Politiker stellt sich Schülerfragen Middelberg: Schüler brauchen Alternative zu Klimastreiks

Schulleiterin Daniela Boßmeyer-Hoffmann stellt der Jahrgangsstufe "Abitur 2020"  Mathias Middelberg vor. Foto: Vivienne KrausSchulleiterin Daniela Boßmeyer-Hoffmann stellt der Jahrgangsstufe "Abitur 2020" Mathias Middelberg vor. Foto: Vivienne Kraus

Osnabrück. Was hält er von der "Fridays for Future"-Bewegung und warum verlieren die Volksparteien immer mehr Mitglieder? Der CDU-Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg hat sich in der Aula des Gymnasiums Ursulaschule den Fragen von rund fünfzig Osnabrücker Schülern gestellt.

Im Rahmen des Faches Politik-Wirtschaft trafen rund fünfzig Abiturienten am Mittwoch auf den Osnabrücker Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg (CDU). Die Schüler des Übergangsjahrgangs nutzen die Möglichkeit, den Politiker zu innerparteilichen, wirtschaftlichen und ökologischen Themen zu befragen. Zur Vorbereitung auf den Besuch des Politikers hatten die Schüler im Unterricht Fragen ausgearbeitet und Hintergrundinformationen recherchiert, mit denen sie den Abgeordneten in der Aula der Ursulaschule konfrontierten. 

Alternative Protestform?

Die geplanten Uploadfilter der Europäischen Union kamen dabei genauso zur Sprache wie die "Fridays-for-future"-Demonstrationen. Wie denkt Middelberg über die wöchentlichen Schülerproteste? Er befürworte das Engagement der Jugendlichen antwortete der Politiker. Dennoch stehe er dem freitäglichen Fernbleiben vom Unterricht skeptisch gegenüber. Schwänzen sei nach wie vor ein Regelbruch und sollte nicht zu einem wöchentlichen Standard werden. Auch wenn die Debatte um die Schulpflicht den Protesten und der Thematik der Klimapolitik anfänglich zu Aufmerksamkeit verholfen habe, sprach Middelberg sich für eine Alternative zum aus und erwähnte andere Protestbewegungen, die sich die Strategie zu eigen machen könnten. Wo ziehe man dann die Trennlinie zwischen toleriertem und illegalem Missachten der Schulpflicht? 

Eine andere Schülerin brachte den Mitgliederschwund der Volksparteien CDU und SPD zur Sprache, den Middelberg unter anderem mit einem hohen Durchschnittsalter und daraus folgenden Todesfällen begründete. Viele langjährige Mitglieder seien in hoch politisierten Jahren des vergangenen Jahrhunderts in die Parteien eingetreten. Zudem müsse man als Partei in einer Zeit, in der traditionellen Bindungen an Vereine, Kirchengemeinden und Parteien an Wichtigkeit verlieren würden, müsse  eine Verbindung zwischen neuen Themen wie Digitalisierung und älteren Mitgliedern schaffen, sagte Middelberg. 

Wer folgt auf Merkel?

Weitere Einblicke hinter die Kulissen der Regierungspartei lieferte Middelberg auf die Frage wie es mit einer Nachfolge für Angela Merkel im Kanzleramt aussehe. "Man hat sich in den vergangenen Jahren durchaus ausgeruht," gab der Abgeordnete zu und verwies die Schüler auf die lange Kanzlerschaft von Helmut Kohl, "die CDU ist personell aber durchaus breit aufgestellt und verfügt auch im Hintergrund über qualifiziertes politisches Personal." 

Middelberg erklärte, er habe den Grundstein für seine spätere politische Karriere er bereits während seiner Schulzeit am Carolinum gelegt. Nach einem Jurastudium und Tätigkeiten in der freien Wirtschaft fand der gebürtige Osnabrücker 2005 den Weg in die Politik und später auch in den Bundestag, wo er unter anderem im Ausschuss für Inneres und Heimat tätig ist. Im Umgang mit den Gesetzestexten sei das Wissen aus dem Studium durchaus hilfreich, antwortete Middelberg auf die Frage einer Schülerin. 


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