"Gespräche mit dem Teufel" Thomas Sarbacher tritt mit der Neuen Hofkapelle auf

Thomas Sarbacher. Foto: Luiz KuhnThomas Sarbacher. Foto: Luiz Kuhn

Osnabrück. „Gespräche mit dem Teufel“ ist das Konzert der Neuen Hofkapelle Osnabrück am kommenden Sonntag um 19 Uhr überschrieben, bei dem auch der Schauspieler Thomas Sarbacher als Sprecher dabei ist.

Dieser Titel geht direkt auf eine Anregung Sarbachers zurück: „Gespräche mit dem Teufel“ heiße nämlich ein Buch des polnischen Philosophen Leszek Kolakowski, und aus diesem Buch habe er schon verschiedentlich bei gemeinsamen Auftritten mit einem Barock-Quartett gelesen. „Es begegnet mir in den unterschiedlichsten Zusammenhängen, dass ich mit Musikern auftrete“, so Thomas Sarbacher, er selbst höre Barockmusik auch gerne. „Ich mache sehr viele Lesungen, und es ist immer wieder ein großer Genuss, das mit Musik zusammen zu machen, das hat die Erfahrung doch gezeigt.“ Er erzählt weiter von gemeinsamen Auftritten mit einem Philosophen und einem improvisierenden Schlagzeuger und meint: „Das macht großen Spaß, da bin ich immer gerne dabei.“

Der Teufel im Mittelpunkt

In Kolakowskis Text, den Thomas Sarbacher in Osnabrück lesen wird, komme der mythische Sänger Orpheus zu Wort. Nach seiner Rückkehr aus der Unterwelt überlege der, ob man ihn „in die Pfanne gehauen“ und seine Frau Eurydike in Wirklichkeit nie hinter ihm gewesen sei, oder ob sie tatsächlich da war und er es war, der sie, indem er sich nach ihr umwandte „mit einem Tritt wieder ins Jenseits befördert hat.“ 

Für das Konzert mit der Hofkapelle sei ein neues Konzept erstellt und dem Text Kolakowskis andere Texte an die Seite gestellt worden, so Thomas Sarbacher. Es handle sich nun um eine Textkollage, die den Teufel als Hauptperson habe. „Es kommt ein Ausschnitt aus der göttlichen Komödie von Dante und Gedichte über die Hölle von Andreas Gryphius. Die Hölle und der Teufel, das ist das tragende Gebilde, das wir vorstellen werden. Es sind sehr unterschiedliche Betrachtungen des immer gleichen Ortes. Dante, das ist klar, ist eine sehr düstere Angelegenheit, Kolakowskis Orpheus-Text ist eher philosophisch, und dann gibt es noch einen sehr schönen und lustvollen Text über die Hölle von Rafik Schami.“ Die Texte, die im Konzert Kompositionen von Henry Purcell, Jean Baptiste Lully, Marin Marais und anderen gegenüber gestellt werden, kommen also keineswegs alle aus der Barockzeit.

Dreharbeiten unterbrochen

Thomas Sarbacher ist bereits vor einem Jahr mit der Hofkapelle aufgetreten, damals durch die Vermittlung von Hanjo Kesting, mit dem Thomas Sarbacher häufig zusammen auftritt. Nach dem Konzert fanden beide Seiten die Zusammenarbeit einer Fortsetzung wert, und so kommt es, dass Thomas Sarbacher dafür sogar die Dreharbeiten für einen neuen Thriller unterbricht, für den er zur Zeit in Wismar vor der Kamera steht. Glück für das Publikum in Osnabrück: „Diese Unterbrechung mussten sie mir genehmigen, weil das schon vorher fest stand. Alle weiteren Aktivitäten, die mich hätten ablenken können, haben sie mir untersagt. Das wird tatsächlich sehr gedrängt sein, weil es ein relativ großes Ensemble ist, was da zusammenkommt, und die Möglichkeiten der Disposition sind da sehr eingeschränkt.“

Karten sind bei der Tourist Information erhältlich (Bierstraße 22, Tel. 0541-323 22 02).


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