Pistole im Koffer gefunden Kinder als Zollbeamte: Adventstürchen-Aktion auf dem Flughafen Münster-Osnabrück

Von Jens Lintel

Adventstürchen-Aktion auf dem Flughafen Münster-Osnabrück: Besucherführerin Ruth Landgraf gewährte den Mädchen und Jungen viele spannende Einblicke. Foto: Jens LintelAdventstürchen-Aktion auf dem Flughafen Münster-Osnabrück: Besucherführerin Ruth Landgraf gewährte den Mädchen und Jungen viele spannende Einblicke. Foto: Jens Lintel

Osnabrück. Schuhe und Taschen aus Krokodil- und Schlangenleder, geschnitzte Figuren aus Elfenbein, Korallen, Felle von Großkatzen: Dass sich Reisende solche Souvenirs aus ihrem Urlaub mitbringen, für die Tiere und Lebewesen wie Korallen getötet werden, geht gar nicht.

Da waren sich die elf Mädchen und Jungen, die bei der Adventstürchen-Führung durch den Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) dabei waren, natürlich auf Anhieb einig mit Besucherführerin Ruth Landgraf. Die 73-Jährige, die bereits seit vielen Jahren Gruppen durch den Flughafen führt, zeigte den Kindern bei dem Rundgang eine Vitrine mit lauter Reisemitbringseln aus geschützten Tieren und Lebewesen, die zuvor bei Fluggästen auf dem FMO gefunden worden waren. Und dass gerade Elefanten und andere seltene Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, für solche Mitbringsel getötet werden, fanden die Kinder besonders gemein. 

Geht gar nicht: Ruth Landgraf zeigte den Kindern eine Vitrine mit Reisemitbringseln aus geschützten Tieren und Lebewesen wie Korallen. Foto: Jens Lintel

Landgraf vermittelte den elf Mädchen und Jungen bei der Führung umfassende Informationen zu den Abläufen auf einem Flughafen und zum Fliegen an sich. Bei einer Busfahrt über das Flughafengelände wurden von Hangars mit geparkten Flugzeugen über den Tower und das Treibstofflager bis zur Feuerwehr und zur Wetterwarte alle wichtigen Anlagen und Einrichtungen gezeigt.

Mit der Besichtigung der Gepäcksortieranlage und einem Besuch beim Zoll wurden den mehrere Programmpunkte geboten, die sonst bei Führungen nicht oder nur selten gemacht werden. Auch nahm sich Landgraf besonders viel Zeit – die Führung dauerte deutlich länger als vorgesehen. 

Die Gepäcksortieranlage besteht aus einem 400 Meter langen Kofferrollband - einer Art Achterbahn für Gepäckstücke. Foto: Jens Lintel

Bevor sie die Bereiche des Flughafens betreten durften, die sonst den Fluggästen und Mitarbeitern vorbehalten sind, mussten sich die Kinder wie vor einem Flug einer Personenkontrolle unterziehen. Dabei erweisen sich sieben Kinder als „alte Hasen“, weil sie bereits vorher geflogen waren, aber für vier Mädchen und Jungen war es neues Erlebnis. 

Nach einer Busfahrt über das Flugfeld zeigte Landgraf den Kindern die Gepäcksortieranlage. Sie besteht aus einem 400 Meter langen Rollband, auf dem die Koffer der Reisenden mit einem Tempo von bis zu 37 Stundenkilometer durch den Keller des Flughafens sausen und von Kameras kontrolliert werden, bevor sie in Wagen umgeladen und dann in die wartenden Flugzeuge gebracht werden – eine Art Achterbahn für Koffer. 

Coole Aktion: Beim Zoll wollten die Kinder wissen, wie es sich anfühlt, wenn Handschellen getragen werden müssen - und durften es prompt ausprobieren. Foto: Jens Lintel

Wie Landgraf erklärte, gehen bei Flugreisen nur ganz wenige Gepäckstücke verloren und fast alle gelangen später wieder zu ihren Eigentümern. „Bei allen Flügen auf der ganzen Welt ist es so, dass nur einer von 1000 Koffern nicht richtig ankommt. Und von den verloren gegangenen Koffern kommen 98 Prozent – also fast alle – wieder zurück“, so Landgraf. 

Als Highlight durften die Kinder zum Abschluss noch beim Flughafen-Zoll bei einer Kofferkontrolle mithelfen. Zusammen mit Kai Rademacher, dem Leiter der Zollinspektion auf dem FMO, wurde an einem Durchleuchtungsgerät ein Übungskoffer kontrolliert, in dem unter anderem eine Pistole und noch weitere Waffen wie ein Messer und ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker versteckt waren.

 Als die Sprache darauf kam, dass es sich bei den Gegenständen in dem Übungskoffer um Gegenstände handelte, die Rademacher und die anderen Zöllner zuvor bei Reisenden gefunden hatten, waren die Kinder entrüstet, dass jemand solche gefährlichen Gegenstände bei sich trägt – nicht nur beim Fliegen.   


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