zuletzt aktualisiert vor

Griesert contra Grüne Sollen Osnabrücker Stadt-Mitarbeiter für Klima-Demo frei bekommen?

Klimademo im März vor dem Theater in Osnabrück. Foto: Archiv/David EbenerKlimademo im März vor dem Theater in Osnabrück. Foto: Archiv/David Ebener

Osnabrück. Die Osnabrücker Grünen schlagen vor, den Beschäftigten der Stadt am Freitag frei zu geben, damit sie an der Klimademonstration teilnehmen können. Eine Idee, die die CDU und der Oberbürgermeister gar nicht gut finden.

Wenn an diesem Freitag Tausende für den Klimaschutz auf die Straße gehen, sollen auch die städtischen Mitarbeiter demonstrieren können, sagen die Grünen in Osnabrück. "Wie viele Institutionen in Osnabrück, sollte auch der Oberbürgermeister es den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freistellen, im Rahmen ihrer Arbeitszeit an der Demonstration teilzunehmen“, fordert der Fraktionsvorsitzende Volker Bajus in einer Pressemitteilung.

Wie in Stuttgart und Düsseldorf

Nach Ansicht der Grünen sollte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) dem Beispiel seiner Kollegen aus Stuttgart und Düsseldorf folgen und den Beschäftigen für die Demo frei geben. „In Osnabrück unterstützen auch der DGB, Verdi und die Evangelische Landeskirche und viele mehr die Demo. In ganz Deutschland sind es über 600 Unternehmen. Da wäre es ein gutes Zeichen, wenn die Stadt allen Kolleginnen und Kollegen freistellt teilzunehmen. Klimaschutz muss sich nicht nur in Bekenntnissen des Rates, sondern auch in Taten des Rathauses widerspiegeln“, fordert Bajus. Auch die Gewerkschaft IG Bau ruft Unternehmen dazu auf, ihren Mitarbeitern die Teilnahme während der Arbeitszeit zu ermöglichen.

Düsselsdorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel will am Freitag die Demo besuchen, stellt aber klar, dass städtische Mitarbeiter für die Teilnahme Gleitstunden oder Urlaub in Anspruch nehmen müssen.

Urlaub nehmen

Auch Griesert folgt dieser Linie. Grundsätzlich sei das Engagement für das Klima "wichtig", lässt der Oberbürgermeister in einer Stellungnahme wissen, "nicht nur global und abstrakt, sondern lokal und konkret." "Ich befürworte wie viele andere Oberbürgermeister in Deutschland die Teilnahme an den Demonstrationen für besseren Klimaschutz unter Nutzung von Arbeitszeitguthaben oder von Urlaub, sodass dieser Streik nicht auf Kosten der Steuerzahler ausgetragen wird," wird Griesert in einer Stellungnahme zitiert. Allen Beschäftigten der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften sollte es möglich sein, in ihrer Freizeit zu zeigen, wie wichtig ihnen der Klimaschutz ist, so Griesert weiter. Die betrieblichen Belange müssten aber gewahrt bleiben, damit die Bürger wichtige städtische Dienstleistungen in Anspruch nehmen könnten.

Einen Klima-Streik "auf Kosten der Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger" lehnt die CDU kategorisch ab. "Unserer Meinung nach sollten die Mitarbeiter, wenn sie teilnehmen, entweder Urlaub nehmen, Überstunden abbauen oder im Rahmen der bestehenden Arbeitszeitregelungen Zeitausgleich anwenden“, sagte Günter Sandfort, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Eine Freistellung würde den Steuerzahler viel Geld kosten.  Sandfort betont in einer Stellungnahme, dass die CDU-Fraktion grundsätzlich das Engagement städtischer Mitarbeiter für den Klimaschutz unterstütze und fördere. 

 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN