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24.09.2019, 16:12 Uhr KOMMENTAR

Arme Osnabrücker Zoogesellschaft

Ein Kommentar von Dietmar Kröger


Zum Gähnen wird die Mitgliederversammlung der Zoogesellschaft wohl kaum werden. Foto: Arne Dedert/dpaZum Gähnen wird die Mitgliederversammlung der Zoogesellschaft wohl kaum werden. Foto: Arne Dedert/dpa

Osnabrück. Was für ein Trauerspiel. Wer denkt noch an die Erfolge des Zoos? Wer denkt an die Mitarbeiter und vor allem an die Tiere? Worauf es ankommt, ist schon lange in den Hintergrund gedrängt worden. Das ist bitter für all diejenigen Mitglieder der Zoogesellschaft, die sich instrumentalisiert fühlen.

Denn nicht sie sind schuld an der misslichen Lage auf dem Schölerberg, sondern nur einige wenige, die an ihren Posten kleben wie die Fliegen am Fliegenfänger. Wie sonst ist zu erklären, dass die Präsidiumsmitglieder erst in der Mitgliederversammlung demonstrativ ihren Rücktritt erklären, um nur kurze Zeit später auf ihrer Rechtsmeinung zu beharren, nach der sie nach wie vor in Amt und Würden sind. Dazu ein Ex-Präsident, der zunächst seine Wahlniederlage einräumt und akzeptiert, um dann eben diese Wahl mit Rechtsgutachten anzufechten. Was bitte sollen die Vereinsmitglieder davon halten? 

Worum geht es eigentlich? Wo ist der Kern der Auseinandersetzung? Hat Geschäftsführer Busemann in seiner Tätigkeit gravierende Fehler gemacht? Hat er die Zoo gGmbH oder den Verein betrogen, schlecht geredet oder ihr einen anderen Schaden zugefügt? Nein, hat er nicht. Jedenfalls bleiben seine Kontrahenten bis heute jeden Nachweis für ein Fehlverhalten schuldig, das eine so massive Auseinandersetzung zwischen Präsidium und Geschäftsführung rechtfertigen würde. Was also ist es dann? Doch wohl nicht die private Beziehung des Geschäftsführers zu einer Mitarbeiterin? Das kann nicht sein. Wir leben doch im Jahr 2019. Das wäre zu kleinkarriert, um wahr zu sein. 

Ist die Ursache für das ganze Elend also in den Charakteren der handelnden Personen zu finden? Sollten die Zoomitglieder zu diesem Schluss kommen, tun sie gut daran, dies deutlich zu artikulieren und mit einem neuen Präsidium einen Weg aus dem Elend zu suchen. So lange es den Verein gibt, haben die Mitglieder ein Recht darauf, dass ihr Engagement nicht in den Dreck gezogen wird. Dieses Recht sollten sie einfordern und sich nicht instrumentalisieren lassen.


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