtsbaum-Sammelaktionen in der Stadt werden abgesagt. Die Osnabrücker müssen ihre alten Bäume selbst zu Recyclinghöfen oder zum Abfallwirtschaftszentrum am Piesberg bringen. Dort herrscht in einem Areal, das eigens der Entsorgung von Weihnachtsbäume gewidmet ist, reges Treiben.

Swaantje Hehmann

10. Januar 2021: Der bestehende Lockdown wird bis zum 31. Januar 2021 verlängert und in einigen Punkten verschärft. Ab heute darf sich ein Haushalt privat und in der Öffentlichkeit nur noch mit einer weiteren Person treffen. Kindertageseinrichtungen und Kinderhorte bleiben geschlossen, es gibt aber eine Notbetreuung. Auch die Schulen bleiben zu. Es wird auf Distanzlernen umgestellt. Eine Ausnahme gibt es für Schüler, die in diesem Schuljahr eine Abschlussprüfung ablegen müssen. Sie werden im Wechsel in der Klasse und zu Hause unterrichtet. Auch für schriftliche Arbeiten ist der Schulbesuch erlaubt. Ab dem 18. Januar 2021 findet in Grundschulen sowie in Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung wieder Unterricht in geteilter Klassenstärke statt.

Die Stadt Osnabrück geht mit einigen Regeln über die Vorgaben des Landes Niedersachsen hinaus. So müssen die Schüler auch an Grundschulen durchgängig, also auch am Platz, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Der Sportunterricht fällt aus. Die geplante Entzerrung des Schulbesuchs für fünf der sechs innerstädtischen Schulen wird auf den 3. Februar 2021 verschoben. Nur in der Möser-Realschule beginnt der Unterricht für die Abschlussklassen 45 Minuten später. In Jugend- und Gemeinschaftszentren gilt für alle Besucher ab sechs Jahren eine Maskenpflicht.

11. Januar 2021: Die Corona-Pandemie macht auch vor jahrhundertealten Traditionen nicht halt. Seit 500 Jahren treffen sich Ratsmitglieder und Ehrengäste zum Jahresbeginn am Handgiftentag und reichen sich die Hände als Zeichen ihrer Bereitschaft, sich für das Wohl der Stadt einzusetzen. In Coronazeiten mit Abstands- und Hygieneregeln ist das nicht möglich. So steht Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in diesem Jahr allein im Friedenssaal und hält seine Rede vor Bildschirmen, auf denen die Ratsmitglieder und Ehrengäste per Video zugeschaltet sind.

Hermann Pentermann

Fast zur gleichen Zeit muss im Widukindland eine Bombe entschärft werden. 4200 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen — und das inmitten eines verschärften Corona-Lockdowns, wo man sich nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen darf. Die Stadt lockert deshalb die Kontaktbeschränkungen, so dass die Menschen bei Freunden und Verwandten unterkommen können. Außerdem werden in zwei benachbarten Schulen Evakuierungszentren eingerichtet, wo die Anwohner unter strengen Hygienevorkehrungen die Räumung der Bombe abwarten können.

12. Januar 2021: Stadt und Landkreis lehnen die Anschaffung von Raumluftreinigern in Unterrichtsräumen ab. Die Luftfilter seien kein Ersatz für regelmäßiges Lüften und außerdem sehr laut, begründet Stadtsprecher Sven Jürgensen die Entscheidung. In Münster wurden dagegen bereits im November Luftfilter für 300 Schulen gekauft.

13. Januar 2021: Das private Corona-Testzentrum in der Osnabrück-Halle ist wegen zu geringer Nachfrage wieder geschlossen. Die beiden anderen Testzentren an der Halle Gartlage und an der Hansastraße verkürzen ihre Öffnungszeiten.

Michael Gründel

15. Januar 2021: Im Marienhospital Osnabrück beginnen die Impfungen für Ärzte und Pfleger, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit Covid-19 anzustecken. Ab dem 18. Januar sollen auch die entsprechenden Mitarbeiter im Klinikum Osnabrück immunisiert werden.

19. Januar 2021: Die Zahl der Todesfälle steigt auf über 300. Die Kreisverwaltung legt fest, dass in einer Grundschule in Bad Rothenfelde der Einsatz von Raumluftreinigern getestet werden soll. Die Stadt Osnabrück lehnt Luftfilter weiterhin ab. 

20. Januar 2021: Bei Kontrollen in Lebensmittelmärkten und Imbissen stellen Polizei und Ordnungsaußendienst zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen fest. 24 der 31 überprüften Betriebe haben über kein oder kein ausreichendes Hygienekonzept. Hier droht ein Bußgeld zwischen 1000 und 3000 Euro. Auch Kunden und Beschäftigte halten sich häufig nicht an die Regeln. So werden 35 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Einzelpersonen eingeleitet, weil der Mund-Nasen-Schutz fehlt oder nicht richtig getragen wird.

Im Landkreis Osnabrück kann zurzeit niemand mehr gegen das Coronavirus werden, weil nicht genügend Impfstoff geliefert wird.

21. Januar 2021: Die Sieben-Tage-Inzidenez für die Stadt Osnabrück sinkt unter 100. Seit dem 29. Oktober lag die Inzidenz ständig über diesem Wert. Nur am 18. Dezember wurde die 100er-Grenze für einen Tag unterschritten.

25. Januar 2021: In Niedersachsen tritt eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Die bestehenden Regelungen werden verschärft und bis zum 14. Februar 2021 verlängert. Ab heute muss in öffentlich zugängigen Gebäuden und im öffentlichen Personenverkehr eine medizinische Maske getragen werden, eine einfache Stoffmaske reicht nicht mehr aus. Die Schüler in Grund- und Förderschulen sowie alle Abitur- und Abschlussklassen werden im Wechselunterricht nach „Szenario B“ unterrichtet. Sie können aber auf reinen Distanzunterricht umsteigen. Alle anderen Schüler bleiben im „Szenario C“, dem Distanzlernen. Die Kindertageseinrichtungen bleiben geschlossen, allerdings wird eine Notbetreuung für in der Regel bis zu 50 Prozent der Normalgruppengrößen angeboten. 

