Mittäter konnte fliehen 65-Jährige fällt nicht auf Enkeltrick rein – Osnabrücker Polizei nimmt Trickdieb fest

Von pm

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Osnabrück. Nach einem sogenannten "Schockanruf" ist es der Osnabrücker Polizei gelungen, am Dienstag eine Geldübergabe zu vereiteln.

Ein angeblicher Neffe meldete sich gegen Mittag bei einer 65-Jährigen und gab an, in erheblichen Schwierigkeiten zu stecken. Um aus der vermeintlichen Misere herauszukommen, würde er eine hohe Geldsumme benötigen. Er forderte das Geld von der Dame und wollte dieses am Nachmittag bei ihr in der Süntelstraße abholen. Die 65-Jährige fiel auf den Betrug nicht herein, sondern alarmierte die Polizei. Den Beamten gelang es, einen 17-Jährigen aus dem Bereich Hessen festzunehmen. Seinem Mittäter gelang allerdings die Flucht. 

Der Flüchtige soll etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß, dünn und etwa Mitte 20 sein. Er hatte einen dunklen Teint, schwarze Haare, einen schwarzen Schnäuzer und Drei-Tage-Bart. Er trug eine Jeans und eine blassgrüne Blouson-Jacke. Die Täter waren vermutlich mit einem Fahrzeug unterwegs, das sie im Bereich Wachsbleiche abgestellt haben dürften. Die Polizei sucht daher Zeugen, die den Flüchtigen oder einen Wagen mit auswärtigen Kennzeichen im Bereich Wachsbleiche beobachtet haben. Hinweise werden unter der Rufnummer 0541/327-3303 oder 327-2115 entgegengenommen. 

"Rate mal, wer hier spricht?"

Darüber hinaus warnt die Polizei vor Betrügern, die sich als Verwandte ausgeben und/oder eine Notlage vortäuschen. Häufig beginnen die Anrufe mit den Worten "Rate mal, mit wem du gerade sprichst?" oder ähnlichen Aussprüchen. Der Anrufer gibt sich als Verwandter, Enkel oder guter Bekannter aus, der (vielleicht sogar mit weinerlicher Stimme) erklärt, dass er dringend Geld braucht. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Ein Autounfall, eine lebensrettende Operation, der Kauf eines Autos oder eines Computers und vieles mehr. Nur eines haben die ausgedachten Geschichten gemeinsam – man benötigt dringend Geld. Das soll dann zu einem vereinbarten Termin von einer angeblichen Freund des Anrufers abgeholt werden. 

Tipps der Polizei: Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt. Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert. Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist oder ob tatsächlich ein Verwandter in Not ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie sofort die Polizei über 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Und wenn Sie Opfer eines Betruges geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. 


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