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27.08.2019, 16:49 Uhr KOMMENTAR

Zum Wohle des Osnabrücker Zoos

Ein Kommentar von Dietmar Kröger


Der Zoo Osnabrück macht derzeit schwere Zeiten durch. Der Neuanfang kann dafür sorgen, dass die Lichter auf dem Schölerberg auch in Zukunft nicht ausgehen. Foto: Philipp HülsmannDer Zoo Osnabrück macht derzeit schwere Zeiten durch. Der Neuanfang kann dafür sorgen, dass die Lichter auf dem Schölerberg auch in Zukunft nicht ausgehen. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Konflikte unter den Mitgliedern der Zoogesellschaft sind nicht neu. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den Unterirdischen Zoo. Auch 2004 rumorte es gewaltig auf dem Schölerberg. Der Unterschied: Damals zogen Andreas Busemann und Reinhard Sliwka noch an einem Strang.

Viele Mitglieder sahen im Bau des Unterirdischen Zoos ein viel zu großes finanzielles Risiko. Das war falsch. Die Verbindung zwischen Zoo und Museum war der Grundstein für den Erfolg der folgenden Jahre. Der Unterirdische Zoo besteht heute noch, die Verbindung zwischen Busemann und Sliwka aber ist abgerissen. 

Wie damals, hat auch in diesem Jahr die Mitgliederversammlung entschieden – zum Wohle des Zoos. Die Mehrheit wollte die Erfolge der vergangenen Jahre nicht aufs Spiel setzen. Sie hat sich für einen Neuanfang entschieden, mit dem Geschäftsführer und gegen den Präsidenten. Reinhard Sliwka hat das Ergebnis akzeptiert. Das ehrt ihn. 

Ebenso ehrt es den Geschäftsführer, dass er die Zuspitzung des Konflikts bereits im Vorfeld durch sein Rücktrittsangebot vermeiden wollte. Dass es letztendlich nicht zu diesem Rücktritt gekommen ist, ist allerdings die bessere Alternative. Mit Busemann hätte der Zoo den Motor verloren, der ihn in den vergangenen Jahren ohne nennenswerte Zuschüsse in die erste Liga gebracht hat. Davon profitieren vor allem die Tiere aber auch die Mitarbeiter, die sich über einen sicheren Arbeitsplatz freuen. Mit einem neuen Präsidium besteht nun die Chance, diese Zooentwicklung erfolgreich weiter voran zu treiben.

Fritz Brickwedde ist in allerhöchster Not eingesprungen, wohl wissend, dass dieses Ehrenamt – auch durch seine Mitgliedschaft im Rat als CDU-Fraktionsvorsitzender – kein leichtes wird. Brickwedde wird diesen Konflikt zu lösen wissen. Daraus ein Politikum zu konstruieren, würde dem Zoo weiteren Schaden zufügen. Der Zoo ist als touristischer Magnet für die gesamte Region zu wichtig, als dass er durch Vereinsquerelen in Mitleidenschaft gezogen werden dürfte. 


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