Frauenwahlrecht, Mutterschutz und co. Meilensteine der Gleichberechtigungspolitik

Seit 1981 dürfen Frauen auch in Deutschland wählen. Ein Meilenstein in Richtung Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Foto: Thomas Rohnke/imago stock&peopleSeit 1981 dürfen Frauen auch in Deutschland wählen. Ein Meilenstein in Richtung Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Foto: Thomas Rohnke/imago stock&people

Osnabrück. "Männer und Frauen sind gleichberechtigt": seit 1949 ist dieser Grundsatz im Grundgesetz fest verankert. Neben dem Frauenwahlrecht und Gleichberechtigungsgesetz von 1958 einer der Meilensteine der Gleichberechtigung in Deutschland. Hier finden Sie weitere prägnante Daten.

1910

Auf der zweiten internationalen Frauenkonferenz am 26. und 27. August in Kopenhagen schlug Clara Zetkin die Einführung eines »Internationalen Frauentag« vor. Das wichtigste Ziel war das Wahlrecht für Frauen. Darüber hinaus forderte man einen Acht-Stunden-Arbeitstag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Urlaub für Schwangere und die Gleichstellung der Frau im Arbeitsschutzgesetz.

1918

In dem Aufruf „An das deutsche Volk“ stellt der Rat der Volksbeauftragten am 12. November sein Regierungsprogramm vor. Darin vorgesehen war eine Wahlrechtsreform, die auch das aktive und passive Frauenwahlrecht enthielt. Am 30. November wurde die Neuregelung in der deutschen Nationalversammlung verankert.

1949

Am 23. Mai tritt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. In Artikel 3 Absatz 2 Satz 1 der neuen Verfassung steht seitdem kurz und klar: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt."

1952

Verabschiedung des Mutterschutzgesetzes. Das Gesetzt soll die Gesundheit von Mutter und Kind während der Schwangerschaft schützen. 

1957

Der „Gehorsamkeitsparagraph“ wird gestrichen. Damit wird der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau auch im Bürgerlichen Gesetzbuch Rechnung getragen. 

1958

am 1. Juli trat das Gleichberechtigungsgesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft. 

Auf dem Gebiet des Bürgerlichen Rechts ändert vor allem das Familienrecht. Die Vorschriften traten ebenfalls an diesem Tag in Kraft.

1961

Die Antibaby-Pille kommt in der BRD auf den Markt. Anfangs verschrieben aber nur wenige Ärzte die "Pille". Bis 1964 lag der Anteil der Frauen, die hormonell verhüteten gerade einmal bei 0,3%.

1986

Das Bundesministerium für Familienfragen wird die Belange von Frauen erweitert. Rita Süssmuth warb als Bundesministerin für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen. 

1994

Ergänzung des Artikel 3 um einen weiteren Absatz, der die Förderung von Gleichberechtigung durch den Staat 

1997

Vergewaltigung in der Ehe wird strafbar. Aus dem Paragraphen 177 des Strafgesetzbuches wird das Wort "Außerehelich" gestrichen und dadurch auch die "eheliche" Vergewaltigung als Verbrechen geahndet.

2001

Frauen können in der Bundeswehr Karriere machen. Aktuell leisten über 22.000 Frauen Dienst in der Bundeswehr.

2007

Elternzeit und – geld werden am 1. Januar eingeführt und soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig verbessern. 

2019

Paragraph 219a besagt seit dem 29. März, dass Ärzte etc auf die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen hinweisen dürfen.

Foto: imago images / Christian Mang


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