26. Januar 2021: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt mit 94,1 zum ersten Mal seit dem 29. Oktober 2020 wieder unter der 100er-Marke.

28. Januar 2021: Ab heute können alle über 80-Jährigen über eine Telefonhotline des Landes Niedersachsen einen Termin für eine Corona-Impfung vereinbaren. Der Start verläuft chaotisch. Die Telefonleitung ist überlastet und nur wenige Anrufer kommen durch und erhalten einen Termin. Für die Impfzentren des Landkreises in Georgsmarienhütte und Wallenhorst können Impftermine ab dem 1. Februar vergeben werden. Im Impfzentrum in der Osnabrücker Schlosswallhalle sind Impfungen frühestens ab dem 6. Februar möglich, da sich die Impfstofflieferung für die Stadt verzögert.

Bad Laer ist offiziell coronafrei. Zum ersten Mal seit dem 23. September 2020 gibt es keinen Corona-Infizierten mehr in dem  Kurort. Die Freude währt aber nur kurz. Schon einen Tag später meldet der Gesundheitsdienst einen neuen Infizierten in Bad Laer.

31. Januar 2021: Im Osnabrücker Impfzentrum in der Schlosswallhalle werden 16 Soldaten der Bundeswehr im Umgang mit Covid-19-Schnelltests geschult. In den kommenden drei Wochen sollen sie elf stationäre Pflegeheime bei der Durchführung der Schnelltests unterstützen.

Im Januar 2021 halbierte sich die Zahl der aktuell mit dem Coronavirus infizierten Menschen fast von 1204 auf 629. Entsprechend sank auch die Sieben-Tage-Inzidenz von 127,9 auf 68,4 im Landkreis und von 126,5 auf 69 in der Stadt. 92 Menschen starben an oder mit dem Coronavirus.

1. Februar 2021: Die Impfzentren in Wallenhorst und Georgsmarienhütte nehmen ihre Arbeit auf. Alois Schwegmann aus Hollage ist der erste von insgesamt 60 über 80-Jährigen, die im ehemaligen „Toys'R'Us“- Gebäude an der Borsigstraße in Wallenhorst geimpft werden. Sechs Impfärzte, 20 Impfbefähigte und 40 Verwaltungsmitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes werden in den nächsten Tagen jeweils 72 Menschen gegen das Coronavirus impfen. Im Georgsmarienhütter Impfzentrum im ehemaligen „Möbel Meyer“-Haus erhält die 88-jährige Ursula Nowack die erste Dosis. Hier sorgen 30 DRK-Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf.

3. Februar 2021: In Osnabrück wird der Unterrichtsbeginn an einigen Schulen entzerrt. Am Carolinum, an der Domschule, an der Hauptschule Innenstadt, an der Möser-Realschule, am Ratsgymnasium und an der Ursulaschule beginnt der Unterricht bis zum Beginn der Osterferien am 28. März eine Stunde später. Mit dieser Maßnahme soll die Gefahr einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus in Schulbussen verringert werden.

4. Februar 2021: In der Region Osnabrück werden zum ersten Mal Mutationen des Coronavirus bestätigt. Bei einer 41-jährigen Frau aus Osnabrück und einem 40-jährigen Mann aus Melle wurde die hoch ansteckende britische Variante B.1.1.7 des Coronavirus nachgewiesen.

5. Februar 2021: Auch in 14 Pflegeheimen des Landkreises Osnabrück werden Soldaten bei der Durchführung von Schnelltests eingesetzt. Der Einsatz der 16 Bundeswehrangehörigen ist zunächst bis zum 26. Februar geplant.

7. Februar 2021: Aus dem Alten- und Pflegeheim St. Marien in Belm wird ein Corona-Ausbruch mit der britischen Coronavirus-Mutation B.1.1.7. gemeldet. Insgesamt sind 14 Bewohner betroffen, die bereits am 25. Januar eine zweite Dosis des Biontec-Impfstoffs erhalten hatten. Das gesamte Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien werden unter Quarantäne gestellt.

8. Februar 2021: Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Osnabrück liegt mit 47,2 zum ersten Mal seit dem 20. Oktober 2020 wieder unter der 50er-Marke. Leider nur für drei Tage. Am 11. Februar liegt die Inzidenz mit 56, 3 wieder knapp über dem kritischen Wert. Im Impfzentrum am Flughafen Münster/Osnabrück beginnt die Impfung der über 80-Jährigen aus dem Kreis Steinfurt.

9. Februar 2021: Der Osnabrücker Rat beschließt, in diesem und im kommenden Jahr auf die Vergnügungssteuer bei gewerblichen Tanz- und Karnevalsveranstaltungen zu verzichten. Außerdem wird Unternehmen die Möglichkeit gegeben, Gewerbesteuerzahlungen aufzuschieben. Eine Aufstellung von Luftfiltern in Unterrichtsräumen lehnt der Rat erneut ab. Kinder aus sozial schwachen Familien, die wegen der Schulschließungen kein kostenloses warmes Mittagessen in den Mensen mehr bekommen, können eine Kochbox mit Lebensmitteln und Rezepten für die Zubereitung einer Mahlzeit erhalten.

11. Februar 2021: In der Eisfabrik Froneri am Burenkamp in Sutthausen wird die gesamte Produktion für zwei Wochen gestoppt, nachdem zwölf Mitarbeiter, die in einem Großraumbüro arbeiten, positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Bei der anschließenden Testung eines Großteils der insgesamt 850 Beschäftigten werden  210 weitere Corona-Fälle entdeckt. 398 Mitarbeiter haben ein negatives Testergebnis. In zwei Proben wird die britische Corona-Mutation B.1.1.7  nachgewiesen. Die Behörden nehmen deshalb an, dass sich alle Betroffenen mit der hochansteckenden Virusvariante infiziert haben. Für 1000 Personen wird eine Quarantäne angeordnet. Es handelt sich um den bisher größten lokalen Corona-Ausbruch in der Region.

13. Februar 2021: Pünktlich zum Valentinstag dürfen Blumengeschäfte und Gartencenter wieder öffnen.

14. Februar 2021: Mit einigen Tagen Verzögerung nimmt das Osnabrücker Impfzentrum in der Schlosswallhalle auf. Rund 200 Senioren über 80 werden am ersten Tag geimpft. Rudi und Else Bartelt, 91 und 86 Jahre alt, gehören zu den ersten, die gegen das Coronaviurs immunisiert werden.

