Kinder als Lebensretter Spannende Einblicke bei der Adventstürchen-Aktion im Klinikum Osnabrück

Bei der Adventstürchen-Aktion wurde auch der Hubschrauberlandeplatz inspiziert. Es können zwei Helikopter gleichzeitig an dem Krankenhaus landen. Foto: Jörn MartensBei der Adventstürchen-Aktion wurde auch der Hubschrauberlandeplatz inspiziert. Es können zwei Helikopter gleichzeitig an dem Krankenhaus landen. Foto: Jörn Martens
Jörn Martens

Osnabrück. Nach dem Adventstürchen-Besuch im Klinikum Osnabrück sind gestern wieder lauter Kinder mit Gipsarmen von ihren Eltern in Empfang genommen worden.

Nachdem die Mädchen und Jungen verraten hatten, dass sie sich die Gipsverbände nur zu Übungszwecken angelegt hatten, war die Schrecksekunde für die Mütter und Väter natürlich schnell vorbei – jetzt müssen sich die Mädchen und Jungen nur noch damit abfinden, dass solch ein Gipsarm nicht als Grund zählt, dass sie in der Schule nicht mitschreiben können. Fiene (8) schreibt am Mittwoch sogar eine Mathearbeit – aber sie hatte es gleich beim Eingipsen ausgeschlossen, daraus einen Vorwand für die Schule konstruieren zu wollen.  

Der Adventstürchen-Besuch im Klinikum Osnabrück war eine vergnügte Aktion für die Kinder. Die 18 Mädchen und Jungen, die bei dem Angebot dabei waren, wurden zunächst von Dr. Mathias Denter durch das Notaufnahmezentrum des Krankenhauses geführt und konnten sich vom Landeplatz der Hubschrauber bis zu den Behandlungsräumen alle Anlagen und Einrichtungen ansehen, die in der rund um die Uhr geöffneten Unfallstelle für die Versorgung der Notfallpatienten vorhanden sind. Der Ärztliche Leiter des Notaufnahmezentrums ließ sich von den Kindern duzen und sorgte durch seine freundliche Art dafür, dass sich alle Kinder auf Anhieb gut aufgehoben fühlten.

Dr. Mathias Denter (hinten) zeigte den Mädchen und Jungen das Notaufnahmezentrum des Klinikums Osnabrück. Foto: Jörn Martens

Nach dem Rundgang wurden die Mädchen und Jungen in zwei Gruppen mit jeweils neun Kindern eingeteilt. Während die eine Gruppe mit Denter in einem Behandlungsraum eine Art Erste-Hilfe-Kurs absolvierte, in dem unter anderem die Technik der Herzdruckmassage vermittelt und das Messen von Herzschlägen mit einem EKG und Ultraschalluntersuchungen gezeigt wurden, gingen die anderen mit Pfleger Michael Book und Philip Optitz, der zurzeit ein Praktikum für seine Ausbildung als Rettungssanitäter im Klinikum absolviert, in den Gipsraum des Klinikums und übten das Anlegen eines solchen Verbands. Etwa nach der Hälfte der Zeit wurde gewechselt.

Wie sich herausstellte, waren die Kinder zur Ersten Hilfe bereits richtig gut im Thema. Alle beherrschten aus dem Effeff nicht nur die Notrufnummern, sondern konnten genau sagen, welche fünf „W“-Fragen (Wo ist etwas passiert, was ist geschehen, wie viele Menschen sind verletzt, wer ruft an und Warten auf Rückfragen) beantwortet werden müssen, wenn sie einen Notarzt um Hilfe rufen. Kein Wunder: Wie Lina (9) und Johanna (8) erklärten, haben sie in der Schule bereits einen Erste-Hilfe-Kurs belegt. „Ich habe mir das als AG ausgesucht, weil ich es gut finde, wenn ich anderen helfen kann“, meinte Johanna. Lina findet die Vorstellung toll, später einmal in einem medizinischen Beruf zu arbeiten. „Ich weiß es noch nicht – aber es kann schon sein, dass ich später einmal Ärztin werden will“, meinte sie.

Für Rettungswagen gibt es am Klinikum Osnabrück eine Garage, durch die Patienten trockenen Fußes in das Notaufnahmezentrum gebracht werden können. Foto: Jörn Martens

Denter zeigte den Kindern unter anderem, wie Herzdruckmassagen durchgeführt werden. Nachdem er es vorgemacht hatte, durften die Mädchen und Jungen alle selber an einer Übungspuppe die Wiederbelebung eines Patienten nach einem Herzstillstand üben. „Das ist etwas, mit dem auch Kinder Leben retten können, wenn wie wissen, wie es funktioniert“, motivierte Denter die Mädchen und Jungen. Besonders spannend fanden es die Kinder, dass noch mit einem EKG-Gerät ihr Herzschlag gemessen wurde und dass sie mit dem Ultraschall von außen sehen konnten, wie das Blut im Takt des Herzschlages durch ihre Adern zirkuliert.

Auch das Anlegen der Gipsverbände kam wieder richtig gut an. Weil noch nicht alle Kinder Erfahrungen mit solchen Verbänden hatten, mit denen gebrochene Knochen ruhiggestellt werden, wiesen Michael Book und Philip Optitz zunächst darauf hin, dass sich niemand erschrecken muss, wenn der Gips beim Aushärten warm wird. „Das ist eine chemische Reaktion, zu der es kommt, wenn der Gips aushärtet“, erklärte Book.

Die meisten Kinder wollten unbedingt, dass ihnen die Gipsverbände von den Profis angelegt wurden – lediglich Anton (9) wagte sich daran, den Arm von Jonathan (8) erst zu verbinden und dann einzugipsen. Als er selber dran war, wunderte sich Anton darüber, wie schnell der Gips hart wird. „Das hat nur ganz kurz gedauert. Erst ist es mega-warm geworden und jetzt ist der Gips schon so hart, dass ich darauf klopfen kann.“


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