Zwischen Sehnsucht und Zufriedenheit Christoph Engelsberger überzeugt mit Band am Büdchen

Diesmal mit Verstärkung: Christoph Engelsberger (MItte) mit seiner Band auf der Timezone-Bühne am Büdchen. Foto: Hermann PentermannDiesmal mit Verstärkung: Christoph Engelsberger (MItte) mit seiner Band auf der Timezone-Bühne am Büdchen. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Der Liedermacher Christoph Engelsberger war diesmal mit seiner Band bei "Live im Grünen" am Osnabrücker Büdchen am Westerberg zu Gast - und brachte die Besucher zum Zuhören und Mitsingen.

Nicht das erste Mal war Liedermacher Christoph Engelsberger aus Wiesloch bei der Veranstaltungsreihe „Live im Grünen“ am Büdchen zu Besuch. Aber diesmal war alles etwas anders. Nicht nur, dass das Publikum ihm tatsächlich zugehört hat - was aber auch daran gelegen haben mag, dass an diesem grauen Sonntagvorabend nicht viele Gäste, aber die dafür ganz gezielt für das Konzert den Weg in den Biergarten am Westerberg gefunden hatten. Sondern auch, dass er selbst nicht allein da war, sondern eine dreiköpfige Band mitgebracht hat, die seinen Liedern einen schönen, klaren Live-Sound verpassten. Er habe eingesehen, dass zwei Stunden lang allein am Klavier vorgetragene, traurige und nachdenkliche Balladen dem Publikum kaum zuzumuten seien, sagte Engelsberger am Ende selbstkritisch mit Blick auf vergangene Auftritte.

Nicht selbstverständlich am Büdchen: Das Publikum hörte zu. Foto: Hermann Pentermann

Mitten im Grünen

Und in der Tat wurde es diesmal ein feines, abwechslungsreiches Konzert. „Mitten im Leben“ heißt Engelsbergers aktuelle CD, aus der er gar nicht mal so viele Lieder spielte. Immerhin aber mitten im Grünen deren Titelsong, mit dem er das Leben nach seiner gescheiterten Ehe beschreibt, das thematisch ähnlich angelegte, sehnsuchtsvolle „Wenn alle schlafen“, die Ballade „Schreibe dir“ oder der Opener, der davon handelt, dass er „immer Astronaut sein“ wollte und der auch diesen Abend der vier Herren aus der Rhein-Neckar-Region eröffnete. Roman Hernitscheck aus Karlsruhe bespielte leidenschaftlich seine Gitarre, Produzent und Schlagzeuger Andreas Kaufmann sorgte stets für den passenden Rhythmus und Winzer und Bassist Martin Pfeifer zupfte entspannt den Kontrabass, den er nur einmal gegen einen funky E-Bass eintauschte. 

Mehr ist manchmal mehr: Christoph Engelsberger mit Bassist Martin Pfeifer und Gitarrist Roman Hernitscheck. Foto: Hermann Pentermann

Sonne herbeigespielt

Ältere und musikalisch wildere Stücke wie der laut Engelsberger „eigentlich immer aktuelle“ Titelsong des Debütalbums „Umbruchstimmung“ von 2005 oder der nicht minder zeitlose Protestsong gegen den „ganz normalen“, alltäglichen „Wahnsinn“ spielte das Quartett im Vergleich zum überwiegend gemächlichen Grundton ungewohnt energisch. Passend und pünktlich zum nostalgischen „Sommer in Feldern“ bahnten sich dann nach der Pause sogar ein paar Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Bäume in den Biergarten. Und als Christoph Engelsberger zum Abschluss „Es ist gut, wie es ist“ sang, bewies er endgültig, dass er nicht nur Lieder voller Sehnsucht schreiben kann, sondern auch solche, die von Zufriedenheit zeugen.


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