15. Februar 2021: Die Stadt bietet kostenlose Corona-Schnelltests an. In den Schnelltestzentren an der Halle Gartlage und an der Hansastraße können sich alle Einwohner Osnabrücks und Menschen, die in Osnabrück arbeiten oder zu Schule gehen, testen lassen. Das Interesse ist sehr groß. Am ersten Tag nutzen mehr als 400 Menschen das Angebot.

17. Februar 2021: Bei Nachtestungen von 440 Mitarbeitern der Eisfabrik Froneri werden elf weitere Coronafälle entdeckt. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 221. Es gibt kaum noch Zweifel, das die britische Virusmutation die Infektionen ausgelöst hat.

18. Februar 2021: Der Osnabrücker Zoo bietet auf Youtube eine digitale Zooführung an. Besucher werden per Livestream durch die nordische Tierwelt „Kajanaland“ geführt. Der Erfolg ist so groß, das in Zukunft an jedem Donnerstag Online-Führungen angeboten werden sollen. In Bissendorf starten freiwillige Corona-Schnelltests für Erziehrinnen. Im Dorfgemeinschaftshaus Jeggen haben das Deutsche Rote Kreuz und die Gemeinde Bissendorf ein Zentrum eingerichtet, in dem sich alle Kita-Beschäftigten und Tagespflegepersonal einmal in der Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können.

19. Februar 2021: Die Maiwoche fällt auch in diesem Jahr aus. Die Stadt Osnabrück sagt alle Großveranstaltungen der nächsten Zeit ab. Davon betroffen sind neben der Maiwoche auch der Frühjahrsjahrmarkt an der Halle Gartlage und der Hollandmarkt.

20. Februar 2021: Auch im Landkreis Osnabrück gibt es ab heute kostenlose Corona-Schnelltests. In Bad Essen, Melle, Hilter, Bersenbrück und Quakenbrück wurden Testzentren eingerichtet. Das Angebot richtet sich besonders an Menschen, die zahlreiche Kontakte zu anderen Menschen haben und damit einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Jörn Martens

24. Februar 2021: Mehrere Osnabrücker Schulleiter organisieren in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten eigene Corona-Schnelltests für ihre Lehrer  –  und werden vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung zurückgepfiffen. Die Behörde ist der Ansicht, der Werbeeffekt für die Ärzte sei größer als der pädagogische Nutzen. Die Zusammenarbeit verstoße damit gegen einen Erlass aus dem Jahr 2012. Nach der Veröffentlichung eines Artikels über die Absage der Schultestungen und der skurrilen Begründung auf noz.de, lenkt das Landesamt jedoch ein und genehmigt die Tests.

27. Februar 2021: Der Landkreis richtet zusätzliche Schnelltestzentren ein. Ab heute können sich Bewohner auch in Fürstenau, Bramsche, Georgsmarienhütte-Holzhausen und Bissendorf auf Corona testen lassen. Am 1. März folgt ein Testzentrum in Wallenhorst. Am 10. März und 13. März gehen Testzentren in Neuenkirchen und Bad Laer in Betrieb.

28. Februar 2021: Die evangelische Auferstehungsgemeinde in Bissendorf-Wissingen feiert zum ersten Mal einen Autogottesdienst. In 30 Autos verfolgen die Gemeindemitglieder den Gottesdienst, den Pastorin Angelika Breymann im Freien neben der Kirche leitet.

Johanna Kollorz

Anfang Februar 2021 schien sich die Corona-Lage in der Region Osnabrück etwas zu entspannen. Die Zahl der aktuell Infizierten sank von 603 auf 505 und entsprechend ging auch die Sieben-Tage-Inzidenz zurück. In der Stadt sank sie von 70,8 auf unter 50. Doch mit dem Corona-Ausbruch in der Eisfabrik Froneri stiegen die Zahlen wieder dramatisch an. Am 22. Februar wurden 885 aktuell Infizierte gemeldet und die Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt schnellte hoch auf 133,1. Zum Monatsende gingen die Zahlen wieder leicht nach unten. Mit 705 aktuell Infizierten am 28. Februar und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 96,8 in der Stadt lagen sie aber aber deutlich über den Werten vom Monatsanfang. Ein Grund dafür ist auch die rasante Verbreitung der Coronavirus-Mutation B.1.1.7. Zum ersten Mal wurde die britische Variante Anfang Februar bei zwei Personen festgestellt. Vier Wochen später waren bereits 342 Fälle bekannt. 30 Menschen starben in diesem Monat an oder mit dem Coronavirus.

1. März 2021: Friseursalons dürfen wieder öffnen. Nach zweieinhalb Monaten Zwangspause freuen sich die Friseure, endlich wieder arbeiten zu dürfen. Auch bei den Kunden ist die Freude groß. Die Termine waren schnell ausgebucht und viele Friseursalons arbeiten aktuell an ihrer Kapazitätsgrenze. Die Terminpflicht sowie die Regel „Zehn Quadratmeter pro Person“ führen vielerorts zu längeren Öffnungszeiten und somit Überstunden.

2. März 2021: Drei Wochen nach dem Corona-Ausbruch wird in der Eisfabrik Froneri die Produktion langsam wieder hochgefahren. Um erneute Infektionen zu vermeiden, müssen sich alle Mitarbeiter ab sofort montags und donnerstags einem Schnelltest unterziehen. Außerdem wir die Lüftungsanlage aufgerüstet, die eine Ursache der Virusverbreitung gewesen sein könnte.

4. März 2021: Stadt und Landkreis wollen das gemeinsame Lager für Corona-Schutzmaterial auflösen. Das vor einem Jahr teuer bezahlte Material kann nicht mehr verkauft werden, da die Preise seitdem deutlich gefallen sind. Es bleibt ein Defizit von 3,8 Millionen Euro, das sich Stadt und Landkreis je zur Hälfte teilen sollen.

