zuletzt aktualisiert vor

Initiative: Pläne ändern Kulturbiotop am Güterbahnhof in Gefahr

<em>Treffpunkt Petersburg:</em> Die Aktiven wollen, dass der Güterbahnhof ein Ort der Kultur und der Begegnung bleibt. Foto: Elvira PartonTreffpunkt Petersburg: Die Aktiven wollen, dass der Güterbahnhof ein Ort der Kultur und der Begegnung bleibt. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Sie kommen, um mit ihren Bands zu proben, um zu tanzen, Kunst zu machen, Gemüse in Containern anzubauen oder um sich im Café „Mythos“ zu treffen. In der südwestlichen Ecke des Güterbahnhofs hat sich eine friedliche Kulturszene angesiedelt, die auch von offizieller Seite Anerkennung bekommt. Durch die Pläne der Stadt und des neuen Eigentümers sehen die Aktiven ihr Kulturbiotop aber bedroht.

Die Stadt will den seit über einem Jahrzehnt nicht mehr genutzten Güterbahnhof als Gewerbegebiet ausweisen. In den ersten Entwürfen für einen Bebauungsplan, die bis Ende Mai öffentlich ausliegen, wird der Fortbestand der Clubs und Discos zwar ausdrücklich als Option genannt. Für die Szene, die sich im gemeinnützigen Kulturverein Petersburg zusammengeschlossen hat, sehen die Pläne jedoch kein Bleiberecht vor.

Das wollen die Kulturaktivisten ändern. Sie fordern die Stadt auf, das ehemalige Bahngebäude Hamburger Straße 22b zu erhalten und zusammen mit dem Areal davor als einen Ort der Kultur und der Begegnung planungsrechtlich abzusichern.

Das Haus und das Freigelände gehören seit dem vergangenen Jahr ebenso wie der übrige Teil des Güterbahnhofs der Zion GmbH, die mit der Evangelischen Freikirche „Lebensquelle“ verbunden ist. Angepachtet hat es der Kulturmanager Carsten Gronwald, der es an einzelne Künstler und Initiativen weitervermietet.

Die derzeitigen Eigentumsverhältnisse seien ja kein Hindernis, um der Kulturszene einen Platz für die Zukunft zu verwehren, sagt Florian Beyer, Sprecher des Kulturvereins Petersburg, in dem sich 50 Mitglieder zusammengeschlossen haben. Er kann sich gut vorstellen, dass der Verein Fläche und Gebäude kauft, um das gemeinsame Anliegen dauerhaft zu sichern.

Von der Haltung der Stadt sind Florian Beyer und seine Mitstreiter enttäuscht. Auf der einen Seite werde zwar betont, dass die Kulturszene am Güterbahnhof erhalten bleiben solle, sagt Ingo Bolm vom Kulturverein. Wenn es – wie im Bebauungsplanentwurf – aber konkreter werde, gerieten solche Bekundungen in Vergessenheit. „Wir wollen nicht vom Tisch gefegt werden“, sagt die Malerin Susanne Heitmann, die in der Kulturfabrik ihr Atelier eingerichtet hat. In Osnabrück gebe es kaum Ateliers. Schon deshalb müsse der Kulturtreff am Güterbahnhof erhalten bleiben.

Die Initiative will ihren Standpunkt jetzt ins laufende Bebauungsplanverfahren einbringen und bittet Gleichgesinnte, ebenfalls ihre Stellungnahmen abzugeben.

Der Kulturverein Petersburg informiert im Internet über sein Anliegen: www. http://petersburginos.wordpress.com


0 Kommentare