Bernard Paschke pflegt wortreich die Kunst intelligenter Provokation Ansichten eines Jungkabarettisten

Das jüngste Gesicht: Der 18-jährige Bernard Paschke ist wohl einer der jüngsten Kaberettisten im Lande. Foto: David EbenerDas jüngste Gesicht: Der 18-jährige Bernard Paschke ist wohl einer der jüngsten Kaberettisten im Lande. Foto: David Ebener

Osnabrück . Mit Wortwitz und gezielt eingesetzten Provokationen überzeugte Kabarettist Bernard Paschke am Mittwoch mit seinem Programm "Der Tag des jüngsten Gesichts" das Publikum im gut besuchten Innenhof vom Haus der Jugend.

"Ich bin Bernard Paschke, bin 18 Jahre und Klassensprecher der 12b." Mit entwaffnendem Lächeln kokettiert der jüngste Kabarettist des Landes mit seinem Alter und wirft dem Publikum kurz danach Sätze an den Kopf wie: "Wir werden alle älter. Sie haben nur früher angefangen." Oder: "Man muss den Dingen ins Gesicht sehen - und wenn es ein faltiges ist."

Provozierend jugendlich 

Paschkes eigenes ist noch nicht faltig, und so steht sein Programm unter dem Motto "Der Tag des jüngsten Gesichts". Mit seinen Ansichten eines Jungkabarettisten und einer gehörigen Portion Wortwitz gastierte Bernard Paschke am Mittwoch im Rahmen der Sommerreihe "Kultur im Innenhof" im gut besuchten Innenhof vom Haus der Jugend (Veranstalter: Fokus e.V.).  In typisch jugendlichem Überschwang erklärte er vorab, keinesfalls Wahrheiten mit erhobenem Zeigefinger verkünden zu wollen - denn einer wie Paschke zieht eh den ausgestreckten Mittelfinger vor. Und wenn der adrette junge Mann erklärte: "Ich bin für Toleranz.", schilderte er im selben Atemzug sein Unbehagen über Randgruppen, die sich entsprechend der ihnen unterstellten Vorurteile verhalten würden. Blondinen etwa, die tatsächlich dumm sind oder Schwarze, die noch beim Nordic Walking rennen. Gezielte Provokationen, die nicht selten das Lachen im Hals stecken lassen, gehören zu Paschkes Spezialität. Und lassen sich ihrerseits als Klischee über sein jugendliches Alter verstehen, das ihn dazu berechtigt, Aufmerksamkeit durch Provokation zu erzielen. Da konnte es schon mal passieren, dass er den Kindergeburtstag des kleinen Bruders mit Spielen wie "Stadt - Land - Fluchtursache" zelebrierte oder sämtliche Exfreundinnen durch seine Manie für technische Gerätschaften in ehemalige Sowjetrepubliken flüchten ließ. 

Nicht weniger provokant war Paschkes Abrechnung mit selbst ernannten "Beschützern des christlichen Abendlandes", die nicht einmal die Zehn Gebote fehlerfrei aufsagen können. Oder die Reduzierung des Machtsystems der katholischen Kirche auf "Gehirnwäsche, Geldwäsche, Kinderunterwäsche". 

Am Ende seines rund zweistündigen Programms bewies Bernard Paschke mit einer trefflichen Parodie von Angela Merkel und Horst Seehofer, dass er nicht umsonst seit 2018 Ensemblemitglied der Leipziger "Pfeffermühle" ist.  


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