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100 Linden zu verschenken Osnabrücker Baumschutz-Initiative setzt Zeichen

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<em>„Ich liebe Bäume“,</em> sagt Uwe Hendriks (rechts), bei dem Jürgen Schmitte die erste Linde pflanzte. Foto: Michael Hehmann„Ich liebe Bäume“, sagt Uwe Hendriks (rechts), bei dem Jürgen Schmitte die erste Linde pflanzte. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Einen Baum geschenkt bekommen, einfach so, weil ein Baum schön und wertvoll ist – wo gibt’s denn so was? Das gibt es jetzt in unserer Stadt. Die Osnabrücker Baumschutz-Initiative gibt in diesem Frühjahr eine Linde an jeden, der mit diesem Baum sein Grundstück verschönern möchte,

Gefragt sind Privatpersonen, Kindergärten oder andere öffentliche Einrichtungen. Insgesamt hundert Sommerlinden sollen auf diese Weise in der Stadt gepflanzt werden. „Es ist ein Zeichen, dass man selbst initiativ werden kann“, sagt dazu Jürgen Schmitte, von Beruf Landschaftsgärtner und Mitglied in der Gruppe von Baumschützern.

Die erste der hundert Sommerlinden hat ihren Platz schon gefunden: auf dem Grundstück von Uwe Hendriks in Eversburg. Dort wurde sie knapp drei Meter vor dem Gebäude, in dem der selbstständige Maler seine Arbeitsgeräte aufbewahrt, von ihm und Jürgen Schmitte gepflanzt. „Ich liebe Bäume“, begründet Uwe Hendriks schlicht, warum er noch einen weiteren Baum wollte.

„Die Linde ist ein typischer Hausbaum“, ergänzt Jürgen Schmitte. „Sie wird traditionell bei uns zu Häusern und Höfen gesetzt. Sie kommt mit fast allen Standorten klar und verträgt auch Stadtklima.“ Die ideale Zeit zum Pflanzen von Bäumen sei jetzt bis zum März.

Es ist erstaunlich – aber die Baumschutz-Initiative nimmt die hundert jungen Sommerlinden tatsächlich auf ihre eigene Rechnung. Die Gruppe trifft sich etwa alle drei Wochen, nicht immer sind alle da, aber zehn bis 15 Aktive gehören quasi fest dazu.

Selbstverständlich ist bei ihnen eine Spende von den zukünftigen Linden-Besitzern willkommen. Aber das solle nach eigenem Ermessen geschehen, und es sei keinesfalls notwendig, so wird immer wieder betont. Jürgen Schmitte fällt dazu sofort eine weitere kreative Idee für mehr Bäume ein: „Wir werden diese Spenden sammeln und mit dem Betrag die Patenschaft für einen Baum der Stadt übernehmen.“

Seit über einem Jahr ist die Gruppe aktiv. Sie fordert von der Politik, der Verwaltung aber auch von einigen Gartenbesitzern, dass dem Baumschutz mehr Rechnung getragen wird.


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