Ruf aus Berlin abgelehnt Uni Osnabrück atmet auf: Islamforscher Rauf Ceylan bleibt

Glücklich, dass er bleibt: Die Osnabrücker Universitätspräsidentin Susanne Menzel-Riedl überreichte dem zwischenzeitlich wechselwilligen Rauf Ceylan die Ernennungsurkunde auf eine Professur für gegenwartsbezogene Islamforschung. Foto: Elena Scholz/Universität OsnabrückGlücklich, dass er bleibt: Die Osnabrücker Universitätspräsidentin Susanne Menzel-Riedl überreichte dem zwischenzeitlich wechselwilligen Rauf Ceylan die Ernennungsurkunde auf eine Professur für gegenwartsbezogene Islamforschung. Foto: Elena Scholz/Universität Osnabrück

Osnabrück. Der renommierte Osnabrücker Islamforscher Rauf Ceylan wechselt nicht nach Berlin. Statt einem Ruf der dortigen Humboldt-Universität zu folgen, setzt er seine wissenschaftliche Karriere in der Friedensstadt fort.

Wie die Uni Osnabrück am Dienstag mitteilte, habe Ceylan einen Ruf an die Humboldt-Universität Berlin kürzlich abgelehnt, um weiter am hiesigen Institut für Islamische Theologie (IIT) arbeiten zu können. Sein Verbleib sei "ein großer Erfolg für die Universität Osnabrück und zugleich eine weitere Stärkung für das Renommee des IIT". Im Gegenzug erhielt Ceylan, der bereits seit 2009 in Osnabrück Religionssoziologie lehrt, von Universitätspräsidentin Susanne Menzel-Riedl die Ernennungsurkunde auf die Professur für Gegenwartsbezogene Islamforschung. 

Bessere Rahmenbedingungen in Osnabrück

"Der Ruf nach Berlin war eine Auszeichnung für mich, das kann ich nicht leugnen", sagte Ceylan. An der Universität Osnabrück verfüge er jedoch über bessere Rahmenbedingungen in der Migrations- und Religionsforschung. Der Professor kündigte eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem IIT und dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (Imis) an. 

Präsidentin Menzel-Riedl betonte die "enorme Bedeutung", die Ceylan für die ganze Universität habe. "Umso dankbarer bin ich, dass er sich trotz des hervorragenden Angebots aus Berlin für uns entschieden hat. Mit ihm können wir das IIT in der Forschung hervorragend aufstellen und vernetzen."

Rauf Ceylans beruflicher Werdegang

Rauf Ceylan, geboren 1976 in Duisburg, studierte an der Hochschule für Sozial- und Kulturwissenschaften in Düsseldorf. Im Anschluss schloss er ein promotionsvorbereitendes Studium in den Fächern Sozialpolitik, Soziologie und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (Fakultät für Sozialwissenschaften) ab. An der Ruhr-Universität-Bochum promovierte Ceylan in Soziologie (Dr. rer. soc.) und an der Universität Vechta in Religionspädagogik (Dr. phil.). Seit September 2009 lehrt er an der Universität Osnabrück Religionssoziologie. Im Wintersemester 2018/19 hatte er eine Gastprofessur an der Universität Zürich inne. Bereits seit elf Jahren schult Ceylan im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung türkische Imame in der Türkei in Landeskunde und Integrationsfragen.
Zu Ceylans wissenschaftlichen Schwerpunkten zählt die gegenwartsbezogene Islam- und Migrationsforschung zur türkischstämmigen Gemeinschaft in der Diaspora, Darüber hinaus befasst er sich mit der Frage der Imamausbildung in Deutschland.


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