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Ausbruch in Lotte Amerikanische Faulbrut bei Bienen: Landkreis Osnabrück richtet Sperrbezirk ein

Eine Biene sitzt auf einer Ackersenf-Blüte. Foto: Sina Schuldt/dpaEine Biene sitzt auf einer Ackersenf-Blüte. Foto: Sina Schuldt/dpa

Osnabrück/Lotte. Nach dem Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut in Lotte hat der Landkreis Osnabrück einen Sperrbezirk um den Bienenstand eingerichtet. Betroffen sind zwei Osnabrücker Stadtteile sowie Teile Hasbergens.

Der festgelegte Radius um den betroffenen Bienenstand im nordrhein-westfälischem Lotte beträgt drei Kilometer. Damit umfasst er Teile der Osnabrücker Stadtteile Atter und Hellern sowie Teile der Gemeinde Hasbergen, teilte der Landkreis am Donnerstag mit.

Unverzügliche Meldepflicht für Imker

Imker innerhalb des Sperrbezirks müssen dem Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück (Am Schölerberg 1, 49082 Osnabrück, Telefon 0541/5012151) umgehend sämtliche Bienenstände unter Angabe des genauen Standortes mitteilen. Es müssen auch die Bienenvölker gemeldet werden, die sich zur Zeit der Rapsblüte in dem Sperrbezirk befunden haben. 

Was ist die Amerikanische Faulbrut

Die Amerikanische Faulbrut ist eine für den Menschen ungefährliche und anzeigepflichtige Krankheit der Bienen, die sich schnell von Bienenvolk zu Bienenvolk verbreiten kann. Dies geschieht, wenn gesunde starke Bienen bei kranken und geschwächten Bienenvölkern einfallen und deren infizierten Honig rauben. Hierbei verschleppen sie die krankmachenden Sporen in ihren eigenen Bienenstock. Außerdem ist die Seuche auch durch den Imker durch infizierte Geräte übertragbar.
Die Einrichtung von Sperrbezirken gehört zu den Bekämpfungsmaßnahmen der zuständigen Veterinärbehörde, um den befallenen Bestand mit einem Radius von ein bis drei Kilometern abzuschirmen. Im Sperrbezirk gelten Verbringungsverbote für Bienen, Waben und Gerätschaften in den Sperrbezirk hinein oder aus dem Sperrbezirk heraus. Sofern die Infektion eines Volkes früh erkannt wird und das Volk nicht bereits stark vorgeschädigt ist, kann es durch gezielte imkerische Maßnahmen saniert werden.
Honig und andere wertvolle Bienenprodukte von befallenen Völkern können weiterhin verzehrt werden. Auch in handelsüblichem Honig können Sporen der AFB vorhanden sein. Daher ist jeder aufgerufen, der Honig verzehrt, Honigreste und leere Honiggläser so zu entsorgen, dass keine Biene diesen Honig sammeln und in ihr Volk bringen kann. So kann jeder dafür sorgen, dass die AFB keine Verbreitung findet. Sie ist eine Erkrankung der älteren Bienenbrut, nämlich der Streckmaden: Diese befinden sich in der bereits mit einem Wachsdeckel verschlossenen Brutzelle. Im Erkrankungsverlauf löst sich die gesamte Körperstruktur der Larven auf und es bleibt nur eine zähe, braune, schleimige Substanz übrig, die später zu einem dunklen Schorf eintrocknen kann. Der Name "amerikanisch" bezieht sich nicht auf ein Ursprungsgebiet, sondern auf den Ort der Entdeckung; die Krankheit tritt weltweit auf.
Quelle: LK Osnabrück

Verpflichtende Untersuchungen

Zudem sind alle Imker im Sperrbezirk verpflichtet, alle Bienenvölker und Bienenstände unverzüglich auf Amerikanische Faulbrut zu untersuchen. Diese Untersuchung ist frühestens zwei, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen. Die Bienenhalter haben bei den Untersuchungen, die kostenfrei sind, entsprechende Hilfe zu leisten. Bewegliche Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.

Weiterhin dürfen Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Dies gilt nicht für Wachs, Waben, Wabenteile und Wabenabfälle, wenn sie an Wachs verarbeitende Betriebe, die über die erforderliche Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verfügen, unter der Kennzeichnung „Seuchenwachs“ abgegeben werden, sowie für Honig, der nicht zur Verfütterung an Bienen bestimmt ist. Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht in den Sperrbezirk gebracht werden. 

Diese Allgemeinverfügung tritt am Freitag in Kraft. Die komplette Allgemeinverfügung ist auf der Internetseite des Landkreises Osnabrück unter „Veterinär & Gesundheit“, Rubrik „Tiergesundheit“ nachzulesen.

Weitere Sperrbezirke im Landkreis Osnabrück

Der nun errichtete Sperrbezirk ist nicht der einzige im Landkreis Osnabrück. Im Juni war die Amerikanische Faulbrut in Bramsche festgestellt worden. Der Sperrbezirk ist noch nicht aufgehoben, sagt ein Sprecher des Landkreises auf Nachfrage. Er gilt für die gesamte Stadt Bramsche und Teile der Samtgemeinde Bersenbrück in den Gemeinde Alfhausen und Ankum.

Im westfälischen Lengerich war die Faulbrut im Jahr 2017 festgestellt worden. Auch damals richtete der Landkreis Osnabrück einen Sperrbezirk ein, der einen Teil der Gemeinde Hagen umfasst. Auch dieser, so der Landkreissprecher, ist noch immer gültig.


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