Ab Donnerstag neu im Kino "Scary Stories to Tell in the Dark" - Anspielungsreicher Horror

In einem verfallenen Haus finden die Jugendlichen ein altes Buch mit Gruselgeschichten. Foto: dpa/eOne GermanyIn einem verfallenen Haus finden die Jugendlichen ein altes Buch mit Gruselgeschichten. Foto: dpa/eOne Germany

Osnabrück. Mit seinem Film „Scary Stories to Tell in the Dark“ gelingt Produzent und Co-Autor Guillermo del Toro ein überzeugender Genrefilm mit stimmungsvollem Zeitkolorit und historischen Bezügen, dem im Bemühen um einen Familienhorrorfilm sogar beinahe die Quadratur des Kreises gelingt.

Trick or Treat - Süßes oder Saures! Eigentlich soll der Halloween-Abend im Jahre 1968 für die jugendliche Stella (Zoe Margaret Colletti) und ihre beiden Schulfreunde Auggie und Chuck ein ganz normaler Spaß wie in jedem Jahr werden. Leute erschrecken, Süßigkeiten schnorren – das Übliche halt. Aber als sie sich mit einem Streich bei dem fiesen Mitschüler Tommy (Austin Abrams) rächen, müssen sie Hals über Kopf die Flucht ergreifen.

Gemeinsam mit dem unterwegs aufgegabelten Ramon (Michael Garza) erreichen sie ein verfallenes Haus, wo sie in einem Geheimversteck ein altes Buch mit Gruselgeschichten finden. Oder besser gesagt: das Buch findet sie. Es sind noch viele Seiten frei. Und nach und nach füllen die sich mit Geschichten über lebendige Vogelscheuchen, Eier legende Spinnen, den furchtbaren Jangly Man und andere Ängste der Teenager. Damit nicht genug. Die Geschichten werden wahr...

Mit dem Film „Scary Stories to Tell in the Dark“ versuchen Produzent Guillermo del Toro und Regisseur André Øvredal auf den ersten Blick die Quadratur des Kreises – einen Horrorfilm für die ganze Familie. Als Vorlage des episodisch, aber zusammenhängend erzählten Filmes dienen die gleichnamigen Kinderbücher von Alvin Schwartz. Aber kann das wirklich funktionieren? Ein Familien-Horrorfilm nach Gruselgeschichten für Kinder? Es kann.

Die beiden Drehbuchautoren Dan und Kevin Hageman überzeugen gemeinsam mit Co-Autor del Torro mit einer schlüssigen Vorlage, die wegen diverser Schock- und Horrorelemente in der Inszenierung von Regisseur Øvredal vielleicht nur bedingt familientauglich wirkt, aber Genrefans auf gar keinen Fall enttäuscht. Als Bonus überzeugt Øvredal mit stimmungsvollem Zeitkolorit, das von einem Soundtrack abseits des Mainstreams getragen wird.

Für geschichtlich interessierte Zuschauer lohnt es sich sowieso, die Details am Rande zu verfolgen. Vor allem die immer wieder eingeblendeten TV-Geräte, auf deren Mattscheiben der Vietnamkrieg tobt, Studentenunruhen das Land erfassen und ein gewisser Richard „Tricky Dicky“ Nixon mit einem Wahlkampf aus Lügen und Betrügen das Land spaltet, zeigen den realen Horror. Angedeutete Parallelen zu unserer Gegenwart und der Macht von Geschichten sind kein Zufall.

Scary Stories to Tell in the Dark. USA, Canada 2019. R.: André Øvredal. D.: Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush, Austin Zajur. Laufzeit: 108 Minuten. FSK: ab 16. Filmpassage.


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