Das Recht auf Feiern Spaß, Spiel und Infos beim Weltkindertag am Rathaus

Foto: Swaantje HehmannFoto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. In Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention ist das Recht der Kinder auf Spiel und Freizeit festgeschrieben. Das nahmen einige hundert Mädchen und Jungen am Sonntag auf dem Marktplatz wahr. Beim Weltkindertag wurde gefeiert, gespielt und informiert, denn nicht alle Kinder wissen, dass sie Rechte haben.

Vor 30 Jahren wurden die Kinderrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Heute ist die Kinderrechtskonvention von fast allen Staaten der Erde – außer den USA – ratifiziert worden, woraus sich die Verbindlichkeit der Kinderrechte ableiten lässt. Kinder können also zum Beispiel ihr Recht auf Spiel und Freizeit oder ihren Schutz vor Gewalt, Ausbeutung oder sexuellem Missbrauch einklagen.

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Die Stadt Osnabrück ist seit einigen Jahren bestrebt, Kindern nicht nur ihre Rechte zuzubilligen, sondern sie am öffentlichen und politischen Leben teilhaben zu lassen, wie Bürgermeisterin Birgit Strangmann in ihrer Begrüßungsrede betonte. Sie verwies auf die Spielplätze am Ziegenbrink und der Lerchenstraße, wo Kinder und Jugendliche in die Planungen eingebunden worden. Das geschieht momentan auch im Schinkel. Und sie verwies auf das Kinder- und Jugendparlament sowie das Projekt „KidS: Kommunalpolitik in die Schulen“, das seit 2001 in Osnabrück Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit gibt, Ratsmitglieder zu Ausschuss-, Fraktions- oder Gremiensitzungen zu begleiten. Nicht zuletzt verwies Strangmann auf die „Fridays for Future“-Demos.

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Die Kinder der Diesterwegschule haben nach den Sommerferien mit Anja Hockmann von der Musik- und Kunstschule in einem Projekt dokumentiert, welche Kinderrechte es gibt. Unter dem Motto „Klappe auf für Kinderrechte“ waren in bunten Rollcontainern beim Fest zum Weltkindertag die Kinderrechte zum einen im Original-Wortlaut wiedergegeben und zum anderen in der Sprache der Kinder, die sie aufgeschrieben oder aufgemalt haben. Laut Anja Hockmann haben die Kinder eine klare Meinung zu bestimmten Themen. Große Einigkeit herrschte zum Beispiel darüber, dass Kinder nicht geschlagen werden dürfen. Ein Mädchen hat gemalt, dass sie das Recht auf ein Bett, eine Freundin, ein Tablet und eine Familie hat. Ein Junge dachte nicht nur an sich selbst, sondern hatte beim Recht auf Eltern im Kopf, dass er seine Familie liebt, es seinen Eltern gut gehen, sie keine Schmerzen erleiden und es ihm sagen sollen, wenn sie etwas brauchen. Und, so führte er weiter aus: „Ich kann ihnen dann helfen und es ist mir egal, wenn sie fast nie Zeit für mich haben.“

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Sophia (9), Laura (10) und Sophie (9) hatten bis Sonntag noch nie etwas von Kinderrechten gehört. Als sie in einer Klappe der bunten Roll-Container den Brief des Jungen fanden, sagte Laura spontan: „Ich will nicht, dass meine Mutter krank wird.“ Sophia fände es gut, wenn es ein Recht gebe, dass es Jungen nicht erlaubt, einfach so in das Zimmer ihrer Schwestern zu gehen.

Die Feier zum Weltkindertag auf dem Marktplatz wurde vom Fachdienst Jugend der Stadt Osnabrück in Kooperation mit dem Verein Fokus und 20 Verbänden und Organisationen wie dem Deutschen Kinderschutzbund, den Jugend- und Gemeinschaftszentren der Stadt Osnabrück, der Katholischen und Evangelischen Familienbildungsstätten, der Arbeiterwohlfahrt Osnabrück und der Stadtbibliothek gestaltet.


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