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Vom Keller bis zum Boden – überall Kinder Babyfest der katholischen Familienbildungsstätte in Osnabrück lockt viele junge Familien

Von Corinna Berghahn

Keiner spielt mit mir, scheint sich der Kleine unten links zu beschweren. Ansonsten aber gab es angesichts des bunten Angebotes für die jüngsten Besucher beim Babyfest keinen Anlass zu lautstarken Protesten.Foto: Hermann PentermannKeiner spielt mit mir, scheint sich der Kleine unten links zu beschweren. Ansonsten aber gab es angesichts des bunten Angebotes für die jüngsten Besucher beim Babyfest keinen Anlass zu lautstarken Protesten.Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Geburtenrückgang in Deutschland? Kann nicht sein. Jedenfalls scheint er sehr unwahrscheinlich für die Besucher des Babyfestes in der katholischen Familien-Bildungsstätte. Denn ob im Keller, Erdgeschoss oder den oberen Stockwerken: Es ist alles voller Babys und Kinder.

Schon am Eingang gibt es einen Stau aufgrund der ungezählten Kinderwagen, die entweder geparkt, rein- oder rausgefahren werden. Auch an den Aufzügen stauen sich die Kinderwagen. Besser gestellt sind die Eltern, die ihr Kind in einem Baby-Tragerucksack haben. Denn so können all die Räume problemlos besucht werden, in denen über Kurse zum Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP), Bewegungsspiele, Snoezelen, Zwillingstreffen, Babytreffen oder Geburtsvorbereitungskurse informiert wird. Damit die Kinder sich dabei nicht langweilen, können sie turnen, malen, basteln oder ein erfrischendes Bällebad nehmen.

Seit neun Jahren veranstaltet die Fabi das Babyfest. „Mittlerweile ist es ja schon eine Tradition“, sagt Fabi-Mitarbeiterin Tanja Krautstrunk. Und das Fest ist sehr gut besucht, was wohl auch an den vielen Angeboten liegt.

Im zweiten Stock turnen kleine Kinder über Bodenmatten, Sprossen und durch kleine Tunnel. Außer den Eltern passt Kursleiterin Mechthild Hafer auf – und freut sich sichtlich über die kleinen Kletteraffen. Besonders agil ist die einjährige Nikki, die mutig jede noch so hohe Matte erklimmt.

Ein Stockwerk tiefer klärt Meike Busemann über Beikost auf und den Zuckergehalt industriell gefertigter Haferbreis. Zur Illustration darf man das eher pampige Essen auch probieren. Und tatsächlich schmeckt der eine Brei wie Zucker mit Hafergeschmack. „Kein Wunder, dass die Kinder das mögen. Nur ihre Zähne eben nicht“, lacht Busmann.

Nebenan können die Kinder ihre Fußabdrücke auf Bildern verewigen. Hebamme Sabine Fliß leitet eigentlich Geburtsvorbereitungskurse, heute ist sie für die Kinderkunst zuständig, wird aber immer wieder von werdenden Müttern aus Kursen angesprochen. Ein paar Räume weiter findet ein Babyflohmarkt statt. „Zum zweiten Mal, doch der wird ebenfalls eine Institution werden“, ist sich Krautstrunk sicher. Im Café staut es sich dann wieder vor Eltern und Kindern. Und auch der Keller ist gut besucht. Hier können die Kinder in einem Raum, der wie eine Lounge für Babys wirkt, träumen und kuscheln oder eben snoezelen.

„Unser Babyfest wird immer wieder toll angenommen“, freut sich Krautstrunk. All die Schnupperaktionen und Mitmachspiele für die Babys und Kleinstkinder richten sich an Eltern, die das Angebot der Fabi noch nicht kennen. Doch das Gros der Besucher ist mit den Kursen und Kursleitern gut bekannt.

Wie Sabrina Zeiler, die „immer wieder gerne hier ist, auch wenn heute der Stau vor dem Fahrstuhl nervt“. Ihre Söhne Dominik-Leon (5) und Maximillian (10 Monate) „kennen die Fabi schon, seitdem sie auf der Welt sind.“ Damit ist die Mutter nicht allein, auch Melanie Kantner hat in der Fabi den Rückbildungskurs besucht. Heute lässt sie sich mit Marlon (8 Monate) durch den Trubel treiben, bis sie Fotos von sich und Marlon machen lässt.