Messe „Nadel und Faden“ in Osnabrück Warum der Kreuzstich wieder in Mode ist

Buntes und Ausgefallenes: An den Ständen der rund 88 Aussteller hängen Kreuzstichmotive, selbstgenähte Taschen im Schieferdesign, Babybekleidung oder Dekorationsgegenstände. Foto: David EbenerBuntes und Ausgefallenes: An den Ständen der rund 88 Aussteller hängen Kreuzstichmotive, selbstgenähte Taschen im Schieferdesign, Babybekleidung oder Dekorationsgegenstände. Foto: David Ebener

Osnabrück. 88 Aussteller, verschiedene Workshops, kostenlose Vorführungen und eine große Sonderschau zum Jubiläum: Seit 25 Jahren lockt die Messe „Nadel und Faden“ viele Besucher in die Osnabrück-Halle. Kreative Menschen, die gerne nähen, sticken oder basteln, finden an drei Tagen ein breites Angebot an Inspiration und Materialien von Ausstellern aus ganz Europa.

Auf den zwei Etagen der Stadthalle wimmelt es am Freitag von Menschen, die aus einem Aluminiumring und Baumwollgarn Zwirnknöpfe gestalten, die Ponchos nähen oder mit Nietstiften Ohrschmuck und Broschen designen. An den Ständen der rund 88 Aussteller hängen bunte Kreuzstichmotive, selbstgenähte Taschen im Schieferdesign, Babybekleidung oder Dekorationsgegenstände. Anbieter erläutern Nähmaschinen. Stoffballen und Wollknäuel mit Merino- und Alpakawolle werden befühlt - die Messe bietet viele Gelegenheiten für haptische Erlebnisse.

Foto: David Ebener

„Do it yourself liegt absolut wieder im Trend, und auch 20-jährige fühlen sich von den Motiven angesprochen und haben Lust, sich beispielsweise die Technik des Kreuzstiches erklären zu lassen“, wissen Regina Arndt und Ulrike Weißleder. Die beiden Hamburgerinnen bieten unterschiedliche, liebevolle Stichentwürfe mit den dazu passenden farblichen Garnen an. Beate Kuhl kauft gleich mehrere Packungen der bunten Entwürfe. „Ich arbeite in der IT-Branche, und das Sticken ist für mich eine schöne Abwechslung zum Beruf“, erklärt die 47-jährige und fügt hinzu, dass selber machen oft wertvoller sei, als selber kaufen.  

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Frauen sind auf der Messe klar in der Überzahl, kreative Männer gibt es aber auch. Hans Schmitz aus Radevormwald bastelt selbst gerne Schiffsmodelle. Die gibt es zwar auf „Nadel und Faden“ nicht, dafür begleitet der gebürtige Osnabrücker seit Jahren immer wieder seine Frau Ingeborg, die sich über die Vielfalt der Messe, die schönen Stoffe und die Atmosphäre in der Osnabrück-Halle freut. „Und bei der Gelegenheit schauen wir uns auch die Entwicklung unserer Heimatstadt an“, verrät das Paar.

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Mehrere Workshops werden an den drei Tagen angeboten: vom Zwirnknopfgestalten, Maßnehmen wie Profis, mit Seidenfasern bügeln, schwedischer und japanischer Stickerei bis hin zum Nähen einer Jacke oder eines Ponchos. Dazu locken kostenlose Vorführungen und Sonderschauen. Die Aussteller aus ganz Europa bieten an ihren Ständen jede Menge an, um kreativ zu werden. „Die persönliche Anleitung ist viel schöner als ein Videokanal“ ist sich eine fünfköpfige Gruppe von Frauen einig. Die Damen sind früh aus Telgte angereist, zeigen stolz ihre Einkäufe und sind der Meinung: „So etwas gibt es im Internet nicht“.

Foto: David Ebener

Makramee- oder Stempeltechniken sind dieses Jahr ebenso gefragt wie Häkelnadeln mit gedrechselten Holzgriffen. Und auch neue Trends wie Diamond Painting begeistern: im Stil von Malen nach Zahlen werden achtkantige Glitzersteine nach Vorlage aufgeklebt. Dabei stehen 10.000 verschiedene Motive zur Auswahl. Romy Kosma ist 13 Jahre, auch sie lässt sich seit drei Jahren mit ihrer Mutter auf der Messe inspirieren. „Ich nähe gerne, am liebsten Turnbeutel oder Kissen“, verrät Romy und zeigt sich begeistert von den Inspirationen und der großen Auswahl.

Foto: David Ebener

 „Wir erwarten wieder um die 10.000 Besucher“, sagt Ellen Moschitz-Finger, Gründerin von „Nadel und Faden“. Die Messe für textile Kunst und Handarbeit ist Samstag und  Sonntag von 10:00 -18:00 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 9 Euro. Nähere Informationen unter www.nadelundfaden-osnabrück.de

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