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20 Trennscheiben verschlissen Dicker Finger, enger Ring: Feuerwehr Osnabrück rettet junge Frau aus misslicher Lage

16.05.2013, 05:45 Uhr

Die Feuerwehr Osnabrück ist Mittwochabend zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen worden. Im Marienhospital Osnabrück musste sie eine junge Frau aus einer misslichen Lage befreien: Sie konnte ihren Ehering nicht mehr abnehmen, während ihr Finger anschwoll. Vorweg: Es gab ein Happy End.

Gegen 20 Uhr alarmierte die Notaufnahme des Marienhospitals die Feuerwehr Osnabrück, wie diese auf ihrer Facebook-Seite mitteilte. Was war geschehen? Eine junge Frau wollte ihren Ehering abnehmen, doch dabei schwoll der Finger stark an. Der Ring ließ sich nicht entfernen, und da die Schwellung zunahm, nahmen auch die Schmerzen der Frau zu. Als Ärzte und Schwester in Krankenhaus mit ihrem Latein am Ende waren, sollte sich die Feuerwehr des Ringes annehmen.

Spezialkoffer für eingeklemmte Körperteile

Diese rückte auch sogleich an, unter anderem mit einem speziellen Ausrüstungskoffer für eingeklemmte Körperteile. Doch auch dieser stellte sich bald als relativ nutzlos heraus, da der Ring aus einer Wolfram-Titan-Legierung bestand. Da kam auch die üblich zum Einsatz kommende Juwelier-Ringsäge nicht weiter. „Auch die speziellen Trennschleifen eines Mini-Trennschleifers zeigten eher wenig Wirkung“, ist auf der Feuerwehr-Facebook-Seite weiter zu lesen. Doch die Feuerwehrleute zeigten Durchhaltevermögen und schliffen weiter, während der Finger der Frau betäubt und gekühlt wurde. Währenddessen erkundigte sich der Einsatzleiter, Brandamtmann Thomas Heyken, sogar bei den Werkfeuerwehren der metallverarbeitenden Betriebe und bei Goldschmieden, wie man denn nun den Ring vom Finger der Frau bekommen könnte.

Letztlich – nach mehr als zwei Stunden und 20 verschlissenen Trennscheiben – gelang es der Feuerwehr, den Ring zu entfernen. Wie die Frau die für sie vermutlich schweißtreibende Prozedur überstanden hat, ist nicht bekannt. Es dürfte sich allerdings um ein befreiendes Gefühl gehandelt haben – auf Kosten des Eherings.