Henning Müller-Detert/Landkreis

8. März 2021: Erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen treten in Kraft:

  • Einzelhandel: Buchläden und Orthopädieschuhmacher und -techniker dürfen mit Zugangsbeschränkungen wieder öffnen. Der sonstige Einzelhandel in Stadt und Landkreis darf für sogenannte Terminshopping-Angebote öffnen (click and meet). Jedoch darf sich zeitgleich immer nur ein Kunde samt einer Begleitperson pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche in den Läden aufhalten. 
  • Körpernahe Dienstleistungen: Auch körpernahe Dienstleistungen, wie Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios, dürfen wieder öffnen.
  • Schulen und Kindertagesstätten: In den Schulen gilt wieder die Präsenzpflicht. Ab dem 15. März sollen alle Jahrgänge schrittweise in den Wechselunterricht zurückgeholt werden. Alle Kita-Kinder können wieder betreut werden – allerdings nur im eingeschränkten Regelbetrieb.
  • Kontaktbeschränkungen: Im öffentlichen und privaten Raum dürfen sich Menschen aus zwei Hausständen treffen, jedoch nicht mehr als insgesamt fünf Personen.
  • Kultur und Sport: Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten können „mit 50 Prozent der normalen Kapazität und einer Anmeldepflicht öffnen“. Auch Bibliotheken und Büchereien dürfen mit Zugangsbeschränkungen und Hygienekonzept wieder Besucher empfangen. Andere Einrichtungen zur Freizeitgestaltung, wie Kinos und Freizeitparks, bleiben geschlossen. 
  • In welche Kategorie gehört der Baumwipfelpfad in Bad Iburg und darf er öffnen? Über diese Frage streiten sich das Sozialministerium und die Baumwipfelpfad Bad Iburg UG. Nach Ansicht des Ministeriums gehört der Baumwipfelpfad zu den Angeboten für Freizeitaktivitäten und muss geschlossen bleiben. Für die Bad Iburger gehört der Baumwipfelpfad in die Kategorie Zoos und Botanische Gärten – deshalb öffnen sie die Einrichtung trotz Landesverbots. Wenige Tage später bestätigt das Wirtschaftsministerium die Meinung der Bad Iburger – der Baumwipfelpfad darf geöffnet bleiben.

10. März 2021: Die Stadt Osnabrück hat 8480 kostenlose Selbsttests bekommen. Bis Ende März sollen insgesamt 28680 Tests geliefert werden. Sie  sollen an Personen verteilt werden, die beruflich zahlreiche Kontakte zu vielen anderen Menschen haben und deshalb einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Sie können sich zunächst zweimal in der Woche auf das Coronavirus testen. 

11. März 2021: Der Botanische Garten der Universität Osnabrück wird geschlossen. Seit dem 2. Juni 2020 war die Außenanlage geöffnet – auch während des Lockdowns. In der neuen niedersächsischen Corona-Verordnung vom 6. März dürfen Botanische Gärten bei einem Inzidenzwert über 50 nur öffnen, wenn die Besucherzahl auf die Hälfte der möglichen Kapazität begrenzt wird und die Daten der Besucher erhoben und dokumentiert werden. Da die Inzidenz in der Stadt deutlich über 50 liegt und die Universität die Vorgaben der Coronaverordnung nach eigenen Angaben nicht erfüllen kann, muss der Botanische Garten bis auf weiteres geschlossen werden.

12. März 2021: Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Osnabrück liegt mit 100,5 knapp über der kritischen 100er-Marke. Wenn der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, treten wieder verschärfte Corona-Beschränkungen in Kraft.

Der Spa-Bereich im Nettebad ist wieder geöffnet. Kunden müssen für Massagen und Kosmetikanwendungen einen Termin buchen und eine schriftliche Bestätigung eines negativen PCR-Tests vorlegen, die nicht älter als 24 Stunden ist, oder eine schriftliche Bestätigung über einen Schnelltest, die nicht älter als zwölf Stunden ist.

15. März 2021: In der Stadt Osnabrück sind die Kitas wieder geschlossen. Es findet nur noch eine Notbetreuung statt. Die Schüler in der Stadt bleiben im Homeschooling. Nur Kinder und Jugendliche, die Grundschulen oder Förderschulen besuchen oder in diesem Jahr ihren Abschluss machen, werden abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet.

Um eine drohende Rücknahme der seit einer Woche geltenden Lockerungen zu verhindern, schlagen Sozialdezernentin und Krisenstableiterin Katharina Pötter und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert der Landesregierung ein Modellprojekt vor. Demnach sollen Einzelhandel, Museen und der Zoo in Osnabrück öffnen dürfen, wenn die Kunden und Besucher einen höchstens zwölf Stunden alten Schnelltest oder eine Impfbestätigung vorlegen können und ihre persönlichen Daten dem Gesundheitsdienst beziehungsweise einer App zur Kontaktverfolgung zur Verfügung stellen.

Stadt und Landkreis Osnabrück sagen die Impfungen mit Astrazeneca ab. Zuvor hatte die Bundesregierung beschlossen, die Impfungen mit dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers auszusetzen, da es Meldungen gab, dass im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung Thrombosen in Hirnvenen aufgetreten seien.

17. März 2021Osnabrück wird als Hochinzidenzkommune eingestuft. Seit mehreren Tagen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über 100 und es wird ein weiterer Anstieg erwartet. Einzelhandelsgeschäfte, Museen, Galerien und der Zoo müssen wieder schließen. Für Treffen gilt wieder die Ein-Haushalt-plus-eine-Person-Regel.

18. März 2021: Stadt und Landkreis verfügen über das Zertifikat der Luca-App. Mit der App können Kontaktdaten eines Infizierten an den Gesundheitsdienst übermittelt werden. Die Kontaktnachverfolgung wird deutlich erleichtert.

Die Altstadtkneipe „Peitsche“ muss kein Corona-Bußgeld zahlen. Das Amtsgericht Osnabrück hebt den Bußgeldbescheid über 3000 Euro auf, den die Stadt wegen angeblicher Corona-Verstöße verhängt hatte.

19. März 2021: Die Landesregierung in Hannover unterstützt das Osnabrücker Pilotprojekt, dass Shoppen und Zoobesuche nach einem negativen Schnelltest ermöglichen soll. Die Stadt will bis Ende des Monats die Voraussetzungen dafür schaffen.

