Mit Musik etwas bewirken Osnabrücker Künstler unterstützen Schule in Namibia

Vor Schülern und Lehrern in Namibia spielte der Osnabrücker Songwriter Fabian von Wegen im Auftrag des Goethe-Instituts mit seinem Projekt „Wortspiel“. Nun sammelt er Geld für die baufällige Schule. Foto: Carlos PohlmannVor Schülern und Lehrern in Namibia spielte der Osnabrücker Songwriter Fabian von Wegen im Auftrag des Goethe-Instituts mit seinem Projekt „Wortspiel“. Nun sammelt er Geld für die baufällige Schule. Foto: Carlos Pohlmann
Carlos Pohlmann

Osnabrück. Unter dem Namen „Wortspiel“ reisen die Osnabrücker Fabian von Wegen und Mitch Miller sowie das Oldenburger Impro-Theater „12 Meter Hase“ im Auftrag des Goethe-Instituts um die Welt. Im Juli waren sie in Namibia in einer Schule, deren Zustand katastrophal war. Die wollen sie nun mit einem Fundraising-Projekt und Benefiz-Abenden unterstützen.

Fabian von Wegen hat eine Osnabrück-Hymne komponiert, er war Finalist beim „Panikpreis der Udo-Lindenberg-Stiftung“ zur Förderung von Nachwuchskünstlern und ist regelmäßiger Gast beim Osnabrücker Samstag. Mit dem Osnabrücker Poetry Slammer Mitch Miller, der zu Fuß nach Çanakkale und als Römer verkleidet durch Europa lief, sowie den Oldenburger Impro-Schauspielern Jürgen Boese und Jan Mattenheimer fuhr er 2015 auf Einladung zweier Deutschlehrer nach Dänemark. Dort spielten sie vor Schülern. Und dort entstand die Idee, eine Show zu machen, bei der Kinder und Jugendliche kreativ Deutsch lernen können.

Die Show besteht aus den Beiträgen der einzelnen Künstler, bei denen das Publikum mit einbezogen wird. Und sie beinhaltet einen pädagogischen Teil, der aus Workshops besteht, erklärt Fabian von Wegen. Darin wird anhand der drei Sparten Musik, Literatur und Theater die deutsche Sprache vermittelt.

Mit diesem Konzept habe sich die Gruppe ans Goethe-Institut gewendet, berichtet von Wegen. 2016 war sie noch auf Einladung der German-Swiss International School in Hongkong. Nachdem das Goethe-Institut grünes Licht gegeben hat, war „Wortspiel“ 2017 in Südafrika, 2018 in den USA und in diesem Jahr in Namibia.

In der ehemaligen deutschen Kolonie traten sie zunächst in der Hauptstadt Windhoek auf und dann in der Martin Luther Highschool in der Region Okombahe, einer Savanne, in der es nichts gibt außer Wüste. „Die Schule ist in der Zeit der Rassentrennung in dieses entlegene Gebiet verlegt worden“, so von Wegen.

Schlimme Bedingungen

Etwa 300 Schülerinnen und Schüler besuchen die Martin Luther Highschool. Sie ist für zentraler Lebensmittelpunkt, berichtet der Sänger, „sie wohnen und lernen hier“. Von den Kindern sei das Quartett sehr herzlich empfangen worden, berichtet von Wegen weiter. Die Unterrichtsbedingungen haben die deutschen Künstler jedoch nachdenklich gestimmt. „Zerbrochene Fensterscheiben, eine vom Einsturz bedrohte Zimmerdecke, die provisorisch mit Dachlatten gestützt wird, knapp 20 Quadratmeter große Klassenzimmer für mehr als 40 Schüler, brüchige Stühle und Tische, die zum Teil aus den Sechzigerjahren stammen“, zählt von Wegen auf. Der Gedanke an die ungleiche Verteilung von Ausgangschancen für Kinder an unterschiedlichen Orten dieser Welt habe die Künstler bewogen, aktiv zu werden.

15.000 Euro will das Quartett sammeln. So viel sei nötig, um die Schule zu renovieren, sagt Fabian von Wegen. Ab dem 1. Dezember wird ein Fundraisingprojekts auf www.betterplaces.org geschaltet. Am 10. Januar treten die Künstler gemeinsam in der Kulturetage in Oldenburg und einen Tag später im Haus der Jugend in Osnabrück auf.

Er persönlich hoffe nun, dass er etwas mit seiner Musik bewirken und für einen Chancenausgleich sorgen kann, sagt Fabian von Wegen. „In der westlichen Welt haben wir ganz andere Voraussetzungen und Bedingungen.“


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