Konzert am Sonntag in der Kleinen Kirche Musik der 1930-er Jahre bei Musica pro pace

Singt bei Musica pro pace "Friedensrufe der Dreißiger Jahre": Das Niedersächsische Vokalensemble unter der Leitung von Joachim Siegel (rechts). Foto: Danica PieperSingt bei Musica pro pace "Friedensrufe der Dreißiger Jahre": Das Niedersächsische Vokalensemble unter der Leitung von Joachim Siegel (rechts). Foto: Danica Pieper

Osnabrück. Musica pro pace ist der musikalische Beitrag zu den Osnabrücker Friedensgesprächen. In diesem Jahr widmet sich das Konzert Kompositionen der 1930-er Jahre.

Die Besonderheit des diesjährigen Musica-pro-pace-Konzerts verdankt sich einem Zufall. Stefan Hanheide, der Verantwortliche für die Konzertreihe, hat ein Werk von Randall Thompson aufgestöbert, eines Komponisten, "den ich überhaupt nicht kannte", sagt er. Gereizt hat ihn vermutlich der Titel des Werks: "The Peaceable Kingdom" heißt es - der Musikwissenschaftler beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Musik zu Krieg und Frieden.

Joachim Siegel, Universitätschordirektor in Osnabrück, hat das Werk ebenfalls intensiv begutachtet und für gut befunden, für sehr gut sogar. Zwar musikalisch etwas konservativ, sei es aber "sehr virutos" sagt Siegel, "auch sprachlich. Die Texte hat Randall dem Buch Jesaja entnommen, und da ist weniger von Frieden die Rede, als vielmehr von unermesslichem Leid. "Das ist der reinste Splatterfilm", sagt Siegel. "Erst der achte Teil spricht von Frieden", ergänzt Hanheide.

Das fügt sich perfekt in den Grundgedanken des diesjährigen Musica-pro-pace-Konzerts: Diesmal stehen Werke für A-Cappella-Chor auf einem Programm unter dem Titel "Dieser Krieg ist nicht unser Krieg - Friedensrufe der Dreißiger Jahre". Während die 20-er Jahre offenbar wenig von Krieg wissen wollten, hat sich das in den Dreißigern geändert: Hanns Eisler hat auf Texte von Bertolt Brecht seine Kantate "Gegen den Krieg" geschrieben, die im Mittelpunkt des Konzerts stehen wird. Es gibt Musik von Darius Milhaud und das "Agnus Dei", von Samuel Barber - die Chorversion seines berühmten Adagio for Strings. "Warum entstanden diese Kompositionen in den 30-er Jahren?", fragt Hanheide. Die Antwort gibt er selbst: Die Komponisten seien getrieben worden von den "Befürchtungen, dass etwas passiert."

Singen wird das Konzert in der Kleinen Kirche am Dom das Niedersächsische Vokalensemble unter der Leitung von Joachim Siegel, moderieren wird Stefan Hanheide.

Musica pro Pace 2019

"Dieser Krieg ist nicht unser Krieg" - Friedensrufe der Dreißiger Jahre
Chorwerke von Barber, Eisler und anderen. Niedersächsisches Vokalensemble, Leitung: Joachim Siegel. Sonntag, 3. November, 16 Uhr, Kleine Kirche am Dom. Karten zu 8 Euro (erm. 5 Euro) an der Abendkasse.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN