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14.08.2019, 06:31 Uhr KOMMENTAR ZUM STREIT UM INKLUSION

So kann die Inklusion in der Region Osnabrück nicht gelingen

Ein Kommentar von Jean-Charles Fays


Die Belmer Ickerbachschule wurde als Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen bereits 2015 geschlossen, Foto: Gert WestdörpDie Belmer Ickerbachschule wurde als Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen bereits 2015 geschlossen, Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Spätestens wenn die eigenen Parteigenossen davor warnen, dass es Förderschüler gibt, die in den Regelschulen „untergehen“, sollten Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) reagieren und endlich handeln. So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Ein Kommentar.

Wenn Grundschulen zwei Förderschullehrerstunden pro Woche und Klasse bekommen, ist das einfach zu wenig. Schulen müssen mit deutlich mehr Sozialpädagogen sowie Förderschullehrern ausgestattet werden und Lehrer müssen weiterqualifiziert werden, sonst kann die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung nicht gelingen. 

Rahmenbedingungen sollen Teilhabe in allen Bereichen ermöglichen

Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt den Auftrag, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Teilhabe in allen Bereichen ermöglicht wird und die Haltung gegenüber Menschen mit Behinderungen von Wertschätzung und Respekt geprägt ist.

Lehrer müssen wieder allen gerecht werden können

Aktuell ist leider das Gegenteil der Fall. Viele Schüler mit Förderbedarf werden in Regelschulen ausgegrenzt, weil sie zu wenig Förderung bekommen, um dem Lerntempo folgen zu können. Wegen des hohen Förderbedarfs für Einzelne besteht gleichzeitig die Gefahr, dass die Mitschüler zu kurz kommen. Inklusion kann aber nur gelingen, wenn Lehrer mehr Unterstützung bekommen und so in die Lage versetzt werden, allen gerecht zu werden.


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