Freitag und Samstag Osnabrücker Abi-Zukunft-Messe mit 100 Ausstellern

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (Mitte) besuchte gemeinsam mit Osnabrücks Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann und dem stellvertretenden Landrat Mirco Bredenförder (v.r.) den Stand der Polizei Niedersachsen.  Foto: Jörn MartensNiedersachsens Innenminister Boris Pistorius (Mitte) besuchte gemeinsam mit Osnabrücks Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann und dem stellvertretenden Landrat Mirco Bredenförder (v.r.) den Stand der Polizei Niedersachsen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Unternehmen, Hochschulen, Zoll, BKA, Polizei: Die Sporthalle der Domschule wurde am Freitag zur Abi-Zukunft-Messe mit über 100 Ausstellern.

Eröffnet wurde die Messe von Boris Pistorius. Niedesachsens Innenminister war unter anderem zur Domschule gekommen, um den Stand des Landes zu besuchen. Hier machte er auf ein neues Angebot am Standort Osnabrück aufmerksam. In Osnabrück wird neben dem Standort Hannover erstmalig ein Anwärter-Modell (Studieren im Beamtenverhältnis auf Widerruf) des Landes angeboten. Das bisherige Stipendienmodell mit der Hochschule Osnabrück im Studiengang „Öffentliche Verwaltung“ wird dadurch abgelöst. 

"Jobs in der Verwaltung sind unter jungen Menschen begehrt, dafür sprechen die hohen Bewerberzahlen. Unsere Ausbildung ist exzellent und die Bewerberinnen und Bewerber wissen, was wir in den verschiedensten Bereichen anbieten", so Pistorius. 

In diesem Jahr habe es auf 90 Studienplätze fast 1.000 Bewerbungen gegeben. Im kommenden Jahr steige die Zahl der Plätze auf 120, davon 30 Plätze an der Hochschule Osnabrück. „Einen Nummerus Clausus im herkömmlichen Sinne gibt es für unsere Studenten nicht. Aber selbstverständlich gilt für unsere Bewerber die Bestenauslese, bei der auch, aber eben nicht nur, Schulnoten wichtig sind", so Pistorius zu den Eingangsvoraussetzungen. 

Das Auswahlverfahren sei mehrschichtig. Der erste Teil bestehe aus einem Onlinetest zu den wichtigsten Kompetenzen. Wer diesen bestehe, werde zu einem eintägigen Assessment Center eingeladen. Pistorius: "Das ist ein wissenschaftlich begleitetes Verfahren und führt nach unseren Erfahrungen zu sehr guten Ergebnissen.“ Fünf Jahre verpflichten sich die Studierenden laut Innenminister nach dem Studium im öffentlichen Dienst zu bleiben. 

Allerdings macht sich Pistorius nicht allzu viele Sorgen um mögliche Abwanderungen nach Ablauf der Fünfjahresfrist. "Unsere Studierenden haben sich nicht ohne Grund für ein Studium beim Land entschieden und andererseits bieten wir nach dem Studium Anreize, die nicht jeder Arbeitgeber hat. Zum Beispiel mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeiten sowie Wechsel innerhalb der Dienststellen."

Viele interessante Angebote

Das Land steht mit seinen Angeboten in Konkurrenz zu vielen anderen attraktiven Arbeitgebern, die ebenfalls verstehen, das Interesse der jungen Besucher zu wecken. Am Stand von Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen zum Beispiel steht vor einem Bildschirm ein kleiner Sportwagen. Darin sitzt Medin Gedikli mit VR-Brille und fährt ein virtuelles Rennen. Ansprechbar ist er währenddessen nicht. 

Stattdessen also Frage an ZF-Mitarbeiterin Tjorven Marie Böse, die mit anderen den Stand betreut: Hat das Game einen Bezug zu ihrer Arbeit? "Nicht so direkt. Wir nutzen das Auto als Magnet, es bringt Aufmerksamkeit."

Definitiv eine gute Idee bei über 100 Ausstellern, die um Nachwuchs werben. Tjorven Marie Böse ist ein lebendes Beispiel dafür, wie das funktionieren kann: Die 20-jährige aus Syke macht bei ZF ein duales Studium, auf das sie bei einer anderen Messe aufmerksam geworden ist. 3,75 Jahre dauert es, danach ist sie Industriemechanikerin und hat einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen. 

Beratungstermine vereinbaren

Die große Sporthalle ist komplett gefüllt mit den Ständen der Aussteller. Gar nicht so leicht, da den Überblick zu behalten. Es hilft ein Begleitheft, das jeder Besucher am Eingang erhält, mit kompletter Liste, Lageplan und Messe-Knigge. Letzterer empfiehlt vor allem gute Vorbereitung und die Vereinbarung von Beratungsterminen.

Anne und Celine (beide 17) aus Glandorf haben keine Strategie für ihren Besuch, sondern sind auf blauen Dunst gekommen. Celine fasst zusammen: "Es ist interessant, aber überfordernd. Wenn man ohne Plan herkommt, ist es schwierig, die Messe richtig zu nutzen." Anne hat trotzdem Erkenntnisse gewonnen: "Ich wusste eigentlich nur, dass ich Au-pair machen will, aber hier habe ich einige Studiengänge gesehen, die ich interessant finde." 

Ausgerichtet wurde die Messe von JF Messekonzept. Geschäftsführer Jose Rodrigues Freitas über den Nutzen von Börsen wie dieser: "Mittlerweile spricht man von über 19.000 Studiengängen und mehr als 400 Ausbildungsberufen. Wer soll da noch durchsteigen?" Darum sei das Konzept Abi-Zukunft-Messe "wohl das Beste, was Abiturienten passieren kann."

Die Veranstaltung geht am Samstag weiter von 9 bis 13 Uhr. Vor allem für Eltern wird es interessant: Der eigens entwickelte Workshop „Den passenden Berufsweg finden – Berufsorientierungstests im Check“. Dieser zeigt Eltern, wie sie ihren Kindern effektiv im Entscheidungsprozess helfen können


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN