Fantasie in Filme umgesetzt Trickfilmclub der Drei-Religionen-Schule präsentiert Ergebnisse

Auch etwas über sich selbst lernten die Kinder beim Trickfilmclub der Musik- und Kunstschule in der Drei-Religionen-Schule- Foto: Gert WestdörpAuch etwas über sich selbst lernten die Kinder beim Trickfilmclub der Musik- und Kunstschule in der Drei-Religionen-Schule- Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. In der Osnabrücker Drei-Religionen-Schule hat die städtische Musik- und Kunstschule einen Trickfilmclub für Dritt- und Viertklässler angeboten, die dort eigenständig und in spielerischer Weise kleine Stop-Motion-Filme anfertigen konnten.

Oft erlebt es der Künstler Henning Lichtenberg nicht, dass er zum Abschluss eines Workshop-Programms in Schulen von fast allen Teilnehmern ein paar persönliche, öffentliche Dankesworte erhält. Entsprechend gerührt zeigte sich der Mitarbeiter der städtischen Musik- und Kunstschule, als ein Dutzend Dritt-und Viertklässler der Drei-Religionen-Schule an der Johanniskirche ihm herzlich für die spannenden Wochen dankten, in denen er ihnen beibrachte, mittels Stop-Motion-Technik kleine Filme zu produzieren. Es war viel los bei der Ergebnispräsentation im Filmraum der Grundschule – vor allem auf der Leinwand. Da passierten Einbrüche und Unfälle, Polizei und Feuerwehr mussten anrücken oder die Straße freigeräumt werden.

Stress auf der Strasse. Foto: Gert Westdörp

Viele Möglichkeiten

Um ihre Geschichten mit bewegten Bildern zu erzählen, benutzten die Schüler nicht nur Fahrzeuge und kleine Figuren aus der Modelleisenbahn, sondern auch solche, die sie selbst gezeichnet, geknetet oder aus Papier ausgeschnitten und bemalt haben. Gerade die große Abwechslung in der Materialwahl hat nicht nur der zehnjährigen Irma viel Spaß gemacht, die gemeinsam mit der ein Jahr jüngeren Hannah im Zweier-Team etwa einen Film über eine „Gangster-Welt“ gemacht hat. Bewegt sind die Bilder dabei erstmal eigentlich nicht, sondern wirken erst so, nachdem sie mit dem Stop-Motion-Trick hintereinandergelegt worden sind. „Das ist ganz schön viel Arbeit, die aber genauso viele Spaß gemacht hat“, befanden auch Piet und Hannes, beide acht Jahre alt, die zum Beispiel nach dem Vorbild ihres Lieblingsspiels Minecraft einen Schwertkampf inszeniert haben.

Ein Film mit Herz. Foto: Gert Westdörp

Umgang mit Medien lernen

Mit einer Handvoll kleiner, stoßfester und unempfindlicher Kompaktkameras mit kleinen Stativen, die vom Osnabrücker Peter Jeda Fonds gestiftet worden und für den Schulbetrieb besonders geeignet sind, konnten die jungen Trickfilmer ihre Geschichten in Szene setzen, um sie anschließend am Computer zu überarbeiten. Über den Erstellungsprozess lernten sie, wie viel Arbeit hinter so einem kurzen Film steckt, aber auch stolz zu sein auf ein eigenes Produkt. „Selbst mit Medien arbeiten statt nur zu konsumieren“, um seine eigenen Fantasien nicht passiv, sondern „in kreativ-künstlerischer Weise zu kanalisieren“, fasst Lichtenberg das Anliegen des Angebots der Musik-und Kunstschule zusammen. 

Ein Einbruch wird geplant. Foto: Gert Westdörp

Von Jury ausgewählt

Bereits im vergangenen Schuljahr wurde an der Drei-Religionen-Schule ein entsprechender Workshop zum Reinschnuppern angeboten. Das kam nicht nur dort gut an, sondern auch bei der niedersächsischen Landesvereinigung für Kulturelle Jugendbildung, die den Trickfilmclub im Rahmen von „Kultur macht Schule“ finanziell unterstützt hat als ein beispielhaftes Projekt, dass ein „Bewusstsein für das Manipulationspotential der Medien“ schaffe, wie es in der Begründung der unabhängigen Jugendjury heißt. Zudem könnten sich die Schüler in dieser kreativen Arbeit „beweisen und Selbstbewusstsein gewinnen“, ergänzte Schulleiterin Birgit Jöring. 

Stabile Bilder. Foto: Gert Westdörp

Zum Kunst machen animiert

Gewundert habe er sich schon, dass auch Krankheit und Sterben von vielen der teilnehmenden Schüler ganz unbefangen zum Thema gemacht worden ist, verriet Lichtenberg, der deren Arbeit ganz bewusst nicht thematisch eingeschränkt hat. Aber auch der Tod gehöre eben zum Leben dazu und die künstlerische Tätigkeit ein geeignetes Mittel, Gefühle und Gedanken dazu „ähnlich wie im Traum“ zu verarbeiten. „Ich mache Kunst und bin immer gut drauf“, animierte Lichtenberg am Ende die erfolgreichen Teilnehmer des Trickfilmclubs dazu, weiter kreativ zu bleiben. Was allerdings nicht nötig gewesen wäre. Denn für alle stand fest, dass sie so etwas immer wieder machen würden.


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