Ein Bus mit vielen Füßen Aktionstag in Osnabrück-Voxtrup für sichere Schulwege

"Walking Bus" mit dem Niedersachsens Innenminister: Boris Pistorius war am ersten Schultag der Erstklässler in Voxtrup dabei und stellte die Aktion für sichere Schulwege vor. Foto: David Ebener"Walking Bus" mit dem Niedersachsens Innenminister: Boris Pistorius war am ersten Schultag der Erstklässler in Voxtrup dabei und stellte die Aktion für sichere Schulwege vor. Foto: David Ebener

Osnabrück. „Kleine Füße – sicherer Schulweg“: So heißt die Schulanfangsaktion des Landes Niedersachsen seit mehr als 20 Jahren. Sie wird jedes Jahr in einer anderen Schule präsentiert. Dieses Mal fiel die Wahl auf die Grundschule Voxtrup. Dort begrüßte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius am ersten Schultag die neuen Erstklässler.

„Worauf freut ihr Euch denn am meisten?“, fragte der Innenminister. Einer rief „Mathe!“ Ein anderer „Religion!“ Doch um Fächer wie diese ging es hier nicht. Die Landesregierung, die Polizei, die Verkehrswacht, der ADAC, der Landeselternrat und die gesetzliche Unfallversicherung wollen, dass die Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen. Sie werben dafür, dass die Kinder möglichst zu Fuß gehen – und sich nicht mit dem Elterntaxi fahren lassen.  

Für Innenminister Pistorius ist es wichtig, dass den Kindern „etwas zugetraut wird und sie lernen können, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen“ – und den Schulweg kennen zu lernen. Als Verkehrsmittel empfiehlt die Aktion den „Walking Bus“. Das ist kein Bus, der fährt, sondern einer, der geht und von Erwachsenen begleitet wird. Die Haltestellen sind dort, wo weitere Kinder mitgehen wollen.

Polizeihauptkommissar Torsten Block berichtete, dass in Voxtrup an jedem Schultag 120 Kinder „bei Wind und Wetter“ einen „Walking Bus“ bilden. Er beobachte regelmäßig, wie sich die Kinder auf dem Weg austauschen. Dabei entstünden auch Freundschaften. Damit haben der Innenminister und der Polizist bereits wesentliche Anliegen der Aktion aufgezählt.

Nachteile im Elterntaxi

Die weiteren Akteure weisen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit darauf hin, dass der Verzicht auf das Elterntaxi unter anderem gemeinsame Erlebnisse und Bewegung ermögliche. Der Hol- und Bringdienst dagegen erhöhe den Verkehr und das Risiko von Unfällen etwa beim Wenden vor der Schule.

Der Innenminister wies auch auf die Verantwortung der Autofahrer hin - unter anderem auf das Überholverbot, wenn sich ein Bus mit Warnblinkern einer Haltestelle nähert und auf die Einhaltung von Schrittgeschwindigkeit, wenn ein Bus mit Warnblinklicht an einer Haltestelle steht. 

Zu der Aktion gehört auch das Werben um Schulweglotsen: Schüler ab 13 Jahren und Erwachsene können sich von der Polizei und von der Verkehrswacht für den ehrenamtlichen Lotsendienst ausbilden lassen. Der Kurs dauert zwölf Stunden. Ansprechpartner sind die jeweiligen Schulen.

Hätten die Kinder gewusst, dass ihnen die Puppenbühne der Polizeiinspektion Osnabrück eine lehrreiche und lustige Vorstellung zum Aktionstag geben würde, hätten sie auf die Frage des Innenministers vielleicht nicht die Schulfächer aufgezählt.


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