20. März 2021: Nach einem Eilbeschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg kann der Zoo seine Tore wieder für Besucher öffnen. Das OVG hatte die Schließung von Zoos und Tierparks am 19. März vorläufig außer Vollzug gesetzt, da das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren im Freien relativ gering sei, wenn bestimmte Regeln eingehalten würden. Ein Schnelltest für die Besuche ist nicht notwendig.

22. März 2021: Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Osnabrück steigt auf 203,3 und liegt damit über den bisherigen Höchstwert von 176,1 vom 9. Januar. Im Landkreis liegt die Sieben-Tage-Inzidenz zum ersten Mal seit dem 26. Januar mit 105 wieder über der 100er-Marke.

25. März 2021: Die mobile Corona-Teststation hat ihren ersten Einsatz im Stadtteil Schinkel. In einem Stadtbus, der zu einem Testzentrum umfunktioniert wurde, testen Mitglieder der Johanniter-Unfallhilfe kostenlos Menschen auf das Coronavirus. Mit der Aktion sollen besonders die Bewohner von großen Mehrfamilienhäusern in dicht besiedelten Stadtteilen erreicht werden.

Im Landkreis beginnen auch Hausärzte mit dem Impfen. Acht Praxen haben Impfstoff erhalten und sollen zunächst bettlägerige Menschen impfen, die nicht in die Impfzentren kommen können.

27. März 2021: Jetzt ist auch der Landkreis Osnabrück eine Hochinzidenzkommune. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz seit mehreren Tagen über 100 liegt, wird die Corona-Notbremse umgesetzt. Die seit Anfang März geltenden Lockerungen werden wieder zurückgenommen, Geschäfte werden wieder geschlossen und Kontakte müssen reduziert werden.

30. März 2021: Im Osnabrücker Marienhospital werden elf Patienten auf der Corona-Intensivstation behandelt. Damit ist laut Chefarzt Martin Beiderlinden die kritische Grenze überschritten. Ein OP-Bereich des Krankenhauses wird, wie bereits im Winter, zu einer behelfsmäßigen Intensivstation umgebaut und planbare Operationen müssen teilweise zurückgestellt werden.

31. März 2021: Stadt und Landkreis verschärfen die Maskenpflicht. Unter freiem Himmel muss an definierten Orten eine medizinische Maske getragen werden. Im Innern, zum Beispiel in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und Kirchen wird eine FFP2-Maske Pflicht.

Ab heute gilt in Stadt und Landkreis eine nächtliche Ausgangssperre. Zwischen 21 und 5 Uhr darf das Haus nur in Ausnahmefällen verlassen werden.

Im März 2021 hat die dritte Corona-Welle die Region erreicht – die Corona-Zahlen stiegen drastisch an. Insgesamt infizierten sich 2674 mit dem Sars-CoV-2-Virus. Die Zahl der aktuell Infizierten erreichte am 29. März mit 1678 einen neuen Höchststand. Dementsprechend stieg auch die Sieben-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis stark an. In der Stadt Osnabrück kletterte der Wert von 95,0 am 1. März auf über 200 am 22. März und erreichte am 27. März schließlich einen neuen Höchststand von 209,4. Im Landkreis lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Monatsanfang bei 56,7 und am Monatsende bei 145,8. 31 Menschen sind im März am oder mit dem Coronavirus gestorben.

1. April 2021: Die nächtliche Ausgangssperren in der Region Osnabrück und im Emsland sind rechtens. In einem Eilverfahren lehnt das Verwaltungsgericht Osnabrück die Anträge von drei Osnabrückern und eines Lingeners auf Aufhebung ab.

3. April 2021: In der Region Osnabrück wird zunächst kein Schnelltest-Shopping möglich sein. Osnabrück, Melle, Bramsche und Georgsmarienhütte werden vom Land Niedersachsen wegen der hohen Infektionszahlen nicht zu Modellkommunen bestimmt, in denen der Zutritt zu Geschäften, Kultureinrichtungen und Außengastronomie wieder möglich ist, wenn die Besucher einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen können und eine App zur Kontaktnachverfolgung nutzen.

7. April 2021: Ab heute können sich in der Region Osnabrück Patienten in mehr als 200 Hausarztpraxen gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Hausärzte impfen die besonders gefährdeten Patienten zuerst. Es geht dabei nach den Prioritätsgruppen, die vom Bund festgelegt wurden. 

Das Verwaltungsgericht Osnabrück weist einen Eilantrag gegen die FFP2-Maskenpflicht im Fahrzeug für haushaltsfremde Mitfahrer, bei der Jugendarbeit oder an einigen öffentlichen Orten im Landkreis ab.

Jan Böhmermann und zahlreiche Mitglieder seiner Internet-Gefolgschaft checken sich nachts über die Luca-App in den Osnabrücker Zoo ein und täuschen einen Besuch vor. Der ZDF-Satiriker will damit aufzeigen, wie sich die auch von Stadt und Landkreis genutzte App zur Kontaktnachverfolgung austricksen lässt.

8. April 2021: In Stadt und Landkreis Osnabrück wird die nächtliche Ausganssperre aufgehoben. Landrätin Anna Kebschull und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert begründen ihre Entscheidung mit sinkenden Inzidenzwerten. Ursprünglich sollte die Ausgangsbeschränkung bis zum 11. April gelten.

12. April 2021: In Niedersachsen beginnt eine Testpflicht an Schulen. Schüler und Beschäftigte sind zu zwei Corona-Schnelltests pro Woche verpflichtet. Ohne negatives Testergebnis darf niemand die Schulgebäude betreten.  Die Schulen und Kitas im Landkreis Osnabrück wechseln wieder ins Szenario B., das heißt, die Lerngruppen werden geteilt und die Schüler abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet. In den Kitas ist wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb in festen Gruppen möglich. Die Schüler in der Stadt bleiben nach den Osterferien im Homeschooling. Nur Kinder und Jugendliche, die Grundschulen oder Förderschulen besuchen oder in diesem Jahr ihren Abschluss machen, werden abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet. Der Unterricht an den weiterführenden Schulen fängt wieder zu den gewohnten Zeiten an. Der entzerrte Unterrichtsbeginn wird nicht weiter fortgesetzt.

