Bild-Remixe und Muster-Samplings Tim Cierpiszewski zeigt „Like A House“ im Kunstraum hase29

Kunst, wie vom DJ: Tim Cierpiszewski zeigt im  Kunstraum hase29 seine Ausstellung "Like a house". Foto: Gert WestdörpKunst, wie vom DJ: Tim Cierpiszewski zeigt im Kunstraum hase29 seine Ausstellung "Like a house". Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Wie in ein Musikvideo oder in ein Computerspiel hineinversetzt fühlt sich der Besucher der Ausstellung „Like A House“ im Kunstraum hase29. Tim Cierpiszewski zollt mit seiner Schau Künstlern der Bauhaus-Generation Respekt.

Testbild, fliegende Drohne, Rubiks Würfel: Für diese Bildelemente braucht man keine Fantasie, um sie zu identifizieren. Bei anderen, rein grafischen Motiven fällt eine Zuordnung schwer, denn diese sind nicht gegenständlich. So taucht der Besucher des Kunstraumes hase29 zurzeit in eine Bildwelt ein, die von Popart,  Konstruktivismus, Minimal Art und anderen Kunstrichtungen geprägt ist. Der Künstler, der hier agiert, konstruiert eine flimmernde Welt der Farben und Formen, collagiert Vertrautes mit selbstentworfenen, amorphen Gebilden, schafft harte Kanten und Brüche, derweil andere Bildelemente nahtlos ineinander übergehen. Man fühlt sich wie in ein Musikvideo oder Computerspiel mit ganz eigener Matrix hineinversetzt.

Tim Cierpiszewski heißt der Künstler, der von der Osnabrücker Gesellschaft für zeitgenössische Kunst eingeladen wurde, auf dass er den Kunstraum in der Hasestraße neu gestalte. Da Cierpiszewski an jedem Ort individuell arbeitet, hatte er zuvor in dem ehemaligen Supermarkt Maß genommen und sich auch sonst mit den Gegebenheiten der Hasestadt auseinander gesetzt. So stieß er schnell auf das in Osnabrück geborene Multitalent Friedrich Vordemberge-Gildewart (V-G), der mit seinen konkreten Bildern internationale Anerkennung erlangte. Von seinen Arbeiten ließ sich Cierpiszewski inspirieren und so lag es nahe, dass die Kuratoren drei Originaldrucke V-Gs ausliehen, um sie den zeitgenössischen Bilderwelten gegenüberzustellen. Auch in der Wahl des Ausstellungstitels bezieht sich der Künstler auf V-G.. „Ein Bild wird gebaut wie ein Haus“ hat der Sohn der Stadt einmal gesagt. Also nannte Cierpiszewski seine Rauminstallation „Like A House“.

Hase29: Ausstellung "Like a house" von Tim Cierpiszewski . 15.08.2019. Foto: Gert Westdörp

Zunächst entwarf er seine Bilderwelt am Computer. Das Ergebnis ließ er auf große Kunststoffbahnen drucken, die er auf hölzerne Stellwände aufklebte. Diese ordnete er versetzt und im rechten Winkel zueinander im Raum an und behandelt deren Rückseiten gleichzeitig als Display für drei verschiedene, gedruckte Bücher, die er speziell für diese Ausstellung anfertigen ließ. „Like A House“, „Pentomino“ und „It Belongs To Music“ lauten die drei Kapitel, die mit der jeweiligen Wand korrespondieren.

„Früher arbeiteten Künstler mit der Technik der Collage oder der Montage“, sagt Cierpiszewski. „Heute gibt es Begriffe wie Remix und Sampling, die ich lieber benutze, weil ich mit meiner Kunst verfahre wie Musiker und DJs mit ihrer Musik“, betont er.

Kunstraum hase 29 (Hasestraße 29): „Like a House“. Bild-Remixe von Tim Cierpiszewski. Bis 12. Oktober. Di., Mi. und Fr. 14-18 Uhr, Do. 16-20 Uhr, Sa. 11-15 Uhr. Eintritt frei. Infos unter www.hase29.de


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