Interview mit dem Leiter des Morgenland Festivals Michael Dreyer wird Juror der Kulturstiftung des Bundes

Erhofft sich als Juror der Kulturstiftung des Bundes spannende Begegnungen mit Musikprojekten in Deutschland: Michael Dreyer. Foto: Gert WestdörpErhofft sich als Juror der Kulturstiftung des Bundes spannende Begegnungen mit Musikprojekten in Deutschland: Michael Dreyer. Foto: Gert Westdörp
Gert Westdörp

Osnabrück. Michael Dreyer, der Leiter des Morgenland Festivals Osnabrück, ist in die Jury der Bundeskulturstiftung berufen worden. Ab Januar 2020 ist er dann einer von zwei Fachjuroren für Musik. Dreyer folgt damit dem Leiter der Donaueschinger Musiktage, Björn Gottstein.

Herr Dreyer, was bedeutet ihnen die Berufung in die Jury der Bundeskulturstiftung?

Dass die Stiftung jemanden als Juror beruft, der sich hauptsächlich durch Projekte mit nicht-europäischer Musik einen Namen gemacht hat, finde ich wirklich erstaunlich und erfreulich. Und grundsätzlich freue ich mich natürlich über die Wertschätzung, die meine Arbeit durch die Berufung erfährt.

Sie sind für die Zeit von 2020 bis 2022 in der Jury der Bundeskulturstiftung berufen worden. Was genau ist Ihre Aufgabe und wie sieht ihre Arbeit für die Kulturstiftung aus?

Zusammen mit acht weiteren Juroren bilden wir den Fachbeirat für die allgemeine Projektförderung des Bundes und geben Empfehlungen für die Förderung der eingereichten Projektanträge. Die Bewertung der Jury ist die Grundlage für die Entscheidungen des Stiftungsvorstandes und des Stiftungsrates.

Sie selbst erhalten für das Morgenland Festival Osnabrück Förderung durch die Stiftung. Wie kommt es, dass Sie trotzdem in die Jury einer Institution berufen werden? 

Wir haben drei oder vier Mal in den vergangenen Jahren eine Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes erhalten. Während meiner Zeit als Juror können wir tatsächlich keine Anträge stellen. Da wir aber generell nur alle paar Jahre einen Antrag dort stellen, sehe ich da kein Problem.

Wird es für Sie leichter, künftig Fördermittel zu erhalten? 

Ganz sicher nicht. Jede Jury entscheidet allein nach qualitativen Gesichtspunkten.

Wer hat Sie in die Jury berufen und wie läuft dieses Berufungsverfahren ab? 

Hortensia Völckers, die Künstlerische Direktorin der Stiftung, rief mich im Frühjahr an und fragte, ob ich mir vorstellen könne, in der Jury zu arbeiten. Ich habe gerne zugesagt. Ich war bereits vor einigen Jahren in der Jury eines internationalen Wettbewerbs in Baku. Das ist eine enorme Verantwortung, aber gleichzeitig habe ich damals unendlich viele Solisten und Ensembles gehört, die ich sonst nie gesehen hätte. Im Falle der Kulturstiftung des Bundes ist es ebenso. Es ist eine große Verantwortung, aber bietet natürlich auch einen spannenden Einblick in die hiesige Musikwelt.

Sie haben die letzten vier Jahre in Berlin gelebt und sind jetzt wieder nach Osnabrück oder, um genau zu sein, ins Osnabrücker Land nach Ostercappeln gezogen. Warum? 

Dafür gab es mehrere Gründe. Generell finde ich Osnabrück eine Stadt mit fantastischer Lebensqualität und einem fantastischen kulturellen Angebot. Ich habe immer gerne hier gelebt und freue mich, wieder hier zu sein.

Zur Sache

Kulturstiftung des Bundes
Die Kulturstiftung des Bundes hat der erste Staatsminister für Kultur, Julian Nida Rümelin 2002 gegründet. Ziel der Stiftung ist es, künstlerische Produktionen zu fördern und zu unterstützen, die „inhaltlich besondere Bedeutung für dne aktuellen künstlerischen oder gesellschaftlichen Diskurs besitzen“, wie es in den allgemeinen Förderrichtlinien der Stiftung heißt. Aktuell fördert die Bundeskulturstiftung unter anderem den internationalen Themenschwerpunkt Bauhaus 2019. Aber auch das Morgenland Festival Osnabrück ist in den vergangenen Jahren gefördert worden. Dabei fördert die Stiftung immer projektbezogen und niemals institutionell. Sie würde also niemals die Struktur des Morgenland Festivals unterstützen, sondern immer nur bestimmte Themenschwerpunkte. Der Jahresetat der Stiftung liegt bei 35 Millionen Euro.



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