Tagung an der Uni Osnabrück Wie kommen wir zu einer gendergerechten Sprache?

Geschlechterklischees werden nicht nur mit der Sprache erlernt, sondern auch in Form von anderen Symbolen wie hier auf der Tafel. Foto: Tmur Arbaev/ColourboxGeschlechterklischees werden nicht nur mit der Sprache erlernt, sondern auch in Form von anderen Symbolen wie hier auf der Tafel. Foto: Tmur Arbaev/Colourbox

Osnabrück. "Lasst uns reden!" lautet das Motto einer öffentlichen Tagung am Freitag, 27. September an der Universität Osnabrück. Mit ihr und der Frage nach einer gendergerechten Sprache soll die vom Land Niedersachsen geförderte Osnabrücker Debattenreihe zum Thema "Zukunft der Geschlechtergerechtigkeit" abgeschlossen werden.

"Lasst uns reden!" lautet das Motto einer öffentlichen Tagung am Freitag, 27. September an der Universität Osnabrück. Mit ihr soll die vom Land Niedersachsen geförderte Osnabrücker Debattenreihe zum Thema "Zukunft der Geschlechtergerechtigkeit"  abgeschlossen werden. In der Tat wird im Tagungsort, dem Bohnenkamp-Haus im Botanischen Garten miteinander geredet, und zwar am Nachmittag um 15.45 Uhr,  gemeinsam mit dem Publikum über Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit in und durch Sprache. 

Gemeint ist damit auch das, worüber Prof. Gabriele Diewald von Leipniz-Universität Hannover und Autorin des Duden-Ratgebers "Richtig gendern" referieren wird, männliche Personenbezeichnungen und die damit verbundenen Denkräume, die Frauen nicht mit einschließen. Solche Bezeichnungen signalisierten, dass Frauen nach wie vor nicht die gleiche kommunikative Wichtigkeit besitzen wie Männer, so Diewald im Telefongespräch. Die Bezeichnungen seien somit Hindernisse für die Gleichstellung der Geschlechter. Wie die überwunden werden können, grundsätzliche Offenheit und geistige Flexibilität vorausgesetzt, darüber will die Linguistin sprechen. 

Stark umkämpfte Felder

"Themen um Geschlecht und Sexualität sind gerade stark umkämpfte Felder", sagt Judith Conrads, Koordinatorin der Forschungsstelle Geschlechtergerechtigkeit an der Universität Osnabrück. "Aufgabe der Wissenschaft ist es, fachlich fundierte Forschungsergebnisse dazu zu teilen und so in die gesellschaftlichen Debatten hineinzuwirken". So ist auch die fünfteilige Debattenreihe zwischen Wissenschaft und Praxis konzipiert worden. 

 Andere Ungleichheiten auch Thema

Bei der Tagung gehe es darum, auch andere Ungleichheiten zusätzlich zum Geschlecht einzubeziehen, wie die Bildungswissenschaftlerin Aylin Karabulut (Universität Duisburg-Essen) in ihrem Vortrag ausführt. Sprache prägt unsere Geschlechtervorstellungen und das begegnet uns in der Rechtssprache, in Algorithmen, in Form von Hate Speech oder in digitalen Medien als Spiegel unserer "Offline-Welt", wie sie Gabriele Diewald nennt. All das wird Gegenstand der Tagung sein, verbunden mit der Frage: Wie lässt sich das ändern.

Abschlusskonferenz der Debattenreihe zur Zukunft der Geschlechtergerechtigkeit, 27. September ab 9.30-17.00 Uhr, Bohnenkamp-Haus im Botanischen Garten, Helikoniensaal. Infos unter: www.uni-osnabrueck.de


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