13. April 2021: Weil die Sieben-Tage-Inzidenz seit sieben Tagen unter 100 liegt, ist der Landkreis Osnabrück keine Hochinzidenzkommune mehr. Die Kontaktbeschränkungen werden gelockert und der Einzelhandel darf wieder für Einkäufe mit Terminvereinbarung öffnen. Im Gewerbegebiet Gartenkamp in Westerkappeln nimmt das Drive-In-Schnelltestzentrum der Gemeinden Lotter und Westerkappeln seinen Betrieb auf. Am ersten Tag nutzen bereits 150 Bürger das Angebot.

16. April 2021: Minigolfanlagen im Freien dürfen ab sofort wieder öffnen. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg urteilt, dass die Corona-Verordnung in Bezug auf Minigolfanlagen nicht verhältnismäßig ist und setzt die Verordnung allgemeinverbindlich außer Vollzug.

18. April 2021: Vertreter von Stadt und Landkreis sowie Mitglieder des Runden Tisches der Religionen erinnern auf dem Markt an die Verstorbenen der Corona-Pandemie. Vor dem Rathaus hat der Osnabrücker Künstler Volker Johannes Trieb mehr als 400 Holzscheiben platziert, auf denen jeweils Kerzen und Keramiktafeln mit japanischen Sprichwörtern angebracht sind. Jede Holzscheibe steht für einen Corona-Toten der Region.

21. April 2021: Weil die Sieben-Tage-Inzidenz seit einigen Tagen konstant über 100 liegt, wird der Landkreis Osnabrück wieder Hochinzidenzkommune. Es gelten wieder schärfere Kontaktbeschränkungen. Der Einzelhandel muss erneut schließen. Einkaufen mit Terminvereinbarung ist nicht mehr möglich. Die Abholung bestellter Waren ist aber weiterhin erlaubt.

In Hagen wird das Reitturnier Horses & Dreams eröffnet. Nach der kompletten Absage im vergangenen Jahr sind diesmal für das internationale Reitsportfestival nur Berufsreiter zugelassen. Es gibt keine Zuschauer, kein Showprogramm und keine Ausstellungsstände. 

24. April 2021: Die Bundes-Notbremse tritt in Kraft. Für Hochinzidenzkommunen (Sieben-Tage-Inzidenz über 100) sind jetzt die Inzidenzwerte maßgeblich, die das Robert-Koch-Institut (RKI) täglich für alle Landkreise in ganz Deutschland veröffentlicht. Auch in Stadt und Landkreis ergeben sich damit einige Änderungen, da in der Region die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des RKI seit drei Tagen über der 100er Marke liegt. Ab sofort gelten wieder nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Zwischen 22 und 5 Uhr darf die eigene Wohnung oder das eigene Haus nur mit triftigen Gründen verlassen werden. 

Der Außenbereich des Zoos bleibt geöffnet. Jeder Zoo-Besucher muss sich aber vorher anmelden und einen negativen Corona-Test vorweisen. Dafür wird am nahe gelegenen Marktkauf in Nahne ein neues Corona-Schnelltestzentrum eröffnet. Neu ist auch, dass auch für einen Besuch beim Friseur oder der Fußpflege ein negativer Corona-Test erforderlich ist.

Die neuen Corona-Bestimmungen und die Änderung des maßgeblichen Inzidenzwerts führen in der Stadt Osnabrück zu einer kuriosen Situation. Die Geschäfte des Einzelhandels dürfen für einen Tag für das Einkaufen mit Terminvereinbarung öffnen. Die meisten Geschäfte bleiben jedoch geschlossen, weil sich der Aufwand nicht lohnt oder weil die Möglichkeit nicht bekannt ist. Auch viele Besucher der Innenstadt wissen nichts von dieser einmaligen Gelegenheit.

26. April 2021: Im Landkreis Osnabrück sind Termin-Einkäufe wieder möglich, da die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI unter 150 liegt. Kunden müssen aber einen negativen Corona-Test vorlegen.

28. April 2021: Die Bundes-Notbremse wirkt sich auf die Schulen aus. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI in der Stadt drei Tage lang über 165 lag, müssen auch die Grundschüler der Klassen eins bis drei ab heute komplett zu Hause bleiben. Nur der Jahrgang vier von Grund- und Förderschulen sowie die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen werden im Wechsel in der Schule und zu Hause beschult. Für die Kitas ändert sich nichts. 

Auch im benachbarten Kreis Steinfurt greift erstmalig die Notbremse. Die Schulen, mit Ausnahme von Abschlussklassen und Förderschulen, wechseln in den Distanzunterricht. In den Kindertageseinrichtungen ist nur noch eine Notbetreuung möglich. Termin-Einkäufe sind nicht mehr möglich.

30. April 2021: Die ersten Feuerwehrleute im Landkreis Osnabrück werden gegen das Coronavirus geimpft. Auf Drängen der Feuerwehren hatte die Landesregierung die freiwilligen Helfer in der Prioriätenliste vorzuziehen.

Im April schwanken die Corona-Zahlen sehr stark. Insgesamt infizieren sich im April 2861 Menschen in der Region mit dem Coronavirus. Am 1. April 2021 erreicht die Zahl der aktuell infizierten Personen in der Region Osnabrück mit 1686 einen neuen Höchststand seit Ausbruch der Pandemie. Zur Monatsmitte fällt der Wert kurzzeitig auf 1265, um anschließend wieder steil auf 1601 anzusteigen. Am Monatsende sinkt er wieder auf 1470. Das spiegelt sich auch in der Sieben-Tage-Inzidenz (laut RKI) für die Region wider. Am 1. April liegt der Wert in der Stadt bei 158 und im Landkreis bei 119. Bis zur Monatsmitte fällt die Inzidenz steil ab und liegt in der Stadt bei knapp unter 100 und im Landkreis bei knapp über 50. Ebenso steil stiegt der Wert anschließend wieder an. In der Stadt erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz am 25. April mit 178,5 ihren höchsten Stand, im Landkreis am 27. April mit 138. Zum Monatsende fällt der Wert wieder deutlich ab, auf 131,9 in der Stadt und 117,3 im Landkreis. Die Zahl der Todesfälle überschreitet die 400er-Marke. Im April sterben 23 Menschen am oder mit dem Coronavirus.

