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Leibenath leitet Training bei den Ballers Simic: Hätte nicht gedacht, dass ich abgesägt werde

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Ende der Eintracht: Marko Simic und Ballers-Geschäftsführer Christian Somberg. Foto: Helmut KemmeEnde der Eintracht: Marko Simic und Ballers-Geschäftsführer Christian Somberg. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Heute ist für die Spieler der GiroLive Ballers die Winterpause vorbei – kurz war sie, und dennoch hat sich einiges geändert: Es gibt einen neuen Chef. Um 10 Uhr sollen sich die Spieler in der Arena der Osnabrücker Zweitliga-Basketballer in Hellern einfinden – nur Jevohn Shepherd nicht. Er weilt noch im Urlaub in Kanada. Die anderen Profis werden mit ihrem neuen Trainer bekannt gemacht. Wer es sein wird, ist mittlerweile sicher, offiziell ist es noch nicht.

Thorsten Leibenath, Ex- Trainer der Artland Dragons, wird das Team übernehmen. Auch Bundesligist Gießen hat der 35-Jährige schon trainiert und die Scottish Rocks. Nach seiner Entlassung in Quakenbrück vor dieser Saison bildete er sich bei europäischen Topklubs weiter.

Seit Tagen schon zeichnete sich die Entscheidung ab. Bestätigen wollten es beide Seiten bislang nicht. „Es gibt noch keinen gültigen Arbeitsvertrag“, sagt Somberg. Die Zeit war zu knapp. Dass der Vertrag heute unterzeichnet wird, davon ist auszugehen. Somberg betont: „Wir finden ihn gut.“ Und Leibenath sagt: „Es sieht sehr gut aus.“ Das Surren im Hintergrund verrät: Der Trainer ist im Auto. Der Start: Lich. Das Ziel – auch wenn er es nicht bestätigt – dürfte Osnabrück lauten. Um 13.30 Uhr wird er voraussichtlich das erste Training der Ballers im neuen Jahr leiten. „Marko Simic ist definitiv kein Headcoach mehr“, sagt Somberg.

„Wir wollten jemanden, der eigene Ideen entwickelt“, erklärt der Geschäftsführer: „Wir haben noch nicht die sportlichen Strukturen, die wir benötigen.“ Auf der Bank fehlte bislang ein Assistent – ein großes Manko für einen Zweitligisten mit Ambitionen. Das sieht auch der bisherige Trainer Simic so. Alleine als Chef alles zu regeln sei eine gewaltige Aufgabe gewesen. „Dass wir uns auf der Bank verstärken wollten, wusste ich“, erklärt der 23-Jährige: „Allerdings bin ich davon ausgegangen, dass ich Unterstützung durch einen Assistenten bekomme, nicht, dass man mich absägt.“

Seit Weihnachten war Simic bei seiner Familie in der Schweiz – gestern machte er sich zurück auf den Weg nach Osnabrück. „Bislang wurde ich noch nicht von den Ballers informiert, dass Herr Leibenath Trainer wird – stattdessen wurde ich in den letzten Wochen ignoriert“, sagt er und betont: „Das alles hat mich überrascht, zumal es sportlich nicht schlecht lief und die Chemie zwischen der Mannschaft und mir gestimmt hat.“ Die Bilanz des Schweizers: Acht Siege, fünf Niederlagen haben die Ballers auf dem Konto, stehen auf Platz fünf der Tabelle – allerdings bei einem Spiel weniger. Doch nach sechs Siegen zum Saisonstart gab es fünf Niederlagen in den darauf folgenden sieben Partien. Das letzte Spiel gegen Tabellenschlusslicht Cuxhaven wurde 100:78 gewonnen, der Sieg rettete Simic dennoch nicht den Job.

Somberg sagt: „Wir dürfen nicht alles von der Tabelle und den Ergebnissen ableiten.“ Der Trend gehe nicht in die richtige Richtung, vor allem in der Verteidigung gebe es Schwächen. Nur Hannover kassiert im Schnitt mehr Punkte (87,3) als die Ballers (87,2). Simic sagt: „Das lag an unserer schnellen Spielweise. Unsere Korbdifferenz war über weite Strecken sehr positiv.“ Heute soll entschieden werden, wie es mit dem Schweizer weitergeht. Eine Möglichkeit, laut Somberg: Simic kann als Assistent weitermachen. Dass es klappt, darauf deutet derzeit nichts hin.


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