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05.09.2019, 06:25 Uhr SOFORTPROGRAMM

Hilfe für die Osnabrücker Johannisstraße kommt reichlich spät

Ein Kommentar von Sandra Dorn


So sieht es an der Rückseite des Landgerichts aus - direkt im Eingang zur Johannisstraße. Foto: Gert WestdörpSo sieht es an der Rückseite des Landgerichts aus - direkt im Eingang zur Johannisstraße. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Johannisstraße ist zu einem Schandfleck verkommen. Wer regelmäßig dort ist, kann dem Niedergang zusehen, der sich auch in die einmündenden Seminarstraße und Große Rosenstraße ausgebreitet hat.

Alkoholkonsum und unverhohlener Drogenhandel sind das eine – das katastrophale Erscheinungsbild der Johannisstraße das andere: Glasscherben, beschmierte leere Schaufstenster, Uringestank.

Dass die Osnabrücker Ratspolitiker nun reagieren und sich der Straße annehmen, dürften die ansässigen Kaufleute nur mit einem müden Lächeln quittieren. Zu lange sind ihre Hilferufe scheinbar ungehört verhallt.

Es ist vier Jahre her, dass die Anlieger sich öffentlich über die Probleme beschwerten, die mit der Verlagerung eines Teils der Alkoholszene vom Salzmarkt in Richtung Neumarkt einhergingen. Vier Jahre, in denen provisorische Bushaltestellen und Baustellenlärm ihren Alltag bestimmten, während die Ratspolitiker sich über das Auf oder Zu des Neumarktes für Autofahrer stritten.

Wenn die Stadt diejenigen Ladeninhaber halten will, die trotz dramatisch zurückgegangenen Passantenzahlen und Umsatzeinbußen bis jetzt durchgehalten haben, dann muss schnellstens etwas geschehen. Sonst wird bald das nächste Geschäft schließen. Und jeder weitere Leerstand wird die Johannisstraße noch ein Stück hässlicher machen.


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