Provokante Kunst Eva Preckwinkel zeigt in der skulptur-galerie „Härteres“

"Härteres" zeigt Künstlerin Eva Preckwinkel in der Skulptur-Galerie Osnabrück. Foto: David Ebener"Härteres" zeigt Künstlerin Eva Preckwinkel in der Skulptur-Galerie Osnabrück. Foto: David Ebener
David Ebener

Osnabrück. Künstlerische Statements gegen politische und gesellschaftliche Entwicklungen kreiert die Osnabrücker Künstlerin Eva Preckwinkel. Für ihre aktuelle Ausstellung in der skulptur-galerie hat sie dreidimensionale Objekte ausgesucht.

Lediglich die kleinen Päckchen, die aus bestickten Stoffresten genäht wurden, sowie ein paar Stofftiere und ein Ruhekissen sind weich. Alles andere, was Eva Preckwinkel in ihrer aktuellen Ausstellung zeigt, ist härter. Daher trägt sie auch den Titel „Härteres“.

Die Osnabrücker Künstlerin beliebt es zu provozieren. Vor Jahren machte sie aus einer Fotografie, die eine Unbehagen einflößende, marschierende Frauenarmee zeigte, einen grellen Aufschrei gegen Krieg und Gewalt. Auch heute sucht sie sich gesellschaftliche Entwicklungen als Themen, die ihr nicht in den Kram passen. Ob Kernkraft und Atommüll, ob Mikroplastik in den Meeren oder das Verhalten von Helikoptereltern, nichts ist vor Preckwinkels Kunst sicher.

Da schwimmen plastikbefüllte Sardinen in den Sonnenuntergang, da leiden Mensch und Tier in einem Karussell unter den strahlenden Altlasten der Atomenergiegewinnung und „Walters Wippe“ dient dazu, das männliche Gehirn mit seinem primären Geschlechtsorgan aufzuwiegen.

Sogar der Zeremonie der Vernissage rückt sie mit ihren Objekten zuleibe: Die obligatorische Rede eines Kunstsachverständigen kann jeder Besucher an einem Pult mit integriertem Megaphon selbst halten und die Musik kommt aus der „Black Boxx“. Um diesen kakophonen Leierkasten zu kreieren, zweckentfremdete sie das Fahrgestell des Kinderwagens, in dem sie selbst von ihren Eltern spazieren gefahren wurde. Auch mit diesem Objekt bleibt Preckwinkel einer Linie treu, denn häufig verwandelt sie familiäre und andere biografische Geschichten zu Kunst.

Ein jeder hat sein Päckchen zu tragen - sagt man, wenn jemand Kummer hat. Die eingangs erwähnten Textilobjekte sind solche Problempäckchen: „Konsumsucht“, „Depression“, „Spielschulden“ oder „Tinnitus“ hat Preckwinkel daraufgestickt und sie wie Täschchen gestaltet, damit man sie mit sich herumtragen kann - und in einem unbeobachteten Augenblick einfach irgendwo abzulegen?

„skulptur-galerie“ (Bierstr. 2/Rißmüllerplatz): „Härteres“ Objekte und Mixed Media von Eva Preckwinkel. Samstag, 28. September (Eröffnung um 19 Uhr), bis 9. November. Mo., Mi., Do. und Fr. 11-19 Uhr, Sa. und So. 11-16 Uhr.


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