Tourismusverband TOL neu aufgestellt Tol(le) Zahlen: Tourismus bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor im Osnabrücker Land

Auch durch eine Intensivierung des Kongressgeschäfts sollen zusätzliche Übernachtungszahlen generiert werden. Foto: David EbenerAuch durch eine Intensivierung des Kongressgeschäfts sollen zusätzliche Übernachtungszahlen generiert werden. Foto: David Ebener

Osnabrück. Es läuft im Tourismusgewerbe in Stadt und Landkreis Osnabrück. Mit ihren 30,65 Millionen Aufenthaltstagen bescherten die Gäste der Region einen Gesamtumsatz in Höhe von über einer Milliarde Euro. Gute Zahlen zwar aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, sagen Petra Rosenbach, Alexander Illenseer und Wolfgang Griesert.

Die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Osnabrücker Land (TOL), der Chef der Osnabrück Marketing und Tourismus (OMT) sowie der Oberbürgermeister hatten geladen, um die Kennzahlen des Jahres 2018 vorzustellen. Dass die Stimmung gut, der Blick in die Zukunft ungetrübt und das Miteinander herzlich war, lag nicht am Fehlen des Landrates Michael Lübbersmann als Vertreter des Landkreises, sondern ließ sich wohl eher nicht einmal durch dessen Absenz trüben. Lübbersmann, der sich entschuldigen ließ, wurde schon deshalb schmerzlich vermisst, weil damit der Vertreter des zweiten großen Teilhabers am neustrukturierten TOL fehlte. Der Verband wechselt von der Daseinsform als Verein in die Strukturen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Teilhaber Stadt und Landkreis mit jeweils 37,5 Prozent plus der Landkreisgemeinden mit 25 Prozent sind. Das Ganze gilt ebenso ab dem 1. April 2020 wie die Überführung der OMT in die Citymarketinggesellschaft Osnabrück (CMO). Die OMT ist bislang mit dem TOL verbandelt in der touristischen Marktbearbeitung für den Landkreis Osnabrück, die Stadt Osnabrück und die Kommunen des Landkreises Osnabrück. Die CMO wird sich in Zukunft unter der Leitung von Illenseer ausschließlich auf stadt-bezogene Aufgaben konzentrieren.

Valide Zahlen

So weit die Formalia. Interessanter dürfte der Blick auf die Zahlen sein. Und die sind ganz anständig. Der Tourismus ist als Wirtschaftsfaktor weder aus dem Landkreis noch aus der Stadt wegzudenken. Aufbereitet hat die Zahlen aus dem Jahr 2018 das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif). Laut Rosenbach erstellt das dwif Marktberichte dieser Art für nahezu alle Regionen bundesweit. "Die Zahlen sind also valide."

Davon ausgehend haben die Hoteliers und anderen Tourismusakteure also einen guten Job gemacht. Etwa 15 Millionen Aufenthaltstage schreiben die Autoren der Stadt in die Bücher (Landkreis ebenfalls etwa 15 Millionen). In 541.000 Nächten legten müde Osnabrückgäste ihre Häupter auf die Kopfkissen betrieblich geführter Betten (Landkreis 2,5 Millionen). Hinzu kommen all diejenigen, die als Freunde oder Verwandte in den Privathaushalten der Einwohner der Region einen Unterschlupf fanden. In der Stadt waren das eine Millionen Gäste, im Landkreis 2,3 Millionen. Punkten konnte die Stadt auch bei den Tagesreisen mit 13,4 Millionen Gästen (Landkreis 12,7 Millionen). 

Nicht alles Geld bleibt in der Region

Diese Zahlen finden selbstredend auch im Monetären ihren Niederschlag: Die Stadt generierte aus dem Tourismus im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 492,9 Millionen Euro. Im Landkreis blieben 535,5 Millionen Euro in der Wertschöpfungskette hängen. Damit schafft der Tourismus in der Stadt 8500 Vollzeitarbeitsplätze, im Landkreis 10.270. Zwar merkte OB Griesert mit Blick auf zum Beispiel Mehrwert- und Einkommenssteuer an, dass von diesen Bruttobeträgen bei weitem nicht alles Geld in der Region verbleibe, gleichwohl sei der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 

Eine Träne könnte einzig über die Wangen des Einzelhandels rinnen. Denn vergleicht man die Zahlen der letzten dwif-Erhebung im Jahr 2013 mit den Zahlen aus dem vergangenen Jahr, so verzeichnen alle Parameter Zuwächse bis auf den Einzelhandel dessen Bruttoumsätze in den fünf Jahren um 3,6 Prozent schrumpften. Der Online-Handel wirke sich auch auf die Umsätze der Händler mit den Touristen aus, so Rosenbachs Begründung. Alle anderen Umsätze aus dem Tourismusbereich legten in den vergangenen Jahren zu. 

Zuwächse möglich

Dann mal weiter so? Nicht ganz. Rosenbach sieht Zuwachsmöglichkeiten in Höhe von etwa 30 Prozent in den kommenden Jahren, allerdings nicht als Selbstläufer. Es gebe keine Probleme die in der Stadt explosionsartig gestiegene Zahl der Hotelbetten mit Gästen zu füllen. Allerdings müssten die dementsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden, zum Beispiel durch Thematisierungen und Profilierungen sowie weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Intensivierung des Kongress- und Eventgeschehens. Auch hier wird der TOL mit Publikationen und einer eigens erstellten Internetpräsenz neue Wege beschreiten.


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