Schlosskonzerte 2019 Energisch und ausdrucksstark: Das Antos Klavierquartett in Iburg

Tadelloses Zusammenspiel: Das Antos Klavierquartett spielt bei den Iburger Schlosskonzerten Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Camille Saint-Saëns und Joaquin Turina. Foto: Andre HavergoTadelloses Zusammenspiel: Das Antos Klavierquartett spielt bei den Iburger Schlosskonzerten Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Camille Saint-Saëns und Joaquin Turina. Foto: Andre Havergo

Bad Iburg. Mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann und Joaquín Turina bestritt das Antos Klavierquartett sein Konzert in Bad Iburg.

Es ist das erste Meisterwerk dieser Gattung überhaupt: Mozart hat, so die gängige Meinung, in seinem Quartett g-moll KV 478 die Instrumente Klavier, Violine, Viola und Cello erstmals erfolgreich vereint. Im Iburger Rittersaal beginnt das junge Antos Klavierquartett sein Konzert mit diesem Werk, und das klingt dann elegant und anmutig, klanglich recht opulent. Man kann diesen Ansatz, je nach Standpunkt, etwas gefällig finden, doch auf jeden Fall sind die Musiker in ihrer Interpretation sehr konsequent und im Zusammenspiel tadellos.

Im Programm folgt ein Sprung von 150 Jahren in die 1930er. Joaquín Turina aus Sevilla, im Konzert viel zu selten gespielt, war ebenfalls ein Pionier, denn als er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts intensiv mit der Kammermusik beschäftigte, war die in Spanien noch nicht allzu gründlich beackert worden, und schon gar nicht gab es diese Verbindung mit der andalusischen Folklore, die seine Musik höchst individuell und faszinierend macht. Sehnsuchtsvoll klingt das häufig, mindestens so wichtig wie die Struktur ist der Klang. Den trifft das Antos Klavierquartett sehr gut, wenn es sein Werk a-moll op. 67 energisch und ausdrucksstark zu Gehör bringt.

Nach der Pause geht es dann wieder in bekanntere Bahnen, Schumanns Quartett Es-Dur op. 47 gehört zu den beliebtesten Werken der Gattung, und die Musiker spielen es schön knackig und unruhig erregt. Selbst im langsamen Satz ist das zu spüren, auch wenn hier wunderbar „gesungen“ wird, und erst recht im herrlich quirligen Finale.


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