Gedanken über die Zukunft Theaterpädagogische Werkstatt ermutigt Schüler zur Bühnenarbeit

Zukunftsängste und -hoffnungen drücken Mitglieder der tpw-Theatergruppe bei ihrer Präsentation im Haus der Jugend aus. Foto: Elvira PartonZukunftsängste und -hoffnungen drücken Mitglieder der tpw-Theatergruppe bei ihrer Präsentation im Haus der Jugend aus. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Mit dem Projekt "Schönheit der Zukunft" führt die Theaterpädagogische Werkstatt (tpw) in Osnabrück vier unterschiedliche Schülergruppen zusammen, um deren Visionen und Wünsche eine gemeinsame Bühne zu geben.

Wie sieht die Zukunft aus? Was können wir tun, damit sie gut wird? Auf der Bühne im Haus der Jugend geben einige junge Menschen eine verblüffende darstellerische Antwort auf diese Fragen. Sie zeichnen zunächst ein „Worst Case“-Szenario mit globaler Erderwärmung, Krieg und Armut, um dem dann aber ein „Best Case“-Casting gegenüberzustellen, bei dem am Ende das Publikum zwischen Schönheit, ewiger Jugend, Frieden und Geld entscheiden kann. 

Positionen erarbeiten

Es handelt sich um die erste Präsentation von Ideen einer Gruppe Jugendlicher mit Migrationsgeschichte, die von der Katholischen Landvolkschule Oesede zusammengestellt worden ist. Sie beteiligen sich damit an einem von der Egerland-Stiftung exklusiv gefördertem Projekt der Theaterpädagogischen Werkstatt (tpw), das vor zwei Jahren angedacht worden ist, um Schülern aus unterschiedlichen sozialen Kontexten und Schulformen die Möglichkeit zu geben, ihre Zukunftsvisionen und –wünsche auf die Bühne zu bringen. Angeleitet von Künstlern, Schauspielern, Musikern und Theaterpädagogen entwickeln dabei vier verschiedene Gruppen mit künstlerisch-ästhetischen Mitteln Fragestellungen und Positionen, die im kommenden Februar im Rahmen eines gemeinsamen, zusammenführenden „Zukunftscamps“ weiterentwickelt und schließlich im Juli im Lauten Speicher am Hafen zur Aufführung gebracht werden sollen. 

Mediale Unterstützung

Beim ersten Zusammentreffen im Haus der Jugend, das Workshops nicht nur zum Theaterspielen, sondern auch zum Schreiben, Gestalten, Musikmachen und Moderieren bot, präsentierte auch die hauseigene tpw-Theatergruppe erste Ergebnisse. Auf Zettel haben die Teilnehmer aufgeschrieben, was sie bewegt, welche Hoffnungen und Ängste sie mit Gedanken an die Zukunft verbinden. Dokumentiert wurde das von der Medienkreativgruppe der Oberschule am Roten Berg in Hasbergen, die für die drei Theatergruppen, zu denen auch die Theater-AG der Gesamtschule Schinkel gehört, mediale Unterstützung etwa in Form von Kulissenvideos, Hintergrundprojektionen oder 360-Grad-Rundgängen anbieten möchte, aber laut Videokünstler Stefan Hestermeyer auch einen „eigenen Raum bespielen“ könnte. 

In Form bringen

Was immer sich aus diesen ersten Ansätzen heraus noch entwickeln wird: Regisseurin Katja Lauken wird die unterschiedlichen Ideen der Jugendlichen sammeln, bündeln, miteinander verknüpfen und verweben und am Ende in eine bühnenreife Form bringen müssen. Vorstellbar wäre dabei ein collagenartiges „Stationen-Theater“ an verschiedenen Orten im Speicher mit einem gemeinsamen Anfang und einem gemeinsamen Ende als Klammer, verrät tpw-Projektleiterin Liane Kirchhoff erste Überlegungen. Das neue Kreativquartier im Hafen, das ab Januar auch die neue Heimat der Theaterpädagogischen Werkstatt sein wird, böte dafür zumindest geeignete räumliche Möglichkeiten.


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