Der Mensch ist kein Algorithmus Anregende Diskussion beim Philosophischen Café im Blue Note

Über die Gefahren und Vorteile Digitaler Welten diskutierten im Philosophisches Café Sozialwissenschaftler Harald Kerber (von links), der Theologe und Religionswissenschaftler Reinhold Mokrosch, sowie die Philosophen Uwe Meyer und Arnim Regenbogen. Foto: David EbenerÜber die Gefahren und Vorteile Digitaler Welten diskutierten im Philosophisches Café Sozialwissenschaftler Harald Kerber (von links), der Theologe und Religionswissenschaftler Reinhold Mokrosch, sowie die Philosophen Uwe Meyer und Arnim Regenbogen. Foto: David Ebener
David Ebener

Osnabrück . Über das Thema "Digitale Welten - Gefahren oder Vorteile?" tauschten sich am Sonntag die Hochschullehrenden Arnim Regenbogen, Reinhold Mokrosch, Harald Kerber und Uwe Meyer beim "Philosophischen Café" im Blue Note aus.

Algorithmen, die an der Börse, im Verkehr oder in Kriegen über Menschen entscheiden. Social Bots, die Wahlen beeinflussen. Eine Gesellschaft, deren Kommunikation von sozialen Medien bestimmt wird. Die zunehmende Digitalisierung wirft viele Fragen und Problemfelder auf. Nur eines scheint klar, wie es Reinhold Mokrosch zu Beginn der Veranstaltung formuliert: Es ist ein Thema, das spaltet. 

Und das zu kritischen Diskussionen anregt. Denn darum ging es am Sonntag im Blue Note beim "Philosophischen Café" zum Thema "Digitale Welten - Gefahren oder Vorteile?" Darüber tauschten sich vier Hochschullehrende der Universität Osnabrück aus: Sozialwissenschaftler Harald Kerber, Theologe und Religionswissenschaftler Reinhold Mokrosch sowie die Philosophen Uwe Meyer und Arnim Regenbogen. 

Neben allgemeinen Fragestellungen wie "Wo begegnet Ihnen im Alltag die Digitalisierung?" oder "Wie bin ich dabei in die Digitalisierung eingebunden?" regten Themenfelder wie "Wie gehen wir mit der Digitalisierung um?" zu anregenden Auseinandersetzungen über den Stellenwert digitaler Vernetzung in der Gesellschaft an. Neben Verweisen auf das "Wiener Manifest für einen digitalen Humanismus" und der "Charta der Digitalen Grundrechte in der Europäischen Union" ging es auch um Kommunikation und Verbreitung bestimmter Botschaften im Netz, die von sinnvollen Infos über den Verlauf einer Grippewelle bis zu Mobbing reicht.

Der Mensch entscheidet

In Zusammenhang mit Algorithmen an der Börse oder Kriegsführung mit Drohnen, wurde die Frage aufgegriffen: Ist das Netz, ist der Computer ein Subjekt? "Nein und ja", antwortete darauf Uwe Meyer vom Institut für Cognitive Science. Und erklärte,dass davon auf absehbare Zeit keine Rede sein könne. Dabei verwies er auf den humanoiden Roboter "Sophia", der ebenso wie Chat Bots oder die Roboter-Robbe "Paro" nur Vorgefertigtes wiedergeben könne. Menschen seien keine Algorithmen, sondern verhielten sich intentional. Und: Es gebe noch keine autonomen Waffen, es gebe Drohnen. Was aber angegriffen werde, das entscheide jemand am Bildschirm. 

Und das ist immer noch der Mensch, nicht die Maschine.        

Das nächste "Philosophische Café" zu dem Thema "Gewissen - Leitlinie des Lebens?" findet am 27. Oktober statt. 


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