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Einladung der Ditib-Gemeinde Polizeipräsident besucht Moschee in Osnabrück

<em>Suchen das Gespräch:</em> Osnabrücks Polizeipräsident Bernhard Witthaut (M.) mit Imam Hasan Agirbas, Yilmaz Kilic (2.v.r.) vom Ditib-Landesverband und dem Vorsitzenden der Osnabrücker Ditib-Gemeinde, Ramazan Karacan (r.) beim Besuch der Ditib-Moschee in Fledder. Im Hintergrund: ranghohe Polizeibeamte aus ganz Deutschland.Foto: Gert WestdörpSuchen das Gespräch: Osnabrücks Polizeipräsident Bernhard Witthaut (M.) mit Imam Hasan Agirbas, Yilmaz Kilic (2.v.r.) vom Ditib-Landesverband und dem Vorsitzenden der Osnabrücker Ditib-Gemeinde, Ramazan Karacan (r.) beim Besuch der Ditib-Moschee in Fledder. Im Hintergrund: ranghohe Polizeibeamte aus ganz Deutschland.Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Der neue Osnabrücker Polizeipräsident Bernhard Witthaut hat am Mittwoch gemeinsam mit Polizeiführern aus ganz Deutschland die Moschee der Ditib-Gemeinde im Stadtteil Fledder besucht. Ein Imam machte die Gäste mit dem Gotteshaus und islamischen Gepflogenheiten vertraut.

Warum kann es klug sein, beim Polizeieinsatz in einer Moschee auf Hunde zu verzichten? Und weshalb ist es für Ordnungshüter ratsam, die Hackordnung in einer kurdischen Familie zu kennen? Auf den Berufsalltag bezogene Fragen wie diese fanden jetzt beim Besuch des neuen Osnabrücker Polizeipräsidenten in der Ditib-Moschee in Fledder eine Antwort. Gemeinsam mit ranghohen Polizeibeamten aus ganz Deutschland informierte sich Bernhard Witthaut am Mittwoch in dem Gotteshaus an der Frankenstraße über die Grundlagen des Islam. Auskunft gaben der gut 50-köpfigen Delegation der Imam Hasan Agirbas und Dua Zeitun, Projektreferentin für interreligiösen Dialog an der Katholischen Landvolkhochschule in Oesede.

„Besuche wie diese fördern die interkulturelle Kompetenz und haben für die Kollegen einen hohen praktischen Nutzen“, sagte Witthaut unserer Zeitung am Rande des Treffens, das sich im Institut für Islamische Theologie fortsetzte. „Je mehr sie über den Islam wissen, desto besser können sie sich verhalten und Eskalationen verhindern.“ Die Polizei sei sehr an einer engen Zusammenarbeit mit den muslimischen Gemeinden interessiert. „Als Polizei sind wir für alle da“, erklärte Witthaut.

Vorurteile abzubauen und Ängste zu nehmen ist auch erklärtes Ziel der Türkisch-Islamischen Union (Ditib). Yilmaz Kilic, Vorsitzender des Ditib-Landesverbands Niedersachsen/Bremen, sagte: „Der Islam gehört zu Deutschland, deshalb wollen wir die Moscheen für alle Menschen öffnen. Jeder darf sehen, was hier passiert.“ Ditib wolle mitgestalten, mitreden und Verantwortung übernehmen . Der Osnabrücker Ditib-Gemeinde, die seit 1987 besteht, gehören nach Auskunft ihres Vorsitzenden Ramazan Karacan gegenwärtig 250 Familien an.

Imam Hasan Agirbas machte die Besucher mit der Ditib-Moschee vertraut, die sich in einem alten Fabrikgebäude neben einer Autowerkstatt befindet und ohne Minarett und Kuppel auskommt. Der 39-jährige türkische Religionsgelehrte, der mit 13 den Koran (114 Kapitel, 6236 Verse) auf Arabisch auswendig lernte, stellte das untypische Gotteshaus – der Bedeutung des Wortes Moschee folgend – als „Ort der Niederwerfung und Versammlung“ vor. „Hier findet Gemeinschaft statt.“

Der Prediger zeigte den Gästen die nach Mekka zeigende Gebetsnische, kletterte auf die auch Katholiken bekannte Kanzel und erklärte, warum es in einer Moschee keine Bilder und Statuen gibt. Die Polizisten erfuhren, dass Hundespeichel bei vielen Moslems als unrein gilt und deshalb auf dem Gebetsteppich nichts verloren hat. Eine Einführung in die fünf Säulen des Islam rundete den Besuch ab.


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