„Musica pro pace“ „Nicht unser Krieg“: Starkes Konzert zum Osnabrücker Friedenstag

Stimmgewaltig für eine friedliche Welt: Das Niedersächsische Vokalensemble unter Joachim Siegel beim „Musica pro pace“-Konzert in der Kleinen Kirche. Foto: Andre HavergoStimmgewaltig für eine friedliche Welt: Das Niedersächsische Vokalensemble unter Joachim Siegel beim „Musica pro pace“-Konzert in der Kleinen Kirche. Foto: Andre Havergo

Osnabrück. „Dieser Krieg ist nicht unser Krieg“, so klingt es ziemlich entschieden am Schluss von Hanns Eislers „Gegen den Krieg“, einem a-cappella Chorwerk auf einen Text Bertolt Brechts. Die Zeile ist das Motto des diesjährigen „Musica pro pace“-Konzerts in der Kleinen Kirche in Osnabrück. Das Niedersächsische Vokalensemble unter Joachim Siegel sang unter anderem Werke von Hanns Eisler, Randall Thompson und Samuel Barber.

Stefan Hanheide, Musikhistoriker und Initiator dieser Friedenskonzerte, moderiert selbst und macht das Publikum sowohl mit musikalischen Besonderheiten als auch den historischen Hintergründe in konzentrierter Form vertraut.

Für die musikalische Darbietung hat er diesmal das Niedersächsische Vokalensemble eingeladen. Das kann als Osnabrücker Chor durchgehen, denn die meisten der 34 Sänger sind ehemalige oder aktuelle Musikstudenten der hiesigen Uni, und der Leiter ist deren Chordirektor Joachim Siegel. Der animiert seinen Chor zu blühenden Klängen, kontrolliert aber zugleich fast jedes Detail äußerst präzise. Seine Sänger wiederum sind in der Lage, seine Gesten in bald sanfte, bald kraftvolle Klänge umzusetzen. Der Chor intoniert sauber, hält die Stimmen in vorbildlicher Balance und beeindruckt insbesondere durch die lebhafte Dynamik.

Eislers „Gegen den Krieg“ folgt der Schönbergschen „Zwölftontechnik“ und ist damit das sperrigste Werk im Programm. Sehr viel zugänglicher sind die übrigen Beiträge, unter denen der umfangreichste der des Amerikaners Randall Thompson ist. Sein achtsätziges „Peaceable Kingdom“ ist ein vielseitiges Werk voller eindrucksvoller Klänge und Wendungen, bald melodisch, bald aufgewühlt. Es sei, so Stefan Hanheide, nach der Uraufführung 1936 als „das schönste jemals von einem Amerikaner geschaffene Chorwerk“ bezeichnet worden.

Samuel Barbers „Agnus Dei“, das auf seinem „Adagio for Strings“ beruht, dürfte ein harter Konkurrent um diesen Titel sein, doch das entstand ja auch erst im Jahr danach. Das Agnus Dei, der letzte Bestandteil der katholischen Messe, beendet auch dieses Konzert, und was könnte auch passender sein als die abschließende Bitte „dona nobis pacem“, gib uns Frieden? Barbers Agnus Dei solle eigentlich von Klavier oder Orgel begleitet werden, es sei denn, der Chor sein exzellent genug, so Stefan Hanheide. Beim NVE bestehen da keine Zweifel: Die Klänge leuchten, werden allmählich zu einem intensiven Fortissimo-Höhepunkt geführt und verklingen ruhig und friedlich.

Das Konzert wurde von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und wird vermutlich im Januar ausgestrahlt. Der genaue Sendetermin wird unter www.ofg.uni-osnabrueck.de veröffentlicht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN