Erfolgreich, aber unbekannt Folk-Band Versengold kommt am Freitag nach Osnabrück

Nordisch by Geburt ist die Gruppe Versengold. Am Freitag kommt die Band aus Bremen nach Osnabrück. Foto: Christian BarzNordisch by Geburt ist die Gruppe Versengold. Am Freitag kommt die Band aus Bremen nach Osnabrück. Foto: Christian Barz 

Osnabrück. Die Folk-Band Versengold ist ein Phänomen. Quasi aus dem Nichts stürmte sie in die Charts. Ihr neues Album „Nordlichter“ ist auf Platz Vier eingestiegen, obwohl die Gruppe relativ unbekannt ist. Am 11. Oktober stellt die Gruppe es im Hyde Park vor. Im Gespräch mit der Redaktion verrät Sänger Malte Hoyer, dass die Band gerade daran arbeitet noch populärer zu werden.

Die sechsköpfige Band Versengold startete ihre Karriere vor 16 Jahren in Osterholz-Scharmbeck, wo Sänger Malte Hoyer geboren wurde. Sie war zunächst nur ein Lagerfeuer-Projekt, wie Hoyer sagt, wurde aber in der Mittelalterszene immer größer und beliebter. Die Musik von Versengold speist sich aus verschiedenen Einflüssen – von Irish Folk bis Heavy Metal. Textlich frönen sie der Vorgabe „Wein, Weib und Gesang“, aber Texter Malte Hoyer spricht sich auch eindeutig gegen Nazis aus und nimmt Partei für Geflüchtete ein.

Keine Mainstream-Band

„Wir sind populärer als wir uns das je erträumt haben, aber wir sind keine konventionelle Band und machen keine kommerzielle Musik“, sagt Hoyer. Da die Band wenig mit Mainstream-Pop zu tun habe, wundere er sich nicht, dass ihre Gesichter nicht bekannt seien. Ihre polarisierenden Texte seien auch nicht fürs Radio geeignet, sagt er weiter. „Aber als Künstler wünscht man sich schon, breit wahr genommen zu werden.“ Versengold versucht gerade, über das Fernsehen den Bekanntheitsgrad zu steigern. Die Gruppe sei im „ZDF-Fernsehgarten“ und bei Florian Silbereisen aufgetreten, so Hoyer. Die Promotion für die neue Platte findet unter anderem bei ProSieben statt.

Von Norddeutschland geprägt

Die neue Platte von Versengold klingt dem Namen entsprechend nordisch. Aus Norddeutschland kommen auch die Mitglieder. In Teufelsmoor, einer Landschaft, die nördlich von Bremen liegt, haben die Musiker gelebt, obwohl sie sich dort nicht gekannt haben. Dieser Gegend sind viele Lieder auf „Nordlichter“ gewidmet. Das komme in Norddeutschland gut an, sagt Hoyer. In Bayern hätte die Gruppe dagegen Schwierigkeiten, Leute für ein Konzert zusammen zu trommeln.


Ähnlich wie bei den Regional-Krimis gibt es seit Jahren auch einen Trend zu regionaler Musik: Hipster hören Blasmusik aus Bayern, Santiano ist mit Shantys erfolgreich. „Viele Leue haben sich geöffnet, was den Folk-Bereich angeht“, sagt Hoyer. In den 2000er-Jahren habe es keine Folk-Musik in Deutschland gegeben. Bands wie Mumford & Sons oder Santiano hätten die Türen aufgeschlagen. „Ich bin kein Fan von Santiano oder Blasmusik, aber wir profitieren davon.“ Mittlerweile sei die Band aber aus der Folk- und Mittelalterszene hinausgewachsen, so Hoyer.

Nicht mehr nur auf Mittelaltermärkten

Früher hat die Band auf Mittelaltermärkten gespielt, jetzt stellt sie ihre neue Platte in Elektromärkten vor. Dieser Spagat sei für die Band nicht schwierig, glaubt Hoyer. „Wir machen unser Ding.“ Wer vor der Bühne stehe, ob Metaller in Kutte oder Schlagerfans in karierten Hemden, sei für die Band egal, so der Sänger. „Wir müssen uns nicht verstellen“, sagt er weiter. Allerdings gesteht er, dass er zunächst seine eigenen Vorurteile überwinden musste und in der Band viele intensive Gespräche geführt wurden. „Aber ich möchte, dass möglichst viele Menschen unsere Musik hören.“

Das Konzert von Versengold im Hyde Park in Osnabrück beginnt am Freitag, 11. Oktober, um 20 Uhr. Eintritt: 31,70 Euro. Karten erhältlich unter www.deinticket.de.


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