Ein fast schon historischer Biergarten Urbane Atmosphäre im Trash an der Meller Straße in Osnabrück

Vor dem Müll hat der Trash-Wirt die Tische und Bänke aus dem Merlin in seinem Biergarten gerettet. Er findet: Sie mögen alt und abgerockt sein, sind aber viel zu schade zum Wegschmeißen. Foto: Thomas WübkerVor dem Müll hat der Trash-Wirt die Tische und Bänke aus dem Merlin in seinem Biergarten gerettet. Er findet: Sie mögen alt und abgerockt sein, sind aber viel zu schade zum Wegschmeißen. Foto: Thomas Wübker

Osnabrück. Der Biergarten der Gaststätte Trash an der Meller Straße ist ein hervorragendes Beispiel für Müllvermeidung. Und im Bezug auf die Osnabrücker Kneipen-Geschichte kann er sogar als historisch bezeichnet werden.

Älteren Osnbrücker Kneipengängern mag ein seltsames, bekanntes Gefühl umwehen, wenn sie im Biergarten des Trash Platz nehmen. Das liegt am Merlin. Damit ist nicht der Zauberer gemeint, sondern die Kneipe, die an der Blumenthalstraße/Ecke Friedrichstraße jahrzehntelang ein Anlaufpunkt war, vor allem für Studenten. Heute ist dort ein Wohnhaus. Als die Szenekneipe ihren Betrieb vor elf Jahren endgültig einstellte, bekam Trash-Wirt Ingo Bollen mit, dass die Tische und Bänke entsorgt werden sollten. Er fragte kurzerhand, ob er die guten Stücke übernehmen könne – und bekam sie sogar geschenkt. „Sie sind in die Jahre gekommen, aber ich will sie auch nicht wegschmeißen“, sagt er heute über seine Biergarten-Möbel.

Ingo Bollen ist seit mehr als 20 Jahren im Trash. Dort habe es schon immer einen Biergarten gegeben, sagt er. Früher seien einfach ein paar Campingstühle nach draußen gestellt worden. Seitdem aber große, vom Boden bis zur Decke reichende Fenster in der Kneipe installiert wurden, kann quasi der ganze vordere Schankraum zu einem Biergarten erweitert werden. Der Übergang von drinnen nach draußen ist quasi fließend.

Das Trash ist vor allem wegen seiner extravaganten Inneneinrichtung bekannt. Der Biergarten ist dagegen etwas bescheidener dekoriert. Ein Olivenbaum, bunte Lampen und Blumentöpfe sorgen für farbliche Abwechslung. Bei Regen kann eine Markise über den Biergarten gefahren werden. Der Verkehrslärm der Meller Straße gehört zum Flair und sorgt für urbane Atmosphäre. Seit einigen Jahren ist der Biergarten eingezäunt, um vor dem „ekligen Anblick“ der Straße zu schützen, wie Ingo Bollen sagt.

Markant sind die Werbebanner, die links und rechts des Eingangs angebracht sind. Zum einen zeigt der Schriftzug „Trash“ auf einer Hauswand in großen Lettern an, welche Kneipe sich dort befindet. Zum anderen ist unter dem Banner der Astra-Brauerei ein klares Statement zu lesen: „Gegen Rechts“. Ingo Bollen stellt unmissverständlich klar: „Wer bei uns Nazi-Sprüche macht, bekommt Hausverbot.“ Der Trash-Chef ist froh darüber, dass es in seiner Kneipe friedlich zugeht. Einen Türsteher hat er noch nie gebraucht.

Was sonst noch läuft

Ennix Birthday Bumms, Holy Poly, Fr., 26. 7., 23 Uhr: Kurz vorm Sommer-Umbau und der daraus folgenden Schließung wird im Holy Poly nochmal gefeiert – und zwar so richtig. Der Chef hat Geburtstag und sich mit Sören Fischer und Chris Schoen „zwei Garanten für Druck auf der Tanze“ geholt, wie er sagt. Am Samstag ist der Club zum letzten Mal vor dem Umbau geöffnet. 
Candy Shop, Kleine Freiheit, Fr., 26. 7., 23 Uhr: Rapper Moneymaxxx aka Donvtello kommt zum Güterbahnhof und performt dort live. Daneben gibt es eine Hip Hop Disco jenseits der Spotify-Playlist.
Copacabana – Latinoparty im Bahia Beach, Neo Club, Sa., 27. 7., 23 Uhr: Unter freiem Himmel schallen die Latin-Beats aus den Boxen am Neo an der Pagenstecherstraße. Zusätzlich spielt DJ Demos einen Mix aus Reggaeton, Dancehall und Afrobeats. Im Arlekino Summer gibt es Russian Club Sounds.


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