6. Mai 2021: Der Verein Osnabrücker-City-Marketing (OCM) stellt 10.500 Schlüsselanhänger zur Verfügung, auf denen die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung gespeichert ist. Damit soll den Menschen ohne Smartphone die Angabe der Kontaktdaten beim Einkauf erleichtert werden.

7. Mai 2021: Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in Osnabrück an fünf Werktagen hintereinander unter 150 lag, treten Lockerungen für den Einzelhandel in Kraft. Die Geschäfte dürfen wieder für Kunden öffnen, die vorher einen Termin gebucht haben und einen negativen Corona-Test vorlegen können. In der Stadt wird auch der für Schulen entscheidende Grenzwert von 165 seit fünf Werktagen in Folge unterschritten. Deshalb dürfen ab heute die Klassen eins bis drei der Grundschulen wieder ins Szenario B (Wechselunterricht in geteilten Klassen) wechseln.

9. Mai 2021: Bei einer spontanen Impfaktion in der Gesamtschule Schinkel in Osnabrück sind 500 Dosen des Impfstoffes Astrazeneca verimpft worden. Erst am Vormittag hatte der Landkreis Osnabrück mitgeteilt, dass sich alle Menschen über 45 Jahren spontan impfen lassen könnten. Vor der Schule bildete eine fast 300 Meter lange Schlange.

Michael Gründel

10. Mai 2021: Seit heute gelten im Landkreis Osnabrück Lockerungen der Corona-Regeln, nachdem am Samstag, 8. Mai 2021, am fünften Werktag infolge die 7-Tage-Inzidenz unter 100 gelegen hatte. Lockerungen gibt es unter anderem bei privaten Kontakten und im Einzelhandel. Die Stadt Osnabrück hat im Osnabrücker Stadtteil Schinkel Bewohner von Corona-Brennpunkten geimpft. Zuvor wurde bei Bewohnern des Jeggener Weges dafür geworben, sich gegen das Virus impfen zu lassen. In der Reihenhaussiedlung am Jeggener Weg gibt es seit Wochen eine hohe Zahl von Corona-Infektionen.

11. Mai 2021: Hausärzte in der Region Osnabrück verzeichnen einen plötzlichen Ansturm auf den Corona-Impfstoff Astrazeneca. Grund ist die Aufhebung der Priorisierung, wie Uwe Lankenfeld, Bezirkssprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, erklärt. 

Michael Gründel
(Archivbild)

14. Mai 2021: Seit Montag dürfen im Landkreis Osnabrück auch Einzelhändler wieder öffnen, die über die notwendige Grundversorgung hinausgehen. Ob ihre Besucher einen negativen Test brauchen oder einen Termin buchen müssen, hängt dabei von der Verkaufsfläche ab – und das sorgt wiederum für Verunsicherung. Viele Geschäftsinhaber schütteln darüber den Kopf. 

15. Mai 2021: Vereine im Landkreis Osnabrück dürfen seit einigen Tagen ihren Mitgliedern wieder Sportmöglichkeiten anbieten. Seither sind vielerorts schon Sportler wieder aktiv.

Swaantje Hehmann
(Archivbild)

18. Mai 2021: Die Impfkampagne geht weiter voran: Mehr als die Hälfte der Über-16-Jährigen aus dem Osnabrücker Stadtgebiet hat mittlerweile mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Von den 146.653 Osnabrückern sind demnach 75.698 erstgeimpft.

19. Mai 2021: Niedergelassene Ärzte in der Region Osnabrück können in dieser Woche erstmals unbegrenzt den Corona-Impfstoff von Astrazeneca bestellen. Ob das hilft die bestehende Engpässe zu beheben? Immerhin besteht in der Region derzeit ein massiver Impfstoffmangel. 

20. Mai 2021: In der Stadt Osnabrück gibt es keinen Corona-Hotspot mehr. Noch bis vor einer Woche galt der Schinkel als besonderer Corona-Brennpunkt. Die 7-Tage-Inzidenz lag Anfang Mai über 500. Derzeit liegt dieser Wert wie im gesamten Stadtgebiet unter 100. 

Jörn Martens
(Symbolbild)

Die Stadt beantragt beim Land Niedersachen die „modellhafte Erprobung von der Öffnung von Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen“ für die Zeit vom 30. Mai bis 19. Juni. Bei Genehmigung dürften am 30. Mai etwa 2000 Fußballfans den VfL Osnabrück beim Relegationsspiel gegen den FC Ingolstadt an der Bremer Brücke anfeuern.

21. Mai 2021: Nachdem die 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch, 19. Mai 2021, den fünften Werktag infolge unter 100 gelegen hatte, treten heute weitreichende Lockerungen in der Stadt Osnabrück in Kraft. Diese betreffen untere anderem private Kontakte und den Einzelhandel. So ist etwa das spontane Bummeln und Shoppen wieder möglich und Biergärten und Straßencafés dürfen wieder öffnen – aber nur für Kunden mit negativem Coronatest. Auch die nächtliche Ausganssperre fällt weg. Im Zoo Osnabrück gibt es ab heute zudem keine Corona-Testpflicht für Zoobesucher mehr. Masken müssen im Zoo nur noch stellenweise getragen werden. Entgegen dem Trend in Stadt und Landkreis Osnabrück ist die 7-Tage-Inzidenz in Dissen hingegen ungebrochen hoch – bei 180. 

22. Mai 2021: Die Praxisklinik an der Möserstraße bietet eine Impfaktion für 1200 Menschen ohne Voranmeldung an und erlebt einen wahren Ansturm. Die ersten Impfwilligen stellen sich bereits am Vorabend um 22 Uhr an der Klinik an, um eine der begehrten Impfmarken zu bekommen. Als die Praxismitarbeiter um 6 Uhr mit der Ausgabe der Marken beginnen, hat sich bereits eine Warteschlange von mehr als 500 Metern gebildet. Nach anderthalb Stunden sind alle 1200 Termine bereits vergeben. Auch in Dissen und Glandorf nehmen die Menschen für eine Impfung mit Astrazeneca lange Wartezeiten in Kauf. In Belm ist das Interesse an einer Impfung eher gering. In der Grundschule Powe stehen 200 Astrazeneca-Impfdosen für Eltern und Erziehungsberechtigte der Schüler bereit – aber nur 64 Impfwillige nutzen das Angebot.

