Kultursemesterticket ab Wintersemester 2019/20 Studierende genießen Kultur in Osnabrück fast zum Nulltarif

Errungenschaft: Laura Boese, Sergej Friesen, Julia Güde und Kristina Kobrock (von links) von den Studierendenausschüssen von Universität und Hochschule Osnabrück stellen das Kultursemesterticket vor. Foto: David EbenerErrungenschaft: Laura Boese, Sergej Friesen, Julia Güde und Kristina Kobrock (von links) von den Studierendenausschüssen von Universität und Hochschule Osnabrück stellen das Kultursemesterticket vor. Foto: David Ebener

Osnabrück. Ab diesem Wintersemester können Studierende von Hochschule und Universität Osnabrück kostenlos Kultur genießen. Denn ab jetzt gilt in Osnabrück das Kultursemesterticket.

Ein gültiger Studierendenausweis und ein Lichtbildausweis genügt, um Osnabrücker Kultureinrichtungen zu besuchen: Ab dem kommenden Wintersemester gilt das für die Studierenden an Hochschule und Universität Osnabrück. Das Zauberwort heißt Kultursemesterticket, und dafür wird lediglich ein Euro des Semesterbeitrags für den Asta fällig.

Foto: David Ebener

Eine längere Verhandlungsperiode sei dieser Entscheidung vorausgegangen, sagt Kulturdezernent Wolfgang Beckermann, als die Kulturverwaltung und Vertreterinnen und ein Vertreter von Hochschul- und Uni-Asta das gemeinsame Projekt im Akzisehaus vorstellen. Das hat allerdings nicht damit zu tun, dass man sich nicht einig werden konnte, sondern war strukturbedingt: Es waren viele Leute an den Gesprächen beteiligt, zudem gab es "Startschwierigkeiten, weil die Menschen im Asta nur ein Jahr im Amt sind", sagt Laura Boese vom Uni-Asta. Aber die Verhandlungen "haben viel Spaß gemacht", sagt Heiko Schulze vom Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück. Nicht zuletzt, weil das Erinnerungen weckt: Schulze hat selbst lange beim Asta mitgewirkt.

Kultureuro wird aus den Rücklagen bezahlt

Nominell müssten die Studierenden den Euro für den unbegrenzten Kulturgenuss selbst aufbringen. Tatsächlich wird er auch vom Asta-Beitrag abgezwackt - "wir erhaben den Euro aber nicht", sagt Boese: An der Uni zahlen die Studierenden nach wie vor 17,50 Euro pro Semester. Auch für Hochschulstudierende ändert sich nichts am Asta-Beitrag von 8,70 Euro. "Wir finanzieren das aus den Rücklagen", sagt Sergej Friesen. Das gleiche gilt übrigens für die Theaterflatrate, die es seit 2016 gibt. Weiterlesen: 2016 wird die Theaterflat eingeführt

Das Angebot des Kultursemestertickets umfasst die städtischen Einrichtungen Museumsquartier und Kunsthalle sowie das Museum am Schölerberg, Stadtführungen und Turmbesteigungen der Marienkirche. Außerdem gibt es kostenfreie Angebote der Musik- und Kunstschule, und die Leihgebühr der Stadtbibliothek entfällt ebenfalls. Zwei weiter Angebote betont Beckermann besonders: Der Eintritt ins Museum Industriekultur und der ins Diözesanmuseum entfällt ebenfalls. Das ist keine Selbstverständlichkeit, weil die beiden Einrichtungen nicht städtisch sind.

Vorbild Göttingen

Damit richtet sich der Blick der Kulturverwaltung und der Studierenden bereits in die Zukunft: Langfristig möchte die Verwaltung das Kulturangebot für die Studierenden erweitern. Vorbild ist da Göttingen, sagt Schulze - dort deckt das Semesterticket sogar den Eintritt fürs Jahnstadion ab. Allerdings kostet dort das Kultursemesterticket auch 8,50 Euro. Aber Osnabrück denkt ebenfalls daran, das Angebot zu erweitern. "Freie Träger haben Interesse angemeldet", sagt Schulze. Die Kulturverwaltung auch: "Die Studierenden sind eine wichtige Zielgruppe für die Stadt", sagt Beckermann.

Wie das Kultursemesterticket ankommt, wird die Stadt genau überprüfen. Aber wenn die Leiterin des Fachbereichs Kultur, Patricia Mersinger, hofft "dass mehr Studierende unsere Angebote nutzen", klingt da viel Optimismus mit. Auf jeden Fall ist die neue Kooperation finanziell gedeckt: Durch den studentischen Kultureuro fließen bei 25000 Studierenden in zwei Semestern rund 50000 Euro jährlich in die Stadtkasse. Die Voraussetzungen stimmen schon mal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN