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Rolf Unnerstall offiziell ins Amt als neuer Rektor eingeführt Über China an die Ursula-Schule

Von Stefan Buchholz

Den Ton an der Ursula-Schule gibt der neue Schulleiter Rolf Unnerstall an. Hier präsentiert er sich vor (v.l.) Rouwen Möckesch, Hannah Gläser, Peter Langenberg, Florian Rode, Lukas Kirchhübel, Lukas Langenberg und Martin Butz, Foto: Elvira PartonDen Ton an der Ursula-Schule gibt der neue Schulleiter Rolf Unnerstall an. Hier präsentiert er sich vor (v.l.) Rouwen Möckesch, Hannah Gläser, Peter Langenberg, Florian Rode, Lukas Kirchhübel, Lukas Langenberg und Martin Butz, Foto: Elvira Parton

steb Osnabrück. „Inthronisation“ in der Ursula-Schule: Obschon seit 1. August im Amt, wurde Rolf Unnerstall gestern offiziell als neuer Schulleiter der katholischen Schule am Dom eingeführt. Der 56-jährige Pädagoge tritt die Nachfolge von Mechthild Rövekamp-Zurhove an, deren Verabschiedung vor den Sommerferien erfolgte.

Als „mäandernde Zielorientierung“ schilderte Winfried Verburg vom Bistum Osnabrück die Berufsbiografie Unnerstalls. Denn „der Weg vom Schüler am Carolinum zum Schulleiter an der Nachbarschule hätte kürzer sein können – aber wäre er deshalb besser geworden?“, fragte Verburg. Nach dem Abitur und der Bundeswehrzeit bei der Luftwaffe habe Unnerstall Deutsch und Sport in Göttingen studiert.

Nach ersten Berufsjahren in Meppen und Haren „erreichte der Mäander des beruflichen Weges seine größte Entfernung vom Zielpunkt: Einsatz als Deutschlehrer an der Universität Hefei in China“, so Verburg. Zurück in Deutschland, hatte Unnerstall nach kurzer Zeit in Haren die Oberstufenkoordination am hiesigen Carolinum geleitet. Seit 2009 war er stellvertretender Leiter an der benachbarten Ursula-Schule. „Damals wussten wir alle noch nicht, dass so schnell die Gesamtverantwortung“ folge, erinnerte Verburg: „Wir brauchen Ihre Erfahrung und Bildung und wissen die Schule bei Ihnen in guten Händen.“

Carolinum-Chef Helmut Brandebusemeyer erinnerte an die bislang noch nicht geschlossene Lücke, die Unnerstall fachlich und menschlich hinterlassen habe. Er überreichte seinem Schulleiterkollegen ein Trikot, das die neue Aufgabe symbolisieren sollte: „Sei Teamplayer und zugleich Tonangeber“, riet Brandebusemeyer seinem Duz-Freund.

Eine gute und offene Zusammenarbeit mit Unnerstall wünschten sich die Mitarbeiter- und Schülervertretung. „Sie übernehmen das Amt in bildungspolitisch unruhigen Zeiten, in denen so manches Reformfeuerwerk abgebrannt wird“, sprach Maik Niemeier für die Lehrer. „Entwickeln Sie unsere Vorschläge konstruktiv weiter, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht naiv erscheinen“, baten die Schülervertreter Larissa Haunhorst und Tom Hülbrock.

Rolf Unnerstall versicherte in seiner Antrittsrede Eltern, Mitarbeitern und Schülern, dass er über die Zukunft der Ursula-Schule „einen offenen, ehrlichen und herrschaftsfreien Dialog“ führen wolle. Der Schulleiter weiter: Trotz Zeitdrucks wegen des Abiturs nach zwölf Jahren müsse Schule über den Unterricht hinaus auch Raum für Beschäftigung mit dem „scheinbar Zweckfreien“ bieten, um eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung der Schüler zu ermöglichen. Dafür benötigten sie auch am Nachmittag Zeit, weshalb die Ganztagsschule „für uns in nächster Zeit kein tragbares Konzept“ wäre.