Lkw-Fahrer auf der A1 kontrolliert Von Österreich nach Osnabrück in der "Ruhezeit" – Polizei deckt Manipulation auf

Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpaSymbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Osnabrück. Am Donnerstagvormittag hat das Bundesamt für Güterverkehr in Zusammenarbeit mit der Autobahnpolizei Osnabrück eine neue Art der Fahrtenschreibermanipulation aufgedeckt.

Kontrolliert wurde die Autobahn 1 in Höhe Osnabrück-Hafen. Der 50-jährige Fahrer einer rumänischen Sattelzugmaschine mit österreichischem Sattelanhänger transportierte nach Angaben der Polizei rund 24 Tonnen Büromöbel aus Österreich in Richtung Cloppenburg. Die Ladung hatte der Fahrer am Mittwochnachmittag gegen 15.20 Uhr in Österreich übernommen und legte dann bis zum Kontrollzeitpunkt am Donnerstagvormittag 10.20 Uhr etwa 788 Kilometer nach Osnabrück zurück. Für diesen Zeitraum waren allerdings nur 4,5 Stunden Lenkzeit aufgezeichnet worden. 

Unmöglich für einen vorschriftsmäßigen Lkw, so die Polizei. Seit circa 0.45 Uhr hatte der Fahrtenschreiber durchgängig Ruhezeit aufgezeichnet. Die davor aufgezeichnete Ruhezeit fiel nachweislich in den Zeitraum, in dem der Lkw seine Ladung in Österreich aufnahm. Die Beamten stellten also fest, dass der angetroffene Fahrer mindestens 19 Stunden gearbeitet und einen Großteil dieser Zeit auch fahrend hinter dem Lenkrad verbracht hatte. 

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3000 Euro gegen den Fahrer festgesetzt. Diese wurde durch die Firma des Fahrers widerspruchslos bezahlt. Der Fahrtenschreiber wurde für eine gutachterliche Untersuchung beschlagnahmt. In einer Fachwerkstatt wurde für 1500 Euro ein neuer Fahrtenschreiber eingebaut. Nach Abschluss der Reparatur legte der Fahrer dann eine "richtige"  Ruhezeit von mindestens elf Stunden ein. 

 Warum wird manipuliert? 

Ziel der Kontrollbehörden ist es, diese "schwarzen" Schafe aus dem Verkehr zu ziehen. Das setzt ein hohes Maß an Sachkunde voraus, eine entsprechende Anzahl von Verkehrskontrollen und vor allem geeignetes technisches Gerät, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Wer manipuliert, kann länger fahren und damit mehr Wegstrecke zurücklegen. Durch die Manipulation kann der Unternehmer in einer Arbeitswoche mehr Fahrten durchführen als legal agierende Speditionen und damit sein Unternehmen günstiger zur Beförderung anbieten. Manipulierte Aufzeichnungen gehen zu Lasten der Verkehrssicherheit, da der Fahrer weniger Ruhe und Schlaf bekommt, wodurch es zu schweren Verkehrsunfällen kommen kann. 


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