Ehrung in Hannover Weshalb die Erich-Maria-Remarque-Realschule einen Schülerfriedenspreis gewann

Von Christina Hippen, 27.02.2020, 12:52 Uhr
Schüler und Ehemalige der Erich-Maria-Remarque Realschule nahmen den zweiten Preis des Schülerfriedenspreis in Hannover entgegen. Foto: Niedersächsisches Kultusministerium

Osnabrück/Hannover. Mit einem Projekt, das für Frieden, Demokratie und Toleranz steht, hat die Erich-Maria-Remarque Realschule den zweiten Platz des Schülerfriedenspreises gewonnen. Kultusminister Tonne ehrte in Hannover die Osnabrücker Realschule.

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Unter 85 Bewerben setzte sich die Realschule aus Osnabrück durch. Die Schüler der ehemaligen zehnten Klassen gestalteten, in Kooperation mit der Stadt Osnabrück, die Gedenkfeier am 9. November 2018 für die Opfer der Pogromnacht von 1938. Dafür wurde ihnen jetzt der zweite Platz des Schülerfriedenspreis vom Kultusministerium verliehen. Das Ziel des Projektes: Auf Ausgrenzung in unserer Gesellschaft aufmerksam machen.

Gedenkfeier 2018

Das Motto der Gedenkfeier: „Wir erinnern uns – wir handeln“. 20 Minuten führten die Schüler ihr Programm auf und erinnerten an die judenfeindliche Pogrome, die vor über 80 Jahren stattfanden. Lesungen aus dem Buch "Adressat Unbekannt" und ein collagenartiges Programm, wurden in der Aula des Schlosses aufgeführt. Hier mehr: Gedenkfeier zum 9. November 1938

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Das Gefühl von Ausgrenzung wird auf beklemmende Weise durch einheitliche Maskierungen verdeutlicht. Foto: Michael Gründel

Nach der Gedenkfeier im Schloss machten sich die Schüler gemeinsam mit Michael Grünberg, Vorstandsvorsitzender der jüdischen Gemeinde, auf den Weg zum Mahnmal und legten Kränze nieder. Mit Schildern wie "Ich beziehe Stellung" oder "ich schaue nicht weg!" zeigten die Schüler, wie sie dem Hass entgegentreten.

In die Schulgemeinschaft tragen

Jedes Jahr werden Schulen im Kultusministerium in Hannover mit dem Schülerfriedenspreis ausgezeichnet. Der Preis soll Leistungen würdigen, die dem friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Kultur und Religion dienen. Um daran teilzunehmen, müssen die Schulen sich anmelden und ihre Beiträge im niedersächsischen Kultusministerium einreichen. "Wir hatten ein so tolles Projekt, da konnten wir uns mit bewerben", äußerte sich die Schulleiterin Birgit Kaiser im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Bei der Übergabe in Hannover waren fünf ehemalige Schüler der Realschule dabei, welche bei dem Gedenktag im November 2018 mitgewirkt hatten. Um die Auszeichnung und auch das Thema weiter mit in die Schule zu tragen, fuhren ebenfalls insgesamt fünf Schüler aus den Klassen acht bis zehn mit. "Es soll in die Schulgemeinschaft getragen werden", wie die Schulleiterin erklärte. 

Übergeben wurde die Auszeichnung von Minister Grant Hendrik Tonne im Gästehaus des Kultusministerium. Für die Realschule gab es ein Preisgeld in Höhe von 1200 Euro. Die Anerkennung durch den Kultusminister sei jedoch doppelt so viel wert, wie die Schulleiterin berichtete. 

"Das ist die EMR"

Ein halbes Jahr Vorarbeit: In drei Projekttagen und freien Nachmittagen hatten  die damaligen Zehntklässler das Projekt vorbereitet. "Der Preis ist eine tolle Wertschätzung für die Arbeit der Schüler und Lehrer", äußerte sich Kaiser. Auch in der heutigen Gesellschaft werden Menschen ausgeschlossen. Wie Kaiser im Gespräch berichtete, will die Realschule mit ihrem Projekt nachhaltig wirken und sieht sich als Schule, die für Toleranz und Frieden steht. "Wir sind stolz, das ist die EMR", sagte die 16-jährige Schülerin Sueda Ünlü. 

Den ersten Preis gewann das Gymnasium Bad Harzburg - Werner-von-Siemens-Schule mit ihrem Projekt "Vielfalt leben". 

Für das Theaterstück "Danke dafür, AfD" wurde der Osnabrücker Schule KGS Schinkel der Zivilcouragepreis, ebenfalls im Kultusministerium, verliehen.

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