Befragung durch Verband Unternehmen aus der Region Osnabrück suchen händeringend Azubis

Unternehmen aus der Region Osnabrück haben in diesem Jahr große Schwierigkeiten, alle Ausbildungsstellen zu besetzen. Symbolfoto: Christoph Schmidt/dpaUnternehmen aus der Region Osnabrück haben in diesem Jahr große Schwierigkeiten, alle Ausbildungsstellen zu besetzen. Symbolfoto: Christoph Schmidt/dpa

Osnabrück. Am 1. August beginnt in vielen Betrieben in der Region Osnabrück das neue Ausbildungsjahr. Doch in einigen Bereichen beklagen die Unternehmen einen eklatanten Bewerbermangel, wie eine Umfrage des Industriellen Arbeitgeberverbands Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (IAV) nun ergeben hat.

Bei den Ergebnissen wechseln sich Licht und Schatten ab, wie der IAV in einer Presseinfo mitteilt: Während 2018 6,5 Prozent der Unternehmen gar nicht ausgebildet haben, sind es 2019 nur noch 5,9 Prozent. Zusätzlich haben die Ausbildungsbetriebe sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblich-technischen Bereich erneut mehr Plätze angeboten. 

Während im vergangenen Jahr in beiden Bereichen auch mehr Verträge abgeschlossen werden konnten, ist die Zahl bei abgeschlossenen Verträgen in kaufmännischen Ausbildungsberufen dieses Jahr rückläufig. Überdeutlich wird, dass Unternehmen immer öfter Probleme haben, alle angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen, obwohl die Unternehmen Gegenmaßnahmen wie den Ausbau von zielgruppengerechten Marketingmaßnahmen oder Kooperationen mit Schulen ergriffen haben.

Schwierigkeiten in gewerblich-technischen Ausbildungsberufen

Im kaufmännischen Bereich blieben 30 Prozent unbesetzt, im vergangenen Jahr waren es nur knapp zehn Prozent. Noch gravierender ist die Situation in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen: Der negative Trend der letzten Jahre hat sich noch weiter fortgesetzt. 2019 blieben hier 54,4 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt. 

Gefragt nach den Gründen, gaben die Unternehmen an, dass insbesondere drei Faktoren dafür eine Rolle spielten: Entweder es lagen gar keine oder keine geeigneten Bewerbungen vor, oder die bereits unterschriebenen Ausbildungsverträge wurden von den künftigen Auszubildenden schon vor Beginn bereits wieder gekündigt. IAV-Hauptgeschäftsführer Axel Busch sagt:

„Es ist eine Besorgnis erregende Entwicklung, wie sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage von Ausbildungsplätzen immer weiter auftut. Die betriebliche Ausbildung ist und bleibt wesentlicher Bestandteil zur Sicherung unseres Fachkräftebedarfs, um auch zukünftig im globalen Wettbewerb mitmischen zu können."

Die Sorgen sind nicht unbegründet: Für die Zukunft sehen 72 Prozent der Unternehmen weitere Nachwuchssorgen auf sich zukommen – davon fast 65 Prozent in gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. Dennoch planen für das Jahr 2020 21,3 Prozent der befragten Unternehmen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten, 72,3 Prozent streben das gleiche Niveau wie dieses Jahr an.

Die geplante Einführung einer Mindestausbildungsvergütung befürworten 86,7 Prozent der Befragten. Begründet wird dies damit, dass die in den IAV-Mitgliedsunternehmen gezahlte Vergütung schon jetzt oberhalb der geplanten 515 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr liegt. Gleichzeitig sehen die Firmen darin die Chance, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung zu steigern. 

Abschlussbezeichnungen abgelehnt

Im Gegensatz dazu lehnen 77,5 Prozent der Befragten die Einführung der neuen Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ nach Fortbildungen ab. Die bestehenden Abschlussbezeichnungen hätten sich bewährt, heißt es in der Mitteilung. Neue Bezeichnungen würden für Verwirrung sorgen und eine Unterscheidung beziehungsweise Vergleichbarkeit der Abschlüsse unübersichtlich machen.


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