26. Mai 2021: Das Impfzentrum in Wallenhorst bleibt heute und morgen geschlossen, weil kein Impfstoff für Erstimpfungen zur Verfügung steht. Einige wenige Termine für Zweitimpfungen müssen verschoben werden. Die Niels-Stensen-Kliniken und das Klinikum Osnabrück lockern die Besuchsbeschränkungen. Wenn ein Patient seit mehr als fünf Tagen im Krankenhaus ist, darf er in der Zeit von 14.30 bis 17.15 Uhr von einer vorher festgelegten Person besucht werden. Der Besucher muss einen negativen Antigen-Schnelltest vorweisen. 

Das niedersächsische Sozialministerium erlaubt VfL-Fans die Rückkehr ins Stadion. Am 30. Mai dürfen 2000 Zuschauer beim Relegationsspiel gegen Ingolstadt dabei sein. Eine Entscheidung zum Modellprojekt für die Öffnung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen ist noch nicht gefallen.

27. Mai 2021: Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag, 25. Mai 2021, den fünften Werktag infolge unter 50 lag, entfällt im Landkreis ab heute die Testpflicht auch bei Einzelhändlern mit einer Verkaufsfläche von mehr als 200 Quadratmetern. Die Maskenpflicht bleibt bestehen und auch der Zugang zu den Geschäften bleibt weiterhin eingeschränkt. Auch die Kontaktbeschränkungen werden gelockert: Zehn Personen aus maximal drei Haushalten dürfen sich privat treffen. Gastronomiebetriebe dürfen auch ihre Innenräume wieder öffnen. Die Gäste müssen aber einen negativen Testnachweis vorzeigen. Im Außenbereich entfällt die Testpflicht. Die Stadt Bad Iburg ist offiziell coronafrei.

28. Mai 2021:Das Land Niedersachsen stimmt dem Modellprojekt der Stadt zur Öffnung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu. Vom 30. Mai bis zum 19. Juni können das Theater, die Lagerhalle und Schwimmbäder – unter Einhaltung von Schutzvorkehrungen – wieder Besucher empfangen. Umgesetzt wird das Projekt jedoch nicht. Die Schutzvorkehrungen wurden konzipiert, als die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt noch bei 100 lag. Ende des Monats liegt sie aber nur noch bei unter 35 und die neue niedersächsische Corona-Verordnung sieht für diesen Fall deutlich geringe Anforderung für die Öffnungen vor.

30. Mai 2021: Nach über einem Jahr sind wieder Zuschauer an der Bremer Brücke zugelassen. 2000 Fans des VfL Osnabrück feuern ihre Mannschaft beim Relegationsspiel gegen Ingolstadt an. Leider ohne Erfolg. Das 3:1 reicht nicht für den Klassenerhalt, da er VfL das Hinspiel 0:3 verloren hatte.

Video: Fans zum Abstieg des VfL

31. Mai 2021: Die Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück sowie im Kreis Steinfurt kehren wieder zum Präsenzunterricht in voller Klassenstärke zurück. Die Kindertagesstätten dürfen wieder im Regelbetrieb (Kita-Szenario A) öffnen – unter Beachtung von Hygieneanforderungen. Nach der neuen Corona-Verordnung des Landes gelten in Stadt und Landkreis zwei unterschiedliche Regelwerke. In der Stadt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz seit fünf Werktagen in Folge unter 50. Damit treten weitere Lockerungen in Kraft (siehe 27. Mai 2021). Außerdem werden die Bereiche in der Innenstadt verkleinert, in denen das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung verpflichtend ist. Im Landkreis haben die Bewohner noch mehr Freiheiten. Hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35. Damit endet die Zugangsbeschränkung für Geschäfte des Einzelhandels. Beim Besuch des Innenbereichs von Gaststätten entfällt die Testpflicht. Bars, Diskotheken und Clubs dürfen wieder öffnen. Voraussetzung ist ein Hygienekonzept, zudem darf der Betrieb nur bis zur Hälfte ausgelastet sein. Der Zugang erfolgt nur mit negativen Corona-Test und Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Theater, Kinos und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen. Die Freibäder in der Region dürfen wieder öffnen. Den Anfang macht das Solefreibad in Bad Laer.

Im Mai 2021 entspannt sich die Corona-Lage deutlich. In der Stadt sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz von 121,6 am 1. Mai auf 26,0 am 31. Mai. Im Landkreis fällt der Wert von 111,1 auf 23,5. Sind am Monatsanfang noch 1.421 Menschen in der Region mit dem Coronavirus infiziert sind es am Monatsende noch 352.Zwölf Menschen sterben an oder mit dem Covi-19-Erreger. Die Zahl der Geimpften steigt auf über 240.000.

3. Juni 2021: Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag, 1. Juni 2021, den fünften Werktag infolge unter 35 lag, treten in der Stadt weitere Lockerungen in Kraft. Die Schwimmbäder in der Stadt öffnen wieder. Jetzt gelten in Stadt und Landkreis wieder die gleichen Regeln. Zum ersten Mal seit dem 9. September 2020 meldet das Gesundheitsamt keine Neuinfektionen in der Stadt.

Jörn Martens

4. Juni 2021: Im Theater am Domhof findet die erste Aufführung nach dem Lockdown vor Publikum statt. 150 Gäste sehen – unter strengen Hygienevorkehrungen – das Stück „Willkommen“.

Thomas Osterfeld

5. Juni 2021: An der Halle Gartlage findet der erste Flohmarkt seit vielen Monaten statt – mit Maskenpflicht und einem Hygienekonzept.

9. Juni 2021: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Osnabrück mit 6,1 seit langem zum ersten Mal wieder unter 10. Deshalb wird die Maskenpflicht auf Straßen und Plätzen unter freiem Himmel wieder aufgehoben. In Geschäften muss weiterhin ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

14. Juni 2021: Ab heute können Geimpfte in Stadt und Landkreis einen digitalen Impfnachweis erhalten. Die große Nachfrage sorgt anfangs für technische Probleme.


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