Chancen für „einsame Arbeitsnomaden“ Studierende präsentieren am Standort Haste Arbeitsergebnisse

Antje Suer und Dirk Manzke Manzke vom Fachgebiet Landschaftsarchitektur der Hochschule zeigen ein Modell der Sutthauser Straße. Foto: Tom BullmannAntje Suer und Dirk Manzke Manzke vom Fachgebiet Landschaftsarchitektur der Hochschule zeigen ein Modell der Sutthauser Straße. Foto: Tom Bullmann

Osnabrück. Kann man ein Areal an der Sutthauser Straße und den Osnabrücker Hafen städtebaulich, sozial und ökologisch aufwerten? „Skript 19“ gibt Antworten. Denn so lautet der Titel einer Werkschau mit ausgewählten Studienprojekten der Bereiche Freiraumplanung, Landschaftsentwicklung und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück.

Wie kann man die Stadt Osnabrück ökologisch und städtebaulich sinnvoll umstrukturieren? Das ist eine der Fragen, mit denen sich Studierende des Fachgebiets Landschaftsarchitektur der Hochschule beschäftigen. So gab es im vergangenen Semester am Standort Haste ein Studienprojekt, das beispielsweise per Modell einen Teil des Umfelds der Sutthauser Straße neu sortierte. Sollte der Plan verwirklicht werden, könnte dort ein Grüngürtel mit Baumbestand gerettet und somit die Verdichtung - so wird das Asphaltieren und Pflastern des Bodens genannt - reduziert werden.

Eine andere Gruppe erforschte das Areal rund um den Hafen aus der Perspektive von LKW-Fahrern. „Die Bedürfnisse der Nutzer des Hafenareals spielten nur eine untergeordnete Rolle in der Planung des Stadtteils“, heißt es in der Arbeit der Studierenden. Sie gingen der Frage nach, wie man die soziale Infrastruktur dort verbessern könne. Für die zum Teil als Typus des „einsame Arbeitsnomaden“ bezeichneten Brummifahrer müsse ein Umfeld geschaffen werden, das ihren Bedürfnissen nach Essen, Hygiene und Kommunikation entspräche.

Wer sich für solche Themen interessiert, wird jetzt von der Hochschule eingeladen, die Ausstellung „Skript 19“ zu besuchen. Einmal im Jahr wählen die Lehrenden des Fachbereichs Landschaftsarchitektur Studienprojekte aus, die im Hauptgebäude der Hochschulabteilung in Haste präsentiert werden. Zur Eröffnung hat sich der Initiator, Professor Dirk Manzke, ein besonderes Programm einfallen lassen. Er hat den serbischen Schriftsteller Bora Ćosić eingeladen, dessen Bücher sich durch intensive Beschreibungen des sozialen Zusammenlebens im urbanen Raum auszeichnen. „Ich veranstalte häufig Exkursionen nach Osteuropa, zum Beispiel in die Länder des ehemaligen Jugoslawiens“, erzählt Manzke. So hat er im vergangenen Jahr für seine Studierenden eine Lesung mit Texten von Ćosić an Originalschauplätzen in Belgrad organisiert.

Zur Eröffnung von „Skript 19“ wird Schauspieler Ronald Funke vom Theater Osnabrück ausgesuchte Texte von Ćosić vortragen, außerdem wird sich Dirk Manzke mit dem Schriftsteller, der beim Ausbruch der Jugoslawienkriege zuerst nach Kroatien, dann nach Berlin auswanderte, über seine Erfahrungen und Beobachtungen in den Städten seiner Heimat unterhalten.

Hochschule Osnabrück, Standort Haste (Am Krümpel 33): „Skript 19“ – Werkschau mit Ergebnissen von ausgewählten Studienprojekten der Bereiche Freiraumplanung, Landschaftsentwicklung und Landschaftsarchitektur. 6. November (Eröffnung mit Lesung und Gespräch um 18.30 Uhr) bis 4. Dezember, Aula des Hauptgebäudes HD 01, zu den üblichen Öffnungszeiten.


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