Arbeiten am Hunteburger Weg Warum Fische aus Regenrückhaltebecken in Osnabrück umgesiedelt werden müssen

Der Schlamm muss weg: Die Stadtwerke-Tochter SWO Netz arbeitet derzeit am Regenrückhaltebecken am Hunteburger Weg. Foto: Stadtwerke Osnabrück/Marco HörmeyerDer Schlamm muss weg: Die Stadtwerke-Tochter SWO Netz arbeitet derzeit am Regenrückhaltebecken am Hunteburger Weg. Foto: Stadtwerke Osnabrück/Marco Hörmeyer

Osnabrück. Der Herbst ist Entschlammungszeit. Aktuell ist ein Bagger am Regenrückhaltebecken am Hunterburger Weg in Osnabrück im Einsatz, teilten die Stadtwerke mit. Die Arbeiten sind aufwendig.

Die Stadtwerke-Tochter SWO Netz befreit das Becken im Stadtteil Widukindland von Ablagerungen. „Das Prozedere bei der Entschlammung ist im Wesentlichen immer gleich“, wird Sven Kreutzmann (SWO) in der Mitteilung zitiert. 

Fische werden umgesiedelt

Zunächst wird werde ein Großteil des Wassers abgepumpt, anschließend das Becken befischt und die Fische in andere Gewässer umgesiedelt. Nach der Befischung wird das restliche Wasser aus dem Becken gepumpt, parallel starten die Entschlammungsarbeiten. „Die Bagger häufen den Schlamm dabei zu kleineren Schlammbergen an, damit er entwässern kann und stichfest wird“, so Kreutzmann, der die Arbeiten koordiniert. Der entwässerte Schlamm wird anschließend abtransportiert und in einer Sonderdeponie entsorgt.  

Weiter geht's in der Dodesheide

Als zweites Regenrückhaltebecken wird das Becken an der Brandenburger Straße im Stadtteil Dodesheide entschlammt. Auch dieses Becken besteht, wie das in Widukindland, aus zwei zusammenhängenden Wasserflächen. „An beiden Becken werden jeweils rund 1200 Tonnen Schlamm anfallen und entsorgt“, rechnet Kreutzmann vor. Je nach Wetterlage sollen die Arbeiten an beiden Becken bis Weihnachten abgeschlossen sein. „Solche Maßnahmen werden aus Rücksicht auf die Brut- und Nistzeiten grundsätzlich immer ab Herbst und in den Wintermonaten durchgeführt.“

Regenrückhaltebecken als Hochwasserschutz

Mehr als 90 Regenrückhaltebecken verschiedener Größen gibt es insgesamt in Osnabrück. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Hase oder Düte und dienen dem Hochwasserschutz, indem das gestaute Regenwasser gleichmäßig weitergeleitet wird und sich viele Stoffe bereits in den Becken absetzen können. Insgesamt 500.000 Kubikmeter Wasser können sämtliche Regenrückhaltbecken aufnehmen. Um dies auch künftig gewährleisten zu können, ist eine regelmäßige Entschlammung der SWO zufolge erforderlich.

Regenrückhaltebecken als Naherholungsziel

Die 90 Regenrückhaltebecken erfüllen neben dem Hochwasserschutz eine weitere Funktion. „Die Becken werden bewusst naturnah gestaltet und sind dadurch auch gern genutztes Naherholungsgebiet“, wird Kreutzmann wiedergegeben. „Das führt dazu, dass vielen Osnabrückern der eigentliche Zweck der Becken gar nicht bewusst ist.“ Für den SWO Netz-Fachmann hat dieser Doppel-Nutzen einen hohen Wert: „Die Regenrückhaltebecken sind ein wichtiges Stück Lebensqualität in Osnabrück.“


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